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Die unerkannte Sportverletzung: Der Syndesmoseriss

Autor: Christian Riedel

Wer beim Sport umknickt oder einen Tritt gegen das Schienbein bekommt und danach starke Schmerzen hat, wird zunächst an eine Verletzung der Bänder im Sprunggelenk oder einen Knochenbruch denken. Doch wenn die Schmerzen lange nicht weggehen und beim Röntgen keine Schädigung erkannt wird, steckt häufig eine andere Verletzung dahinter, die nicht selten unentdeckt bleibt: der Syndesmoseriss.

Die Syndesmose ist eine Form eines unechten Gelenks. Sie hält zwei Knochen , wie beispielsweise das Schien- und das Wadenbein durch Bindegewebe zusammen. Damit ist sie eine bindegewebige Knochenverbindung. Der Begriff „Syndesmose“ setzt sich zusammen aus dem griechischen syn = zusammen und desmos = Band. Im Gegensatz zu den anderen bindegewebigen Knochenverbindung, wie beispielsweise der Sutura im Gehirn, ist die Syndesmose flächenhaft ausgebildet, bildet also eine Art Haut zwischen den Knochen.

Außer zwischen Schien- und Wadenbein, findet man eine Syndesmose im Unterarm zwischen Elle und Speiche und im oberen Sprunggelenk.

Ein Syndesmoseriss im Unterschenkel tritt meistens auf, wenn das Wadenbein durch äußere Einwirkung vom Schienbein abgespreizt wird. Auch im Knöchel entsteht eine Verletzung der Syndesmose in der Regel nur durch Fremdeinwirkung. In seltenen Fällen sind die Knochen intakt, wenn die Syndesmose reißt. Diese Verletzung ist schmerzhaft, wird aber leider nur selten richtig diagnostiziert, da sie beim Röntgen in den wenigsten Fällen erkannt wird.

Behandlung der Syndesmose

Typische Symptome für einen Syndesmoseriss sind druckschmerzempfindliche Schwellungen oberhalb des Sprunggelenkspalts. Im Röntgenbild kann man den Syndesmoseriss nur erkennen, wenn man die gesunde Seite ebenfalls ablichtet. Beim verletzten Bein ist der Abstand beispielsweise zwischen Schien- und Wadenbein vergrößert. Ansonsten gibt eine Kernspinuntersuchung Auskunft über die Verletzung. Sofern ein größerer Bereich der Syndesmose gerissen ist, wird häufig operiert. Dabei gibt es eine Vielzahl von verschiedenen Eingriffen. Eine mögliche Operation ist, eine Schraube einzusetzen, um die Stabilität der Knochengabel zu gewährleisten und den richtigen Abstand zwischen den Knochen einstellen zu können. Nach rund sechs Wochen kann die Schraube aber schon wieder entfernt werden. Solange muss das Bein ruhig gehalten werden. Eine andere Möglichkeit ist, eine Art Anker und Faden einzusetzen, die die Knochen zusammenhalten und später im Körper bleiben. Auch hier dauert es mehrere Wochen, bis die Syndesmose wieder belastbar ist.

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