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Der Modus ist ein Vorteil für uns

Beach-WM: Der Modus ist ein Vorteil für uns

25.07.2017 • Beach-WM • Autor: DVV 374 Ansichten

Vor knapp einem Jahr erklommen Laura Ludwig /Kira Walkenhorst den Beach-Volleyball Olymp und gewannen als erstes europäisches Frauen-Duo die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen. 2017 sollte das erste WM-Edelmetall her, doch nach einigen Rückschlägen und einer zerstückelten Vorbereitung suchen sie aktuell nach ihrer Bestform. Im Interview spricht Trainer Jürgen Wagner über die Probleme und Chancen, den WM-Traum doch noch wahr werden zu lassen.

Der Modus ist ein Vorteil für uns - Foto: FiVB

Aufgrund einer Schulter-OP konnte Laura Ludwig zu Beginn der Saison noch nicht voll angreifen (Foto: FiVB)

Herr Wagner, 1+1 = 3 war das Motto in Rio. Gibt es auch ein Motto bei dieser WM?

Jürgen Wagner: „Das Motto ist damals, unabhängig von den Olympischen Spielen, von unserer Sportpsychologin Anett Szigeti entwickelt worden. Daher muss man unterscheiden: Zum einen wird sich in den nächsten Tagen noch ein Motto entwickeln, das aus dem Team kommt. Zum anderen hat das Motto „1+1 = 3“ immer noch Bestand und wird uns auch bei der WM begleiten.“

Sie sind seit 2013 Trainer des Duos. Haben Sie schon einmal erlebt, dass ein Team in so einem Zeitraum so ein Verletzungspech und so viel Ausfallzeit hatte?

Jürgen Wagner: „Was das Thema schwierig macht, ist, dass es sich nicht so sehr um Verletzungen handelt. Viel öfter waren es dagegen Infekte, die dem Team Probleme bereitet haben. Bei Kira war es vor drei Jahren das Pfeiffersche Drüsenfieber und zuletzt eine bakterielle Geschichte, die dazu geführt hat, dass wir in den letzten Wochen noch pausieren mussten. Lauras Schulterverletzung zu Beginn der Saison war in dem Zeitraum ihre einzig wirkliche Verletzung. Natürlich gibt es immer wieder kleine Blessuren, aber wenn man am Limit arbeitet, kommt so etwas vor."

Wie geht es Laura und Kira so kurz vor der WM? Wie viele Prozent fehlen noch zur Top-Leistung?

Jürgen Wagner: „In Prozente kann man so etwas nicht ausdrücken. Fakt ist, dass wir zuletzt nicht optimal an unseren Elementen arbeiten konnten. Also weder an der Abstimmung noch an der Spielfähigkeit. Wir haben beim President´s Cup in Long Beach in dieser Saison zum ersten Mal richtig zusammen gespielt. Da hat man auch gemerkt, dass uns einfach ein paar Wochen fehlen. Wir hatten sechs Spiele in drei Tagen. Am dritten Tag waren die körperlichen Grenzen erreicht, aber am ersten und zweiten Tag gab es viele Lichtblicke. Wir haben in einigen Punkten sicher Defizite, aber auch Vorteile. So kommt uns der Turniermodus entgegen, und das, was wir uns in den letzten Jahren erarbeitet haben. Plus die mentale Stärke, in solchen Turnieren gut spielen zu können. Jetzt müssen wir sehen, dass wir das umgesetzt kriegen.“

Wie kann man so etwas kompensieren? Ist das überhaupt möglich?

Jürgen Wagner: „Wir werden sicherlich nicht das Niveau von Rio erreichen, da brauchen wir nicht drüber zu diskutieren. Die Frage ist: Wie können wir über das Training in den letzten Tagen und den ersten Spielen in einen Rhythmus kommen? Wir fangen ja nicht bei null an, sondern wissen, dass uns der Rhythmus fehlt. Dinge wie die Präzision, also das der Ball an genau den anvisierten Punkt fällt, brauchen einen längeren Zeitraum und sind in der kurzen Zeit nicht aufzuholen. Den Rhythmus kann man sich aber innerhalb eines Turniers erarbeiten. Wir müssen es mental richtig angehen, dann können wir alles schaffen. Und da bin ich auch optimistisch, dass wir eine gute Leistung bringen.“

Sie haben es schon gesagt. Auch in Rio kam Laura und Kira der Modus mit lediglich einem Spiel alle zwei Tage und genügend Regeneration und Gegnervorbereitung zugute. Wie sehen Sie diesbezüglich die WM?

Jürgen Wagner: „Ich denke, dass der Modus für uns ein Vorteil ist, weil wir nicht mehrere Spiele an einem Tag in einem sehr kurzen Zeitraum haben. In der Vorrunde steht maximal ein Spiel pro Tag an, wobei wir nach dem zweiten Spieltag einen Tag Pause haben. So haben wir genug Zeit zur Regeneration.“

Das Ziel nach Rio hieß ganz klar: Wir wollen eine WM-Medaille. Wie lautet das Ziel jetzt?

Jürgen Wagner: „Nach der schwierigen Phase eine Medaille zu erwarten, wäre sicherlich völlig daneben. Ich will es aber auch nicht komplett ausschließen und wäre damit auch nicht einverstanden. Grundsätzlich denke ich überhaupt nicht in Platzierungen. Den Weg sind wir auch in Rio gegangen und ganz gut damit gefahren. Wir werden versuchen, die im Moment bestmögliche Leistung abzurufen. Wenn wir das schaffen, dann haben wir aus meiner Sicht eine gute WM gespielt, egal ob es dann eine Medaille oder ein neunter Platz ist. Wenn wir aber schlecht spielen, bin ich unzufrieden. Völlig unabhängig von der Platzierung.“

Eine ähnliche Situation gab es 2012 mit Julius und Jonas, die quasi ohne gemeinsame Turniervorbereitung Europameister wurden. Ist das auch fünf Jahre später auf Welt-Ebene vorstellbar?

Jürgen Wagner: „Vorstellen kann man sich alles. Aber über so etwas denke ich einfach nicht nach. Mich interessiert nur, wie gut wir spielen. Ich beschäftige mich jeden Tag mit den Rückmeldungen, die ich aus dem ganzen Team bekomme und wir versuchen einfach, das Bestmögliche aus uns heraus zu holen.“

In Rio lauteten die Hauptgegner Brasilien und USA. Hat sich daran etwas geändert? Haben sich andere Teams ins Blickfeld gespielt?

Jürgen Wagner: „Brasilien ist in der Breite sicherlich vorne und die stärkste Nation. Aber auch die USA muss man auf dem Zettel haben. In Europa haben wir sowieso sehr starke Teams. Allen voran die deutschen Teams, die Schweiz ist dabei. Eine Woche vor der WM schlagen die Russinnen mit Barbara/Fernanda ein brasilianisches Top-Team. Ein Duo wie Bawden/Clancy aus Australien kann für eine Überraschung sorgen und auch die Kanadierinnen Pavan/Humana-Paredes spielen sehr konstant und auf einem hohen Niveau.“

Anders als bei Olympia gibt es keine Quote mit maximal zwei Teams pro Nation, sondern vier. Heißt das, Weltmeister zu werden, ist schwerer als der Olympiasieg?

Jürgen Wagner: „Bei dieser WM bin ich nicht der Überzeugung, weil wir meiner Meinung nach im Gesamtniveau bei den Top-5 Teams nicht die Leistungsstärke von Rio haben. Dies ist ein Jahr nach Olympia aber völlig normal. Dort hatte ich fünf Teams auf dem Zettel, die um die Medaillen spielen konnten, weil sie alle auf ihrem Maximum-Level waren, was in Wien nicht der Fall ist. Es sind viele Teams, die sich neu gebildet haben und erst einmal finden müssen. Auch bei uns sind die Voraussetzungen schlechter als im Vorjahr. Und es gibt im Moment noch kein “Überteam“, das alle schlagen wird.“

Wie schätzen Sie die Vorrunde ein?

Jürgen Wagner: „Wir werden die ersten Spiele im athletischen Bereich so begleiten, dass wir nicht am Freitag gegen Marokko „über“ das Netz springen und ein paar Tage später völlig erschöpft sind. Der Kopf wird aber trotzdem der entscheidende Faktor sein. Wenn wir allein schon die Spiele gegen Mahassine/Zeroual und Glenzke/Großner nicht mit der nötigen Spannung angehen, dann werden wir Probleme bekommen. Wir müssen uns auf jeden einzelnen Gegner klar fokussieren, dann bin ich überzeugt, dass wir gewinnen."

 

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