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Die Trümpfe aus der Hand gegeben

Bundesligen: Die Trümpfe aus der Hand gegeben

05.03.2017 • Bundesligen • Autor: Christof Bernier 474 Ansichten

Auch im vierten Aufeinandertreffen der laufenden Saison schafften es die Berlin Recycling Volleys nicht, den VfB Friedrichshafen niederzuringen. Am letzten Spieltag der Bundesliga-Hauptrunde unterlagen die Berliner am Bodensee in einem packenden Spiel mit 2:3 (24:26, 25:22, 25:18, 22:25, 10:15) und müssen sich so mit dem zweiten Tabellenplatz begnügen. Im Tiebreak aussichtsreich in Führung liegend gab das Team von Cheftrainer Roberto Serniotti das Match noch aus der Hand.

Die Trümpfe aus der Hand gegeben - Foto: Eckhard Herfet

Foto: Eckhard Herfet

Der Italiener baute gegenüber der Champions-League-Pleite am Mittwoch in der ZF Arena wieder auf die Erfahrung von Felix Fischer im Mittelblock. Neben ihm starteten Robert Kromm , Graham Vigrass, Ruben Schott, Tsimafei Zhukouski, Wouter ter Maat und Luke Perry.

Die Berliner begannen energiegeladen und verbuchten durch Vigrass früh verheißungsvolle Punktgewinne (Block und Ass). Weil sich aber auch der Fehlerteufel einschlich, hechelte man im ersten Durchgang stetig hinterher (4:6, 10:12). Obwohl die Achse Zhukouski-ter Maat nicht so Recht in Fahrt kam, schafften die Hauptstädter es zweimal zurückzukommen (16:16, 23:23). So ging es schon im ersten Durchgang - wie so oft in den Duellen beider Teams - in die Satzverlängerung. Die Häfler bewiesen in Person von Sossenheimer einmal mehr Nervenstärke, der Nationalspieler blockte gegen ter Maat (24:26).

Die BR Volleys hatten weiter Probleme im Service, die das Spiel der Männer von Roberto Serniotti hemmten (7:8). Schiedsrichter Mattner hatte zahlreiche schwere Entscheidungen zu fällen, die dieses Mal zu Ungunsten der Gäste ausfielen (13:16). Wieder war das Kämpferherz geweckt und plötzlich funktionierten auch die Aufschläge (20:19). Nun gaben die Männer in Schwarz auf der Platte und der "7. Mann" auf den Rängen den Ton an - Schott und Vigrass erzielten die ganz wichtigen Breakpunkte und ein Aufschlagfehler des eingewechselten Tomas Kocian brachte den Satzausgleich (25:22).

Berlins Volleyballteam Nr. 1 nahm den Schwung mit und legte im dritten Durchgang dank starker Abwehr von Perry erstmals vor (8:5). Stabilität in der Annahme gepaart mit der nötigen Lockerheit ließ die Gäste den Vorsprung souverän verwalten (16:13). Der Druck im Aufschlag stimmte und Zhukouski ging mit viel Selbstvertrauen voran - sein Leger brachte die Vorentscheidung im Dritten (21:16). Fischer verwandelte den zweiten Satzball zum 2:1 (25:18).

Die Häfler erhöhten jetzt das Risiko am Aufschlag, was zahlreiche Fehler zur Folge hatte. Berlin hatte mit Diagonalangreifer ter Maat einen verlässlichen Punktesammler und war auf der Siegerstraße (8:5). Auch von einem kurzzeitigen Bruch im eigenen Spiel ließ der Deutsche Meister sich zunächst nicht aus der Ruhe bringen (15:16) und holte sich den Vorteil zurück (18:17). In einem Satz auf Augenhöhe unterliefen dann Youngster Schott zu viele kleine Fehler, sodass Georg Klein den Ball zum 2:2-Ausgleich ins Feld drückte (22:25).

Es folgte also der absolute Showdown - die Entscheidung über Platz eins im Tiebreak des letzten Hauptrundenspiels. Ein gefährlicher Schott-Aufschlag und eine reaktionsschnelle Abwehr von Zhukouski brachten den Hauptstadtclub früh in Führung (3:0). Die Berliner hielten alle Trümpfe in der Hand (6:3), doch es kam zum unerklärlichen Einbruch. Acht Aufschläge von Mustedanovic sorgten für die Entscheidung (6:12). Unter anderem blieben sowohl ter Maat als auch der eingewechselte Paul Carroll an Protopsaltis im Block hängen und die Niederlage war nicht mehr abzuwenden (10:15).

Ex-Bundestrainer Vital Heynen war begeistert von der Einstellung seiner Männer: "Wir haben großartig gekämpft. So einen Tiebreak habe ich auch noch nicht gesehen. Man muss ehrlich sagen, dass in diesen Duellen auch immer das Quäntchen Glück entscheidend ist. Das hatten wir jetzt viermal auf unserer Seite." Nach der mehr als unnötigen Niederlage war Kapitän Robert Kromm hingegen sichtlich niedergeschlagen, zog aber auch Positives aus dem Spiel: "Wir haben in Friedrichshafen teilweise dominiert, das war wichtig für das Selbstvertrauen. Dass du hier dann so verlierst, ist mental natürlich schwierig zu verdauen. Der Hänger im fünften Satz entscheidet dieses Spiel. Das darf uns einfach nicht passieren. Wir sind in den direkten Duellen mit dem VfB eigentlich auf dem richtigen Weg. Wir werden versuchen, uns da raus zu kämpfen und es noch besser zu machen, wenn wir uns im Saisonverlauf noch einmal wiedersehen." Bis dahin ist es aber ein steiniger Weg, der mit dem Playoff-Auftakt am 18. März um 18.30 Uhr im heimischen Volleyballtempel beginnt.

 

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