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23.12.2025 / Autor: Marcus Bohle, TSV Grafing von 1864 e.V.
Keine 24 Stunden vor dem Spiel erreichte Trainer Heiko Roth die nächste verletzungsbedingte Hiobsbotschaft: Zuspieler Felix Gärtner hatte sich am Daumen verletzt und musste passen. Somit war es neben Juro Petrusic, Simon Gürzing und Florian Scheuer bereits der vierte verletzungsbedingte Ausfall im Fighting-Bayrisch-Team.
Erfolgreicher Block der Grafinger (Foto: TSV Grafing Volleyball)
In Grafing darf man froh sein, dass die zweite Herrenmannschaft nur eine Spielklasse tiefer in der 3. Liga Ost auf Punktejagd geht und das Leistungsgefälle somit nicht allzu groß ausfällt.
Der Grafinger Headcoach beorderte erstmals den erst 16-jährigen Lian Halm auf die Zuspielposition und holte zusätzlich Nikitas Konz - wie schon am Spieltag zuvor - für die Mittelposition mit auf die Bank.
Die Vorzeichen standen mal wieder, wie schon so häufig in dieser Saison, unter schwierigen Bedingungen. Mit etwas Zynismus betrachtet änderte sich für die Bärenstädter mit Blick auf die gesamte Vorrunde nicht viel: Improvisation und Teamspirit waren erneut gefragt.
Doch auch die Mühldorfer Jungs hatten ordentlich Druck auf dem Kessel. Seit Monaten stehen sie bereits auf einem Abstiegsplatz. Zudem verletzte sich ihr Kapitän Fabian Bartsch vor zwei Wochen am Fußgelenk und wird erst nach der Weihnachtspause wieder zur Verfügung stehen. Verstärkung gab es allerdings auf der Mittelblockposition durch den 25-jährigen Mark Gumenjuk vom Erstligisten Unterhaching. Dieser wurde vom Grafinger Headcoach nach Spielende als wertvollster Spieler der Mühldorfer ausgezeichnet (MVP Gold).
Alles deutete auf ein enges Spiel hin - und so kam es auch.
Im ersten Satz ging es Kopf an Kopf in die Crunch-Time, in der das junge Fighting-Bayrisch-Team zu Beginn etwas den Faden verlor und mit 19:25 den Kürzeren zog.
Die Mühldorfer wussten um ihre Chance, doch das junge Grafinger Team biss sich in die Partie. Sehr zur Freude der Zuschauer entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Die Bärenstädter holten sich den zweiten Satz ebenfalls mit 25:19, und es ging in die zehnminütige Pause.
Während die Akrobatik- und Artistikgruppe Movimento mit einer Jonglageeinlage erneut die Zuschauer verzauberte, stellte sich nun die Frage, welches der beiden Teams besser aus der Kabine kommen würde.
Ebenbürtig lautete die Antwort. Es entwickelte sich ein heißer Kampf mit vielen sehenswerten Aktionen auf beiden Seiten. Grafing hatte im dritten Satz das bessere Ende für sich und gewann knapp mit 25:23.
Wer nun glaubte, dass die Grafinger Jungs das Momentum für sich nutzen würden, sah sich jedoch getäuscht. Die Innstädter stellten sich immer besser auf das Angriffsspiel der Grafinger ein und verbuchten insbesondere in der Abwehr Vorteile. Das junge Fighting-Bayrisch-Team hatte dem plötzlich wenig entgegenzusetzen. Elementare Bausteine wie die ansonsten solide Annahme funktionierten nicht mehr zuverlässig. Kapitän Tim Aust, der erneut zum wertvollsten Spieler auf Grafinger Seite gekürt wurde, musste aus teils unmöglichen Positionen ein Angriffsspiel aufziehen, das vom Mühldorfer Block gut gelesen und zunehmend erfolgreich entschärft wurde.
Mühldorf holte sich mit 25:18 den Satzausgleich zum 2:2, und es ging in den Entscheidungssatz.
Aus Sicht der lautstarken Grafinger Fans setzte sich der Trend leider fort, und Mühldorf gewann auch diesen mit 15:10.
Das Fighting-Bayrisch-Team geht nun auf Platz 5 in die Weihnachtspause und hat etwas Zeit, sein Lazarett zu lichten, bevor es am 24.01. zum Tabellennachbarn Baden Volleys SSC Karlsruhe II geht.
Eines ist jetzt schon sicher: Eine harte und spannende Rückrunde steht an. Man darf gespannt sein, wie die Bärenstädter diese meistern.
Volleyball Grafing wünscht an dieser Stelle seinen Fans, Sponsoren und Gönnern sowie der gesamten Liga ein geruhsames und erholsames Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.
Bis es wieder heißt:
Fighting Bayrisch - Volleyball Grafing!