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BR Volleys spielen um Bronze

Champions League: BR Volleys spielen um Bronze

29.04.2017 • Champions League • Autor: Christof Bernier 1533 Ansichten

Zwei Sätze lang war vor 9.000 Zuschauern im Palalottomatica durchaus etwas möglich gegen den Titelverteidiger Zenit Kasan. Im Halbfinale des CEV Champions League Final Four unterlagen die Berlin Recycling Volleys dem Topfavoriten aus Russland aber letztlich klar mit 0:3 (21:25, 22:25, 13:25). Damit spielt der Deutsche Meister am Sonntag (30. April um 16.00 Uhr) gegen Gastgeber Sir Safety Perugia oder Cucine Lube Civitanova um die Bronzemedaille der Königsklasse. Die Italiener ermitteln in diesen Stunden den zweiten Finalisten.

BR Volleys spielen um Bronze - Foto: BR Volleys

Foto: BR Volleys

Kapitän Robert Kromm , Ruben Schott, Paul Carroll, Tsimafei Zhukouski, Graham Vigrass, Aleksandar Okolic und Libero Luke Perry durften sich gegen das Starensemble aus Russland von Beginn an bewiesen.

Superstar Wilfredo Leon setzte mit einem erfolgreichen Hinterfeldangriff das erste klare Zeichen in Richtung Kromm und Co, die sofort wussten, wo die Reise hingehen sollte: Der Druck der Russen in Aufschlag und Angriff war gewaltig. Dennoch fanden die Berliner gut ins Spiel, konnten sich dank stabiler Annahme um Perry immer wieder behaupten und zeigten selbst schöne Aktionen wie z.B. Zhukouski mit einem abgezockten Leger (6:8, 10:12). Die Zielspieler aufseiten Kasans waren schnell gefunden: Es ging fast ausschließlich über die sprunggewaltigen Leon, Matthew Anderson und Maxim Mikhailov - und das mit Erfolg. Der Block gegen Carroll bedeutete den klaren Rückstand zur zweiten technischen Auszeit (12:16) Serniotti vollzog den Doppelwechsel, Sebastian Kühner und Wouter ter Maat kamen ins Spiel und so neue Energie (17:19). Eine Aufschlagserie von Anderson entschied dann den ersten Satz zugunsten des Favoriten, Serniotti nahm den Rückwechsel vor und Leon erschmetterte mit seinem bereits neunten Punkt fünf Satzbälle für Zenit (19:24). Ein Carroll-Service ins Aus besiegelte Durchgang eins (21:25).

Die BR Volleys stemmten sich weiter bravourös gegen die wohl athletischste Mannschaft der Welt und hatten einen ganz starken Kromm in ihren Reihen (3:1). Kasan ließ sich jedoch von absolut Nichts beeindrucken und blieb konzentriert (6:8). Angetrieben von Kromm legte der Deutsche Meister zur Satzmitte einen ganz starken Zwischenspurt hin. Der Kapitän punktete aus der Abwehr zum Break und ließ ein Ass folgen. Plötzlich lag der Außenseiter vorn (15:13). Das nächst große Ausrufezeichen setzte Okolic mit dem Block gegen Überflieger Leon (20:19). Die Serniotti-Schützlinge präsentierten sich auf Augenhöhe und schnupperten am Satzgewinn (22:22). Die Option auf einen langen Fight, in den die Berliner die Russen gern gezwungen hätten, lag kurzzeitig in der Luft. Doch dann war Leon mit seinen brachialen Aufschlägen zur Stelle und entschied auch den zweiten Spielabschnitt für die Russen (22:25).

Auf dem Weg zum Finale war die Mannschaft von Trainerveteran Vladimir Alekno nun kaum noch aufzuhalten. Die BR Volleys konnten dem Druck in der Annahme nicht mehr standhalten und gerieten früh deutlich ins Hintertreffen (3:8, 5:12). Es fiel den Männern in den schwarzen Auswärtstrikots schwer, den Kopf oben zu behalten, zu übermächtig waren die Russen in dieser Phase (7:17). Die letzten Berliner Glanzpunkte im Halbfinale setzten der ebenfalls eingewechselte Felix Fischer mit einem Ass sowie Kühner und Vigrass per Block (13:21). Grund für den lautstarken Berliner Fanblock seine Helden noch einmal gebührend zu feiern. Nach 86 Spielminuten war es dann passiert: Artem Volvich machte wenig später den verdienten Finaleinzug für Kasan perfekt (13:25).

Ein sehr starker Robert Kromm haderte mit den kleinen Chancen, die die BR Volleys durchaus hatten: "Ein bisschen enttäuscht bin ich schon, denn wir haben phasenweise sehr gut mitgespielt. Wir waren im zweiten Satz ganz dicht dran, aber dann packt eben ein Weltklasse-Spieler wir Leon im richtigen Moment zwei Asse aus. Wir versuchen das jetzt natürlich schnellstmöglich abzuhaken. Wir haben jetzt etwas mehr Regenerationszeit als unser Gegner. Ich hoffe, dass die Italiener jetzt über fünf Sätze gehen müssen und wir uns dann noch die Medaille schnappen können."

Felix Fischer war derselben Meinung wie sein Kapitän, glaubt in seinem morgigen letzten Champions-League-Spiel trotz der deutlichen Niederlage noch an Edelmetall: "Wir haben zwei Sätze sehr gut mitgehalten und im dritten war dann früh die Luft raus. Wir hätten uns alle gern noch etwas länger an diesem Gegner gemessen, aber man muss die Klasse von Zenit einfach anerkennen. Nun müssen wir dieses Match schnell vergessen und noch einmal den Spirit zeigen wie vor zwei Jahren beim Heim-Final-Four, denn Bronze würden wir gern mitnehmen." Gegen wen die Berliner am Sonntag um 16.00 Uhr antreten, entscheidet sich in diesen Minuten im zweiten Halbfinale zwischen Lube und Perugia.

 

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