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Die Comeback-Könige schlagen wieder zu

Champions League: Die Comeback-Könige schlagen wieder zu

06.04.2017 • Champions League • Autor: Christof Bernier 730 Ansichten

Die Berlin Recycling Volleys und ihre Fans feierten am Mittwochabend den nächsten sensationellen Tiebreak-Erfolg. Vor 5.311 frenetischen Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle gelang den Berlinern auch gegen Dynamo Moskau eine fulminante Aufholjagd. Im Hinspiel des Playoff-6 der CEV Champions League drehte der Deutsche Meister ein verloren geglaubtes Spiel gegen die "Russischen Riesen" in einen 3:2-Sieg (23:25, 22:25, 25:18, 25:19, 15:10) und darf somit weiter vom Final Four in Rom träumen.

Die Comeback-Könige schlagen wieder zu - Foto: Eckhard Herfet

Foto: Eckhard Herfet

Cheftrainer Roberto Serniotti hat pünktlich zum heißen Saisonendspurt seine Stammformation gefunden und bot auch gegen Moskau Aleksandar Okolic und Graham Vigrass im Mittelblock, Diagonalangreifer Paul Carroll, Tsimafei Zhukouski als Zuspieler, die Außenangreifer Robert Kromm und Ruben Schott sowie Libero Luke Perry von Beginn an auf.

Dynamo zeigte nur kurz Anpassungsschwierigkeiten im Volleyballtempel und hielt die BR Volleys zunächst abgebrüht in Schach. Früh zeigte sich aber, dass einer in Orange an diesem Abend viel vor hatte: Paul Carroll. Der "Man from Downunder" glänzte in der Abwehr, schmetterte präzise und lieferte anschließend ein Ass (10:8). Kapitän Kromm legte sofort eine Aufschlagserie nach und beim Favoriten lagen die Nerven kurzzeitig blank (Rot für Kapitän Grankin 14:9). Aber die mit russischen Nationalspielern gespickte Mannschaft meldete sich pünktlich zur Crunchtime zurück (20:20). Serniotti brachte per Doppelwechsel Sebastian Kühner und Wouter ter Maat ins Spiel. Die Berliner agierten jedoch glück- und kopflos und gaben Satz eins ab (23:25).

Dynamo erwies sich weiter als der erwartet schwere Brocken. Durchschlagskräftig und stark im Block legte das Team von Trainer Yury Marichev immer wieder vor (6:8, 12:14). Mit Steven Marshall als Verstärkung in der Annahme und guter Blockarbeit durch Vigrass und Okolic glichen die Berliner aus (20:20). Wieder tätigte Serniotti den Doppelwechsel zum Satzende, wieder schlug sich der Deutsche Meister quasi selbst (22:25).

Kromm kehrte nun zurück und mit stoischer Gelassenheit blieb das Starensemble auf der anderen Netzseite seiner Linie treu (3:5). Spätestens jetzt waren die Comeback-Qualitäten der BR Volleys gefragt: Schott servierte gefährlich und Perry und Co. warfen sich in der Abwehr in jeden Ball (12:8). Es keimte Hoffnung auf beim "7. Mann", weil die Berliner jetzt konsequent am Drücker blieben (15:10). Als die russische Gegenwehr wieder zunahm, waren erst Kromm (20:16) und dann Okolic (23:17) im Block zur Stelle. Der Serbe platzierte dann auch den Ball zum 1:2-Anschluss (25:19).

Früh in Satz vier kam Felix Fischer unter tosendem Applaus des Berliner Publikums zu seinem letzten Champions-League-Heimspiel. Mit dem Urgestein auf dem Feld und Zhukouski am Aufschlag nahmen die Serniotti-Schützlinge sofort wieder Rhythmus auf (8:7). Der Australier Carroll strotzte vor Selbstvertrauen und ließ sich von Nichts und Niemandem aus der Bahn werfen - Punkt um Punkt sammelte der Co-Kapitän (16:11). Sein Block sorgte für die Vorentscheidung (22:14) und sein Ass setzte dem Ganzen die vorläufige Krone auf (25:18). Die russischen Riesen wankten und Berlin bekam den nächsten Tiebreak 2:2!

Die Sternstunde von Carroll hielt an und Moskau fand kein Mittel mehr gegen die Nummer zwölf im BR Volleys-Trikot (3:0, 8:5). Nach dem Seitenwechsel legte Zhukouski im Block nach und Fischer servierte ein Ass dazu (10:5). Diese Führung wurde nicht mehr aus der Hand gegeben und selbstverständlich beendete der umjubelte Matchwinner Carroll das Spiel (15:10).

Der Australier gab das Lob direkt an sein Team weiter: "Ausschlaggebend für den Sieg war am Ende die Aufschlagqualität. Die Russen schwächelten und wir entwickelten großen Druck. Das gab uns Rhythmus und der ist im Volleyball bekanntlich wichtig. In der Block-Abwehr haben wir dann als Team großartig gekämpft und uns am Ende belohnt." Und auch Manager Kaweh Niroomand sprach im Anschluss von einem besonderen Spirit: "Ein sensationeller Sieg. Ehrlich gesagt habe ich damit kaum noch gerechnet. Heute war die Moral aus dem Triple-Jahr erkennbar. Die Einstellung und das Kämpferherz sind zurück. Die Atmosphäre vor dieser Kulisse tat dann ihr Übriges. Die Spieler dürfen stolz sein."

Doch noch können sich die Hauptstädter von diesem Achtungserfolg nichts kaufen, zu groß ist die Gier nach der Final-Four-Teilnahme. Bevor die BR Volleys nun aber der nochmals weitaus schwereren Herausforderung im Rückspiel in Moskau gegenüberstehen, wollen Carroll und Co. in der Volleyball Bundesliga an diesen Sieg anknüpfen. Bereits am Samstag (08. April um 18.30 Uhr) trifft man im ersten Playoff-Halbfinale auf die United Volleys Rhein-Main.

Tickets für den nächsten Saisonhöhepunkt der BR Volleys gibt es auf www.br-volleys.de/ticketshop

 

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