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"Wir müssen den Spagat meistern"

Bundesligen: "Wir müssen den Spagat meistern"

06.04.2017 • Bundesligen • Autor: Christof Bernier 460 Ansichten

Das jüngste Erfolg der BR Volleys in der Champions League ist noch keine 24 Stunden alt und schon wirft das nächste große Heimspiel seinen Schatten voraus. Am Samstag (08. April um 18.30 Uhr) empfangen die Berliner die United Volleys Rhein-Main zum ersten Playoff-Halbfinale. Trotz der Achtungserfolge auf der europäischen Bühne will man beim Hauptstadtclub keinesfalls den Fokus auf das große nationale Ziel verlieren, betont Manager Kaweh Niroomand.

"Wir müssen den Spagat meistern" - Foto: Eckhard Herfet

Kaweh Niroomand (Foto: Eckhard Herfet)

Kaweh, hast Du schon Zeit gefunden, den gestrigen Abend zu verarbeiten?

Kaweh Niroomand: Das war einmal mehr sehr emotional, sowie alle unsere Champions-League-Heimspiele in dieser Spielzeit. Diesen Sieg kann uns keiner mehr nehmen, ganz gleich, was in Moskau passiert. Bei aller Königsklassen-Euphorie dürfen wir aber unser wichtigstes Ziel, die Titelverteidigung der Meisterschaft nicht aus den Augen verlieren. Darum erwarte ich von der Mannschaft, dass wir die gestrige Leidenschaft auch in den Bundesliga-Playoffs zeigen. Andernfalls sind wir ganz schnell draußen und gehen ohne einen Titel aus der Saison.

Du hast Dich zuletzt kritisch über die Verkürzung der bevorstehenden Halbfinalserie geäußert. Warum hältst Du diese Maßnahme für wenig sinnvoll?

Niroomand: Die Playoffs sind die Highlight-Spiele einer Saison. Es treffen die besten Mannschaften der Liga aufeinander. Für die Zuschauer, die Verbreitung der Sportart und unserer Marke sind diese Duelle von ganz besonderer Bedeutung. Deshalb kann die Verkürzung nicht in unserem Sinne sein, auch wenn es terminlich vor dem Hintergrund des internationalen Kalenders sicherlich eine schwierige Aufgabe darstellt.

Worauf wird es nun im Playoff-Halbfinale gegen Frankfurt ankommen?

Niroomand: Die United Volleys Rhein-Main sind eine klasse Mannschaft. Der Kader existiert in dieser Form schon fast seit zwei Jahre lang und ist somit bestens eingespielt. Es stehen zahlreiche aktuelle und ehemalige Nationalspieler in ihren Reihen, von daher wird das für uns einmal mehr eine enorme Herausforderung. Auf den vergangenen Siegen können wir uns nicht ausruhen, diese haben lediglich statistischen Wert.

Wie bewertest Du die Leistungen der Uniteds im CEV-Cup?

Niroomand: Im ersten Jahr auf der internationalen Bühne gleich in ein Halbfinale einzuziehen, ist eine ganz starke Leistung. Letztlich hat ihnen vielleicht ein wenig die Routine gefehlt, andernfalls hätten sie durchaus die Chance auf das Finale gehabt. Es zeigt, dass die Bundesliga - zumindest in der Spitze - europaweit absolut konkurrenzfähig ist. Ein Verein im Halbfinale des CEV-Cups und einer im Playoff-Six der Champions League, das können nicht viele Nationen bieten. Aber leider wird in der Vermarktung zu wenig daraus gemacht.

Siehst Du das Projekt in Frankfurt insgesamt auf dem richtigen Weg?

Niroomand: Ja, wir haben zu den Verantwortlichen dort einen engen Kontakt und tauschen uns regelmäßig aus. In der Klubführung sind Personen am Werk, die von Unternehmensaufbau und -führung wirklich etwas verstehen. Das ist nicht bei allen Sportvereinen selbstverständlich und lässt mich für die Zukunft hoffen. Ich würde mir wünschen, dass man in Frankfurt einen langen Atem beweist und sich von alltäglichen Problemen nicht frustrieren lässt.

Apropos Kontinuität: Mit Haching meldet sich ein großer Name zurück in der Bundesliga!

Niroomand: Wenn in Haching tatsächlich wieder etwas aufgebaut wird, ist das eine sehr gute Nachricht für den Volleyball in Deutschland. Die Bayern waren immer führend und mit ihrem Ausscheiden hat unsere Liga eine wichtige Säule verloren. Ich habe die damalige Entscheidung, trotz aller Konkurrenz, sehr bedauert und dies den Verantwortlichen auch persönlich mitgeteilt. Umso mehr würde es mich freuen, wenn der Verein nun dauerhaft zurückkommt und die Bundesliga damit bereichert.

Zum Playoff-Halbfinale tauschen die BR Volleys gemeinsam mit Titelsponsor Berlin Recycling wieder Tickets gegen Altpapier. Für 3 kg Altpapier erhalten fleißige Papiersammler eine Freikarte und unterstützen damit gleichzeitig die Initiative "Zeichen setzen für den Nachwuchs!" Alles Informationen zu dieser Aktion gibt es auf www.zeichen-setzen.berlin

 

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