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Champions League: Ein Europa-Abend, der in Erinnerung bleibt

28.01.2026 / Autor: SVG Lüneburg

Das war mal wieder ein Ausrufezeichen a la SVG: Die LüneHünen holten im Champions-League-Heimspiel gegen Asseco Resovia Rzeszow einen 3:1 (25:22, 25:27, 25:23, 25:20)-Sieg - und das absolut verdient. Mit dem Erfolg vor 2956 begeisterten Fans schloss die SVG in der Gruppe D auf den polnischen Topklub auf und hat als Tabellendritter nun gute Aussichten auf den 3. Platz, der nach der Gruppenphase zum Start im CEV Cup berechtigt. Und in den noch anstehenden zwei Auswärtsspielen in Lissabon und Zawiercie wäre jetzt sogar Platz 2 noch drin.

Die SVG machte es den Rzeszow-Routiniers wie Klemen Cebulj immer wieder schwer, ließ die Gäste kaum ins Spiel kommen. (Foto: SVG/Höfel)

Doch daran verschwendeten die LüneHünen und ihre Fans wohl keine Gedanken, als sie noch Minuten nach dem Spiel euphorisch feierten und das gerade Erlebte erst einmal sacken lassen mussten. Denn über vier Sätze hatten sich beide Teams in den 116 Spielminuten ein intensives Duell auf hohem Niveau geliefert.

"Ein toller Sieg! Das Team hat viele Dinge einfach sehr gut gemacht. Wir haben uns vorgenommen, dass wir Aggressivität beibehalten, auch nach Fehlern. Und dann kommt man in so einen Flow, und dann wächst der Glaube in die eigene Qualität", war Chefcoach Stefan Hübner nach dem Spiel äußerst zufrieden mit dem Auftritt seines Teams.

Hausherren legen
effizient los

Das rasante Duell hatte schnell Fahrt aufgenommen - und sah die LüneHünen gleich im Vorteil. Mit Joscha Kunstmanns Ass (2:1) lag die SVG erstmals vorn, entwickelte ein gutes Spiel und bot den Gästen stets Paroli. Beim 6:5 übernahmen die Hausherren erneut die Führung und gaben sie nur in der Crunchtime noch einmal kurzzeitig ab. Dazwischen: Angriffe mit viel Effizienz (mit 67:60 % hatte die SVG bereits im ersten Satz die bessere Quote), Nervenstärke in den Rallys und Konstanz im Aufschlag.

Erst zur Satzmitte leistete sich die SVG den ersten Aufschlagfehler (14:13) - Rzeszow stand da schon bei vier. Aber es war wohl diese Phase, als auch die Fans ein Gespür dafür bekamen, dass an diesem Abend etwas drin sein könnte. Artur Szalpuk brachte die Gäste zwar noch einmal in Führung (19:20), doch die SVG war sofort wieder da. Als Ethan Champlin zum 22:20 punktete, kochte die Stimmung in der LKH Arena schon über. Eine gewonnene Blocktouch-Challenge von Stefan Hübner (23:21) setzte noch einen drauf - und als Kunstmann und Axel Enlund per Zweierblock (25:22) punkteten, war der erste heimische Satzgewinn gegen eine polnische Mannschaft seit Dezember 2024 (1:3 gegen Wegiel) sicher.

Auch im zweiten Satz lag die SVG schnell wieder vorn (2:1, 5:3, 9:6). Als Rzeszow herankam, Danny Demyanenko stark per Block punktete (9:8), gab's Applaus von den Rängen für ein Spiel mit hoher Qualität auf beiden Seiten, in dem jeder Ball intensiv umkämpft war. Die Gäste hatten jetzt eine gute Phase (10:12, 17:19), doch beim Start in die Crunchtime war die SVG wieder da (21:20). Eine Lüneburger Auszeit beim 22:23 zahlte sich aus, ein Ass von Enlund zum ersten Satzball ließ die Halle beben (25:24). Ein Abstimmungsfehler auf SVG-Seite (25:27) vereitelte die Hoffnung auf den zweiten Satzgewinn. Wie eng es im Duell zuging, zeigt auch die Statistik: Sowohl in der Annahmequalität (42:43 %) als auch im Angriff (48:51 %) lagen beide Teams nach zwei Sätzen eng beieinander - und oft hatte die SVG das Momentum auf ihrer Seite.

Das setzte sich im dritten Satz fort. Erneut lag die SVG vorn (3:1, 6:3), dann drehten die Gäste den Spielstand. Zur Satzmitte rangelten beide Teams um die Führung. Auf Rzeszows Drei-Punkte-Führung (13:16) reagierte Stefan Hübner mit einer Auszeit - und die zahlte sich aus: Mit vier Punkten in Folge riss die SVG das Spiel wieder an sich - und wie! Enlund punktete erst per Angriff nach einer starken Rally, legte noch ein Ass drauf. Und spätestens beim 17:16 war's dann purer Volleyball-Wahnsinn: eine packende Rally, Enlund rettete noch einarmig - und dann punktete Santeri Välimaa per Zuspielerball. Die LKH Arena in purer Ekstase. Nach dem 21:21 zum Start in die Crunchtime setzte sich die SVG entscheidend ab: Block von Howe, Ass von Gruvaeus, wuchtiger Angriff von Howe - 24:22. Champlins 25:23 sicherte dann den zweiten Satz sowie den Punktgewinn.

SVG fast
wie im Rausch

Dafür, dass es am Ende sogar drei Punkte werden sollten, legten die LüneHünen im vierten Satz schnell den Grundstein. Von Beginn an lagen die Hausherren vorn und bauten ihre Führung konsequent aus (3:1, 8:3, 15:9). Als Gruvaeus per Ass auf 17:10 stellte, hatte sich die SVG längst in einen Rausch gespielt, während die Gäste zunehmend nervöser agierten. Die LüneHünen warfen sich motiviert in jeden Fall, wehrten zudem viele gute Angriffe ab - ein Lüneburg-Team aus einem Guss. Nur selten gelang Rzeszow einmal Entlastendes, wie Demyanenkos wuchtiger Angriff (19:14). Doch der SVG-Express ließ sich längst nicht mehr stoppen: Gruvaeus per Pipe (20:14), Enlund clever zum Aus gegen den Dreierblock (22:17) und Howes Angriff, den die Gäste nicht mehr abgewehrt bekamen, ebneten den Weg zum Lüneburger Matchball. Den historischen Erfolg - erstmals holte die SVG einen Pflichtspiel-Sieg gegen ein polnisches Team - machte um 20:06 Uhr ein Aufschlagfehler von Jakob Bucki perfekt.

Wie verdient der SVG-Erfolg ausfiel, zeigt die Statistik: Bei Block- (10:5) und Aufschlagpunkten (6:2) lagen die Lüneburger ebenso vorn wie in der Aufschlagqualit: 19 Fehlern der SVG standen 23 bei den Gästen gegenüber.

"Wir wollten im Aufschlag das Mindset zeigen, dass der Ball mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ins Feld geht. Und das haben wir gemacht, mit sehr hohem, kontinuierlichem Druck", fand Stefan Hübner schnell eine Erklärung für den Erfolg. "Wir haben unglaublich abgewehrt, gute Hände im Block gehabt, sehr gut die Positionen gehabt, das Spiel sehr gut gelesen, lange Rallys gut gespielt. Auch im Gegenangriff waren wir besser als zuletzt." Der Chefcoach sieht sogar noch mehr Potenzial in seinem Team: "Es ist definitiv eine gute Mannschaft, aber manchmal spielen sie fast noch etwas schüchtern. Ich hoffe, dass das den Jungs einen Boost gibt."

Als MVP wurde Santeri Välimaa gekürt. Der Zuspieler lieferte, wie das gesamte Team, einen großartigen Auftritt, steuerte drei Punkte - darunter einen Blockpunkt - zum Erfolg bei. Bester Scorer war Daniel Gruvaeus (20 Punkte). Bei den Gästen holte Artur Szalpuk (16) die beste Ausbeute.

SVG: Champlin (17), Kunstmann (3), Välimaa (3), Gruvaeus (20), Howe (12), Enlund (17) - Takahashi; eingewechselt: Larsen

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