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Nach Nervenschlacht im FINALE

Bundesligen: Nach Nervenschlacht im FINALE

21.04.2017 • Bundesligen • Autor: Christof Bernier 287 Ansichten

Kollektiver Freudentaumel bei den BR Volleys - der Finaleinzug um die Deutsche Meisterschaft ist perfekt! Die Berliner setzten sich vor 3.691 Zuschauern im alles entscheidenden Playoff-Halbfinale mit 3:2 (25:23, 30:28, 19:25, 24:26, 15:10) gegen die United Volleys Rhein-Main durch, die damit zum zweiten Mal nach ihrem Aufstieg den Bronzerang belegen. Am Donnerstagabend hatte Cheftrainer Roberto Serniotti ein glückliches Händchen und wechselte mit "Sports&Travel MVP" Sebastian Kühner sowie Steven Marshall und Wouter ter Maat die Helden dieses Abends von der Bank ein.

Nach Nervenschlacht im FINALE - Foto: Eckhard Herfet

Foto: Eckhard Herfet

Für die BR Volleys sollten es aber zunächst Diagonalangreifer Paul Carroll, im Mittelblock Aleksandar Okolic und Graham Vigrass, Zuspieler Tsimafei Zhukouski, im Außenangriff Robert Kromm und Ruben Schott sowie Libero Ruben Schott richten.

Wie schon vor vier Tagen präsentierte sich die Block-Abwehr der Uniteds vorerst unüberwindbar (5:6) und auch eine frühe Auszeit von Serniotti änderte daran nichts. Im Gegenteil, die Hessen legten mit Routinier Bauer am Service gewaltig vor (8:13). Serniotti korrigierte früh seine Formation, wechselte erst Marshall für Schott ein und als auch das keine Wirkung zeigte (12:18), kamen Kühner und ter Maat ins Spiel. Schlagartig nahm das Berliner Team Fahrt. Die BR Volleys agierten stabiler in der Annahme und variabler im Angriff. Nach Aufschlagserie des starken Marshall lagen die Hauptstädter plötzlich vorn (21:20). So wurde es gleich im ersten Satz nervenaufreibend, wobei zwei leichte United-Fehler von Reichert und Dünnes den Volleyballtempel aufatmen ließen (25:23).

Dem Gegner Vorsprung lassen, das tun Kromm und Co. in dieser Saison bekanntlich häufiger - so auch im zweiten Durchgang (5:8). Aber auf die Power von der Bank war in diesen kräftezehrenden Wochen weiter Verlass. Marshall und Kühner spielten sich verstärkt in den Fokus und schlugen jeweils das Ass (10:10). Obwohl der Zuspieler seine Mittelblocker immer wieder perfekt in Szene setzte, blieb es ein ausgeglichenes Playoff-Halbfinale (15:15). In der Endphase beendete erst der Kapitän Kromm eine lange Rallye zum ganz wichtigen Punktgewinn, dann setzte Marshall einen fulminanten Angriff oben drauf (23:20). Berlin vergab die erste Chance auf den Satzgewinn und so waren anschließend gleich vier Mal die Frankfurter im Vorteil. Hauchdünn waren die Gäste am Satzausgleich, aber Kühner pustete einmal kräftig durch, um dann anschließend zur 2:0-Führung zu blocken (30:28).

Die Geschichte von Satz drei ist schnell erzählt. Während sich die BR Volleys eine unerklärliche Auszeit nahmen, trumpfte der CEV-Cup Halbfinalist groß auf. Bester Beleg: Nach verunglücktem Zimmermann-Zuspiel wechselte Krick im Sprung die Hand und mogelte den Ball mit links am Berliner Block vorbei (6:10, 10:16). Einzig erfreuliche Nachricht aus dem dritten Spielabschnitt: Felix Fischer kam zu seinem umjubelten Einsatz im 507. Spiel für den Hauptstadtclub (12:20). Zwar sammelten die Berliner noch einige Breaks, doch da war der Rückstand bereits aussichtlos. Die Uniteds verkürzten verdient auf 1:2 (19:25).

Nun war es an der Zeit, die Konzentration wieder hochzufahren und das gelang dem Deutschen Meister - erstmals legten Kromm und Co in einem Satz vor (8:5). Nach Kühner-Ass waren es vier Punkte Vorsprung, die vorerst mit einem äußerst treffsicheren Niederländer ter Maat verteidigt wurden(14.10, 18:14). Die nimmermüden Gäste waren so leicht jedoch nicht klein zu bekommen und kämpften sich wieder heran (22:22). Dennoch hatten die BR Volleys den ersten Ball zum Finaleinzug. Nach Marshalls Aufschlag ins Netz, wackelte die Annahme um Perry und Kromm versagten die Nerven im Angriff. So musste der Tiebreak her (24:26).

Glücklicherweise ist mittlerweile europaweit bekannt, dass die BR Volleys Tiebreaks können und mit diesem Selbstverständnis begannen sie auch. Eine atemberaubende Perry-Abwehr war die Initialzündung, woraus die so wichtige Führung resultierte(6:1). Kühner legte nach dem Seitenwechsel noch einen direkt verwandelten zweiten Ball nach (9:3) und obwohl die Euphorie beim "7. Mann" groß war, saugten sich die Uniteds wieder heran (12:10). Dann trat Marshall an die Aufschlaglinie und Kromm erlöste Mannschaft und Fans mit einem Einer-Block gegen Dünnes (15:10) - Finale!

Roberto Serniotti gab sich im Anschluss fast schon gewohnt staatsmännisch: "Es war das würdige Ende dieser knappen Serie. Die Uniteds haben noch einmal alles aus sich herausgeholt. Die Fans haben das Comeback im ersten Satz ermöglicht. Den durften wir auf keinen Fall abgeben. Am Ende haben Erfahrung und Teamgeist uns den Sieg gebracht. Ich gratuliere Frankfurt zu einer famosen Saison und dem Bronzerang."

Ein stolzer MVP Sebastian Kühner war sichtlich erleichtert: "Am Ende ist der Sieg alles was zählt. Erst im fünften Satz waren wir wirklich konstant, zuvor ein Auf und Ab. Nach der Niederlage war der Druck natürlich hoch, gerade als Favorit kann das schon verunsichern. Ich bin stolz auf das Team und dessen Nervenstärke. Die nächsten Wochen sollten wir genießen. Uns stehen noch ganz große Spiel bevor." Eines davon ist das einzige Heimspiel in der auf drei Spiele verkürzten Finalserie gegen den VfB Friedrichshafen. Am 03. Mai um 19.30 Uhr empfängt der Deutsche Meister den Pokalsieger. Tickets sind bereits erhältlich: http://bit.ly/BRVvsVFB-tickets

 

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