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Georg Grozer: „Alles ist möglich, alles!!“

Herren EM: Georg Grozer: „Alles ist möglich, alles!!“

30.08.2017 • Herren EM • Autor: DVV 287 Ansichten

Georg Grozer (32 Jahre, Nowosibirsk/RUS) spielt in Polen bereits seine sechste Europameisterschaft. Der deutsche Super-Star hinterließ in den zwei ersten Gruppenspielen gegen Italien und Tschechien einen exzellenten Eindruck und wurde in der dritten Partie gegen die Slowakei geschont. Vor dem Viertelfinale (31. August, Gegner und Uhrzeit noch nicht klar) äußert er sich im Interview über die bisherige EM, die aktuelle deutsche Mannschaft und das kommende Viertelfinale.

Wie fällt dein Fazit der EM-Vorrunde aus?
Georg Grozer : „Wir haben stark angefangen und stark aufgehört. Ich war überrascht, wie stark wir gegen Italien gespielt haben. Natürlich waren wir am Anfang nervös, aber damit sind wir gut umgegangen. In den Sätzen zwei und drei hat Italien sehr gut gespielt, und wir haben nachgelassen. Umso stolzer war ich auf die Mannschaft, dass wir aufgestanden und zurückgekommen sind. Gegen Tschechien haben wir super gespielt. Die Block-Abwehr war unglaublich, ich weiß nicht, wann das das letzte Mal so gut funktioniert hat. Der letzte Spieltag war am schwierigsten, körperlich und mental. Natürlich wird der Druck von Tag zu Tag höher, das haben wir aber gut gemeistert. Wir sind Gruppensieger, was ich nicht unbedingt erwartet habe. Das haben wir gut hinbekommen.“

Du hast das letzte Spiel pausiert, durch den Viertelfinaleinzug gibt es einen Tag mehr frei. Wie geht es dir?
Georg Grozer : „Mir geht es gut. Ich war ziemlich K.O. nach dem tschechischen Spiel. Das Italien-Spiel hat sehr viel Energie gekostet. Danach habe ich meine Ruhe bekommen, um meine kleinen Probleme am linken Knie auszukurieren. Ich fühle mich gut und bereit!“

Tschechien und Frankreich spielen heute euern Gegner aus. Guckt ihr euch das an?
Georg Grozer : „Definitiv! Ob ich das in der Halle mache, weiß ich nicht. Ich gucke das lieber im Hotel oder im Bett, dass ich mich nebenher ausruhen kann. Tschechien kennen wir aus der Gruppenphase, Frankreich möchte ich mir angucken!“

Du rechnest mit Frankreich als Gegner?
Georg Grozer : „Ja! Aber ich würde mich freuen, wenn Tschechien überraschen würde!“

Was traust du eurer Mannschaft im Viertelfinale zu?
Georg Grozer : „Alles ist möglich, alles! Wenn wir diese Leistung halten und die Atmosphäre so bleibt und wir als Mannschaft weiter so zusammenhalten, dann traue ich uns alles zu.“

Du spielst deine sechste EM. Wie ordnest du diese mit denen aus der Vergangenheit ein?
Georg Grozer : „Ich muss ehrlich sagen, dass ist bisher meine beste EM. Die genieße ich am meisten. Bei meiner ersten EM 2007 sind wir Fünfter geworden, aber da war ich der Wasserträger in der Nationalmannschaft. Und danach hatten wir - warum auch immer - nicht so viel Erfolg. Jetzt haben wir drei Spiele gewonnen, das System von Giani greift! Was ich aber am meisten genieße, ist diese krasse junge Mannschaft, mit der wir im Training und außerhalb des Spielfeldes viel Spaß haben. Ich bin froh, zur Nationalmannschaft zurückgekommen zu sein, es ist eine sehr schöne Zeit.“

Die Harmonie auf dem Feld und außerhalb fällt auf. Welchen Beitrag leisten die erfahrenen Spieler, welchen die Jüngeren?
Georg Grozer : „Es war am Anfang für die Jüngeren mit Sicherheit nicht so einfach mit den Älteren. Die hatten Respekt, und das soll auch so sein. Aber als ich gemerkt habe, dass die Jungs hart arbeiten, Ziele haben und keinen Blödsinn machen, wurde alles zwischen den Generationen entspannter und wir genießen das. Die Jüngeren bringen Energie und Wille ins Team, alle haben eine große Zukunft vor sich und die EM ist ein erster Schritt dahin. Wir Älteren versuchen, die Horde zusammen zu halten und unsere Erfahrungen weiterzugeben. Es ist schön, dass die Jungs Lukas, Michael, Marcus oder mir zuhören – das ist eine gute Kombination.“

Welchen Anteil hat Andrea Giani? Zuvor waren die Ziele in WM-Qualifikation und World League nicht erreicht worden!
Georg Grozer : „Giani hatte einen sehr schweren Start, ich kann das vollkommen nachvollziehen. Diese Mannschaft ist eine total andere als sie bei Vital Heynen war, es ist eine der jüngsten, seit ich bei der Nationalmannschaft bin. Ich finde, er war nicht unerfolgreich, auch wenn wir uns nicht qualifiziert haben. Wenn er damals nicht so gearbeitet hätte, hätten wir jetzt nicht diese Ergebnisse! Es ist einfach so, dass man zur Nationalmannschaft antanzt und dann sofort Erfolg hast. Das geht nur mit einer erfahrenen Truppe, deswegen finde ich, dass seine bisherige Leistung unglaublich ist. Wie er mit den jungen Spielern arbeitet, den Fokus und die positive Aggressivität fördert, finde ich faszinierend. Sein System nimmt Konturen an. Das Potenzial ist da, aber alles benötigt Zeit, auch den nächsten Sommer. Aber danach sollte es erfolgreich sein.“

Du hast das System Giani angesprochen. Beschreib dieses Mal!
Georg Grozer : „Er möchte, dass wir in alle Richtungen diszipliniert sind. Sowohl in der Vorbereitung, im Training als auch in den Spielen, in allen Elementen. Er möchte etwas aggressiver spielen und ich glaube, dass er noch etwas mehr Emotionen und Aggressivität von uns gegenüber dem Gegner haben möchte. Er glaubt an uns und möchte, dass wir das auch tun, um auch bei einem 0:2 noch zurückzukommen. Das ist bei uns noch ein bisschen der Fehler: Wenn es schief läuft, gehen die Köpfe runter. Und da versucht er, uns zu helfen und eine andere Mentalität beizubringen.“

Wir sind jetzt in Kattowitz, wo auch du mit WM-Bronze deinen größten Erfolg in der Nationalmannschaft gefeiert hast. Ein besonderer Ort für dich?
Georg Grozer : „Ja! Da kriege ich sofort Gänsehaut! Ich war jetzt noch nicht in der Halle (Training am 30. August ist um 14.30 Uhr, Anm. d. Red.) und bin gespannt, was für ein Gefühl das wird, wenn ich dort wieder bin. Ich hoffe, dass es ein gutes Omen ist, weil wir damals Frankreich dort geschlagen haben. Ich hoffe, dass es wieder so kommt und es unsere Glückshalle ist. Ich bin einfach glücklich, in Polen zu sein. Ich kann mich auf den Volleyball konzentrieren, bin ganz entspannt und freue mich, wenn viele deutsche Fans dabei sind. Davon lebe ich!"

Deutschlands Volleyball-Männer haben noch nie in der EM-Historie eine Medaille gewonnen…
Georg Grozer : „Das wusste ich nicht, gut zu wissen. Das ist eine neue Motivation für mich, das wäre schön, dabei zu sein, wenn man Geschichte schreibt. Jeder kennt mich: Ich glaube immer daran und habe in meiner Karriere oft das Unmögliche erlebt. Ich strebe immer eine Medaille an, es ist noch Platz in meiner Vitrine!“

 

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