Gegen den VfB Suhl LOTTO Thüringen zu bestehen, ist in dieser Saison echt eine Herausforderung. Neun Siege hatten die Thüringerinnen vor dem Heimspiel gegen die Skurios Volleys in der Suhler Sporthalle Wolfsgrube schon auf dem Konto, der zehnte folgte am Samstagabend. Mit 3:0 (25:13, 25:19, 25:12) siegte das Team von Trainer Laszlo Hollosy gegen den Aufsteiger aus dem Westmünsterland und setzte damit auch in 2026 im dritten Pflichtspiel des Jahres seinen Siegeszug fort.
Trotz der schwierigen Witterungsbedingungen waren einige Fans mit nach Suhl mitgereist (Foto: VfB Suhl LOTTO Thüringen)
Vor über 800 Zuschauerinnen und Zuschauern präsentierte sich Suhl dabei recht souverän.
Für die Skurios Volleys bedeutete der Auftritt in Suhl einen weiteren Gradmesser gegen eines der derzeit formstärksten Teams der Liga. Die Gastgeberinnen präsentierten sich von Beginn an sehr stabil, während Borken nur phasenweise Zugriff auf das Spiel bekam. Trainerin Danuta Brinkmann ordnete die Partie nach dem Abpfiff realistisch ein: "Man hat gesehen, dass der Gegner uns heute wirklich überlegen war. Sie kamen gar nicht aus dem Rhythmus." Suhl habe diesen Schwung nicht zuletzt aus der internationalen Belastung und den jüngsten Ligaspielen mitgenommen, während ihre Mannschaft an diesem Abend mit anderen Herausforderungen konfrontiert gewesen sei.
Die Skurios Volleys starteten im ersten Satz mit Chaine Konjer (Zuspiel), Fabienne Coenders, Pia Mohr (beide Außenangriff), Marika Loker (Diagonal) sowie Doreen Luther und Lara Kretschmer (beide Mittelblock). Libera Ditte Kjær Hansen organisierte die Annahme. Der Beginn war noch ausgeglichen, bis zum 7:5 hielten die Skurios Volleys Anschluss, doch Suhl nutzte früh seine Aufschläge, um sich abzusetzen. Nach dem 10:6 reagierte Danuta Brinkmann erstmals mit einer Auszeit. In der Folge versuchte sie mit Wechseln neue Impulse zu setzen. Liza Kastrup und Hannah Rudde kamen so ins Spiel, später auch Amber Gesquiere. Suhl blieb jedoch konsequent und nahezu fehlerlos, zog vom 13:6 mit einer Serie weiter davon und entschied den Satz klar mit 25:13 für sich.
Auch im zweiten Durchgang suchten die Skurios Volleys nach mehr Stabilität. Zwar gelang es dem Team besser als noch im Auftaktsatz Akzente zu setzen, unter anderem mit längeren Ballwechseln und einzelnen erfolgreichen Blockaktionen, doch insgesamt bestimmte Suhl weiterhin Tempo und Rhythmus. "Unser Aufschlag war viel zu harmlos, auch wenn wir uns vorgenommen hatten, mehr Druck zu machen", erklärte Brinkmann. Die Thüringerinnen nahmen sicher an, konnten das Spiel schnell nach außen aufziehen und fanden regelmäßig Lücken im Block. In der Schlussphase zeigte Borken Moral und wehrte mehrere Satzbälle ab, verkürzte noch einmal, doch über 19 Punkte kamen sie nicht hinaus. Mit 25:19 ging auch der zweite Satz an die Gastgeberinnen.
Nach der längeren Pause wollte Danuta Brinkmann mit ihrem Team noch einmal neu angreifen und rotierte erneut, doch der Start misslang und Suhl setzte sich früh ab. Trotz früher Auszeit und weiterer Wechsel dominierten die Thüringerinnen den Rhythmus, insbesondere über den Aufschlag. Suhls Alina Nasin hatte etwa eine Aufschlagserie von acht Bällen in Folge, die den Abstand entscheidend vergrößerte. Danuta Brinkmann sprach später von "kleinen Lichtblicken", wenn die Annahme nach vorne kam, insgesamt sei der Unterschied an diesem Abend jedoch deutlich gewesen. Suhl, das sein Spiel konsequent durchzog, ließ nichts mehr anbrennen und machte mit dem 25:12 den 3:0-Erfolg perfekt.
Als wertvollste Spielerinnen der Partie wurden Lara Nagels beim VfB Suhl LOTTO Thüringen sowie Lara Kretschmer auf Seiten der Skurios Volleys ausgezeichnet.
Trotz der Niederlage richtete Danuta Brinkmann den Blick nach vorn. Solche Spiele lieferten wichtige Erkenntnisse darüber, "wo man hätte mehr zupacken müssen" und wo gezielter gearbeitet werden müsse. Diese Schlüsse gelte es nun ins Training mitzunehmen, um sich weiterzuentwickeln. Sie verwies zugleich darauf, dass es in dieser Saison bereits Begegnungen gegeben habe, in denen Borken näher dran gewesen sei. Gegen einige Gegner könne man noch "eine Schüppe zulegen". Die Richtung sei klar: Die Entwicklung der Mannschaft soll konsequent weitergehen - Schritt für Schritt, auch nach einem sieglosen Abend in der Wolfsgrube.
Der nächste Schritt soll bereits am kommenden Sonntag folgen, dann erwarten die Skurios Volleys zuhause den VC Wiesbaden.


