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Champions League: Hoffnung auf einen spannenden Schlagabtausch ...

06.01.2026 / Autor: SVG Lüneburg

Nach einer etwas ruhigeren Zeit seit Mitte Dezember geht es für die SVG Lüneburg wieder in die Vollen. Nach dem Jahresauftakt in der Bundesliga gegen Ludwigsburg steht am Dienstag, bereits um 18 Uhr, die Fortsetzung in der Champions League bevor: bei Asseco Resovia Rzeszow in Polen. Die SVG schlug zum Auftakt bekanntlich Lissabon 3:1. Rzeszow verlor 1:3 in Zawiercie, steht also schon unter Druck. Übertragen wird im kostenpflichtigen Stream auf sporteurope.tv (ehemals sportdeutschland).

Foto: SVG/Behns

Direkt nach dem Match gegen Ludwigsburg absolvierten die LüneHünen - wie kürzlich schon einmal - noch eine Kraft-Trainingseinheit in der LKH Arena, in der Nacht von Sonntag auf Montag war Treffpunkt um 4.10 Uhr, um 6.55 Uhr ging der Flug ab Hamburg mit Umstieg in Warschau nach Rzeszow. Durch das schon absolvierte Krafttraining hatten die Spieler im gedrängten Terminplan immerhin einen Tag frei. "Es bleibt halt wichtig, dass wir unsere Krafteinheiten unterkriegen, dass wir hinten heraus genug Substanz haben in der Saison," erklärte Chefcoach Stefan Hübner die Maßnahme. Zurück aus Polen, geht es dann erneut auf Reisen, am Sonntag steht wieder Bundesliga an, gegen die cerebricks Volley GOATS Mitteldeutschland in Halle/Saale. Darauf folgen Vergleiche gegen Haching (Mittwoch) und bei den Netzhoppers (Freitag) und dann noch drei Heimkracher gegen Zawiercie (am 20.), Berlin (24.) und das Rückspiel gegen Rzeszow (27.) - insgesamt acht Auftritte in 26 Tagen, ein ereignisreicher Jahresbeginn.

Auch Rzeszow hat gerade ein strammes Programm

Ein strammes und dazu bedeutsames Programm hat derzeit auch der jetzige Gegner. So ist dieses Match quasi eingebettet in die Entscheidung um den polnischen Pokal. Am Tag vor Silvester gewann Rzeszow das Viertelfinale mit 3:0 (25:22, 27:25, 27:25) - in Zawiercie, dem nächsten CL-Kontrahenten der LüneHünen. Dieses heiß umkämpfte, hochklassige Duell war laut Verbands-Homepage "eines Finals würdig". Bei Rzeszow ragten Außenangreifer Klemen Cebulj (20 Punkte, 57 % erfolgreiche Angriffe) und Diagonalangreifer Karol Butryn (15 Punkte, viele wirkungsvolle Aufschläge) heraus. Der slowenische Nationalspieler Cebulj wurde MVP. Beim Final4 am kommenden Wochenende in Krakau ist zunächst im Halbfinale Warschau der Gegner, das Endspiel stünde gleich tags darauf an.

Zwischendurch patzte Rzeszow aber in der PlusLiga, verlor am Wochenende 1:3 in Gdansk und kurz vor Weihnachten 1:3 in Olsztyn - schon die Saisonniederlagen 4 und 5 und Rückschläge im Kampf um die besten Playoff-Plätze. Allerdings sind die ersten Acht, wozu auch diese beiden Rivalen gehören, ganz dicht beisammen. Den Achten trennen nur acht Punkte vom Spitzenreiter, Rzeszow (6.) nur sechs. So scheint alles möglich, hat doch die Mannschaft von Chefcoach Massimo Botti - im Sommer neu vom Überraschungsmeister Lublin gekommen - auch schon den derzeitigen Spitzenreiter Warschau (3:0) und Lublin (3:2) geschlagen.

Doch die Gastgeber haben auch Respekt vor der Aufgabe gegen den Bundesliga-Tabellenführer: "Lüneburg ist eine junge, gut trainierte Mannschaft, die uns ernsthafte Probleme bereiten kann. Da sie ihr Auftaktspiel gegen Lissabon gewonnen hat, ist diese Begegnung ein direkter Kampf um die Qualifikation für die nächste Runde," so Botti, der frisch gebackener neue Bundestrainer. Kapitän Marcin Janusz zeigt sich dennoch selbstbewusst: "Für viele von uns wird es ein neuer Gegner sein, und darauf müssen wir uns sehr gut vorbereiten. Ich glaube, wenn wir einfach unser Volleyball auf einem guten Niveau spielen, werden wir dieses Spiel kontrollieren und gewinnen."

Spiel auch gegen denneuen Bundestrainer

Botti, , scheint nach anfänglich wechselnden Aufstellungen inzwischen seine Starting Six gefunden zu haben, wobei Doppel-Olympiasieger Yacine Louati (Frankreich) das Nachsehen gegenüber schon erwähntem Cebulj hat. Außer diesem standen in den letzten Wochen ausschließlich Neuzugänge in der Startformation. Der hoch dekorierte Zuspieler und Kapitän Marcin Janusz (u. a. Olympia-Silber 2024, Vize-Weltmeister 2022, Europameister 2023) setzt bevorzugt die Außen Cebulj und Artur Szalpuk - mit 46 % Effektivität einer der Liga-Besten auf dieser Position - und den Diagonalen Butryn ein, gern aber auch Mittelblocker Danny Demyanenko, neben dem Mateusz Poreba etwas verblasst. Libero ist in der Regel US-Boy Erik Shoji.

"Es sind zwar neue Leute im Team, aber es ist wieder eine sehr gute Mannschaft", urteilt Hübner. "Die Marschroute gegen solche Teams ist, die Sätze so lang wie möglich eng zu gestalten. Wenn du dann in die Crunchtime kommst und noch nah dran bist, dann kriegst du vielleicht mal eine Chance. Aber da wird ein ganz anderer Druck auf uns zukommen, ein hoher Aufschlagdruck, eine ganz andere Physis am Netz. Wir können daran nur wachsen. Es ist auch mit Blick auf den Pokal gut, solche guten Gegner zu haben. Das kann uns nur besser machen."

Etwas offensiver formuliert der Sportliche Leiter Bernd Schlesinger die Erwartungen: "Ich hoffe, dass wir dort ein spannendes Spiel erleben werden. Und vielleicht gewinnen wir einen Satz. Ziel ist es, vielleicht auch mal einen Punkt aus Polen mitzubringen. Aber ich denke, in der Champions League müssen wir es Zuhause richten", kalkuliert er die Unterstützung der eigenen Fans im Rücken ein. Zum nächsten Champions-League-Heimspiel kommt dann am 20. Januar Rzeszows Landesrivale Zawiercie. Da werden die Tickets schon knapp.

(hre/gm)

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