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19.12.2025 / Autor: SVG Lüneburg
Ja, sie haben es tatsächlich wieder getan - die SVG steht zum vierten Mal in ihrer immer noch recht jungen Vereinsgeschichte im Finale des ZOI DVV-Pokals. Und der Gegner heißt wieder einmal VfB Friedrichshafen, der Cupverteidiger Berlin mit 3:2 das Nachsehen gab.
Foto: Wölper
SVG-Fans sollten mit dem Ticketkauf noch kurz warten. Es gibt zwar bereits Tickets in den neutralen Bereichen über die Volleyball-Bundesliga (VBL) und die SAP Arena in Mannheim. Doch die SVG wird einen eigenen, geblockten Fanbereich in der SAP Arena bekommen - und der soll bestenfalls zur "roten Wand" werden. Infos dazu folgen möglichst schnell, ebenso wie zur Anreise. Alle "Final-Interessenten" sollten sich auf der Seite www.svg-lueneburg.de/pokalfinale/ auf dem Laufenden halten. Dort werden alle relevanten Informationen rund um das Finale gesammelt und regelmäßig aktualisiert, zudem wird auf den Social-Media-Kanälen informiert.
Mit schon fast aufreizender Coolness meisterten die LüneHünen diese letzte Etappe auf der "Road to Mannheim", und Düren war nun wahrlich keine Laufkundschaft, bestätigte sein bisheriges gutes Abschneiden in dieser Saison. Aber die SVG fand am Dienstagabend stets eine Lösung. Dazu gehörte auch immer wieder das Verlangen nach einer Video-Challenge, in den meisten Fällen erfolgreich - auch, weil es nicht die in der Bundesliga verwendete, sondern die international übliche, hochauflösende und mit mehr Kameras verwendete Challenge war, die im DVV-Pokal ab dem Halbfinale vorgeschrieben ist. Auch solche Entscheidungen können einen Gegner zermürben, besonders, wenn er mit seinen eigenen Versuchen dann auch noch daneben liegt.
Häfler haben das
bessere Ende für sich
Im zweiten Halbfinale tags darauf wurde sie nicht annähernd so oft beansprucht. In einem wechselvollen Match sah es es dennoch lange nach einem Berliner Erfolg um den überragenden Jake Hanes aus. Der US-Diagonalangreifer war allerdings auch fast ein Alleinunterhalter, schwächelte er, begannen die Hauptstädter zu schwimmen. Diese Phasen nutzten die Häfler, um ins Match zu finden, auch dank eines druckvollen Aufschlags, bei dem sich insbesondere der argentinische Mittelblocker Gustavo Maciel mit u. a. insgesamt fünf Assen hervortat.
Zudem wurde die Angriffsquote über die Außen Tim Peter und Simon Kohn immer besser, und der Diagonale Parker van Buren stand Hanes im Laufe des Spiels nur wenig nach. Es wurde also ein Match auf Augenhöhe, zunehmend mit leichten Vorteilen für den VfB - bis sich Tim Peter im vierten Satz verletzte und beim 16:16 vom Feld musste. Danach brachen die Gastgeber ein, Berlin rettete sich in den Tiebreak. Den begannen die Süddeutschen mit Außenangreifer Vojin Cacic, der wochenlang mit einer Knieverletzung ausgefallen war und gerade erst mit zwei Kurzeinsätzen ein Comeback gefeiert hatte.
Der Routinier punktete auch gleich und brachte Ruhe ins Spiel des VfB, der eine 7:2-Führung vorlegte. Berlin dagegen flatterten überraschend die Nerven, selbst Hanes und Kapitän Ruben Schott unterliefen leichte Fehler. Beim 13:8 schien alles klar, doch nun verloren die Häfler den Faden - bis van Buren beim hauchdünnen 13:12 endlich für sie wieder punktete und dann auch den Matchball zum 15:13 verwandelte. Klar, dass der US-Amerikaner MVP wurde. Der VfB hatte zum 18. Mal das Finale erreicht, das erste Mal wieder seit 2022. Gegner damals: die SVG ...
Hier noch ein paar Stimmen von LüneHünen nach dem Halbfinal-Triumph:
Ethan Champlin: "Düren ist ein richtig gutes Team und hat gegen uns alles herausgeholt. Aber mit dieser Halle, diesen Fans im Rücken ist es für kein Team einfach, uns zu schlagen. Ins Finale zu kommen, ist eine großartige Chance. Ich war noch nie in so einem Finale. Um einen Titel zu spielen, ist ?pretty cool'."
Daniel Gruvaeus: "Ich war die ganze Zeit davon überzeugt, dass wir das gewinnen. Wir haben etwas nervös angefangen, aber am Ende des ersten Satzes haben wir sie unter Kontrolle bekommen. Für mich wird es die Rückkehr nach Mannheim, nachdem ich im letzten Jahr (2024 mit Herrsching/d. Red.) den Titel verpasst habe. Ich freue mich total drauf! Wir sind Tabellenführer, wir waren im Liga-Cup-Finale, jetzt das Pokalfinale. Wir wollen einfach immer die Chance bekommen, eine Goldmedaille zu holen. That would be fun."
Jackson Howe: "Stefan hatte uns daran erinnert, dass es nur ein weiteres Spiel ist. Aber es fühlt sich richtig gut an, genau dieses Spiel gewonnen zu haben. Dass wir fast keinen Aufschlagfehler hatten, hat sehr geholfen. Jetzt richten wir den Fokus auf Dachau, werden danach etwas die Weihnachtstage mit Familie und Freunden genießen und Kraft dafür sammeln, in die zweite Saisonhälfte zu gehen."
Co-Trainer Tyler Koslowsky: "Es ist schön, nochmal nach Mannheim zu reisen. Es ist ein großes Event, ein Highlight des Jahres - und für uns eine erneute Chance, mehr zu gewinnen als einen Satz wie letztes Mal. Der Jubel über den Finaleinzug war diesmal irgendwie kürzer als sonst. Daran sieht man, dass wir hohe Ziele haben. Wir wollen in jedem Spiel unser Bestes zeigen - und heute haben wir das gemacht. Am Sonntag haben wir wieder ein Spiel, deshalb geht es schnell ?back to business'".
Nun wieder um
Punkte in Dachau
In der Bundesliga geht es für die SVG am Sonntag, 16 Uhr, weiter mit einem Auswärtsspiel beim ASV Dachau. Nach einem Tag Pause und genießen des Pokalerfolgs ging es zurück ins Training und damit in den Bundesliga-Spielbetrieb, der im zu Ende gehenden Jahr noch zwei Aufgaben bereithält: eben in Dachau und am 28. noch daheim gegen Karlsruhe. "Die wollen wir versuchen, auch noch zu gewinnen", gab der Sportliche Leiter Bernd Schlesinger schon in der Pokal-Euphorie die Parole aus, sich noch einmal auf die Hausaufgaben in der Liga zu fokussieren, bevor dann über den Jahreswechsel etwas durchgeschnauft werden kann.
Zunächst steht also die letzte Auswärtsfahrt 2025 an, der Spitzenreiter ist da natürlich haushoher Favorit. Denn der Gegner aus dem Nordwesten Münchens hat erst zwei Siege und neun Punkte verbucht, aber gerade zuletzt nach schweren ersten Wochen aufhorchen lassen. Am letzten Spieltag gab es zwar ein 1:3 in Giesen, davor aber ein 3:1 gegen Warnemünde und vor allem jeweils einen Punkt (2:3) gegen die Schwergewichte Friedrichshafen und in Düren. Vor allem Außenangreifer Tobias Besenböck und der vom Zweitligisten Kriftel gekommene Diagonale Marius Büchi haben dabei mit ihren Leistungen immer wieder aufhorchen lassen. Alle drei Punkte sollen am Sonntagabend (Anpfiff: 16 Uhr, Stream auf Dyn) dennoch mit aus die Rückreise gen Lüneburg gehen.