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Ein anderes Gesicht des Starensembles

Champions League: Ein anderes Gesicht des Starensembles

02.03.2017 • Champions League • Autor: Christof Bernier 304 Ansichten

Am letzten Spieltag der Gruppenphase in der CEV Champions League reisten die Berlin Recycling Volleys zum italienischen Tabellenführer Cucine Lube Civitanova. Anders als noch im Hinspiel mussten die Berliner die bestechende Form des europäischen Topteams anerkennen und unterlagen klar mit 0:3 (14:25, 23:25, 15:25). Trotz der Niederlage beendet der Deutsche Meister eine ganz starke Gruppenphase in der Königsklasse als bester Zweiter aller Mannschaften.

Ein anderes Gesicht des Starensembles - Foto: Eckhard Herfet

Foto: Eckhard Herfet

Cheftrainer Roberto Serniotti schickte im Kampf um den Gruppensieg in Civitanova Robert Kromm , Graham Vigrass, Aleksandar Okolic, Ruben Schott, Tsimafei Zhukouski, Wouter ter Maat und Luke Perry auf die Platte.

Die vor Selbstvertrauen strotzenden Gastgeber zogen von Beginn an ihr kraft- und druckvolles Spiel auf und ließen auch im Sideout nichts anbrennen (5:8). Zwar holten sich die Berliner mit Zhukouski am Aufschlag schnell zwei Breakpunkte zurück, aber der Druck auf die Annahme der Hauptstädter war immens. Ganz anders als noch im Hinspiel trafen Superstar Osmany Juantorena und Co. nahezu jeden Aufschlag und dominierten den ersten Satz (11:16). Neben dem eingebürgerten Kubaner erwischte auch der zweite in Berlin noch schwächelnde Hauptangreifer Lubes einen bärenstarken Tag, Tsvetan Sokolov punktete fast nach Belieben (14:23). Nachdem ter Maat geblockt wurde, blieb der erste Durchgang verdient in Italien (14:25).

Im zweiten Spielabschnitt schlug der Deutsche Meister dem italienischen Tabellenführer zunächst mit seinen eigenen Waffen, den Aufschlägen (7:5), aber eine erfolgreiche Challenge von Heimtrainer Blengini wendete das Blatt (8:9). Nun wackelte der Annahmeriegel wieder gewaltig und Serniotti wechselte den erst 19-jährigen Egor Bogachev ein - Feuertaufe für den Jugendnationalspieler bei einer der besten Mannschaften der Welt - brachte vorerst auch nicht die erhoffte Sicherheit ins Spiel der Gäste (9:16). Bis zum Satzende sammelten die BR Volleys zwar noch einige Breakpunkte, doch sie sahen sich trotzdem sechs Satzbällen gegenüber (18:24). Routinier Felix Fischer war mittlerweile auf dem Feld und die verletzungsgebeutelten Berliner zeigten große Moral. Nach einem Vigrass-Block waren fünf Satzbälle entschärft, aber dann bewies Sokolov seine ganze Klasse und schlug knallhart die Linie herunter (23:25).

Jetzt waren die 15 mitgereisten Fans des "7. Mann" gefordert und kämpften lautstark gegen die unterhaltsamen Fangesänge und die unsportliche Feuerwehrsirene, die regelmäßig bei Aufschlägen und Zuspielen der Männer in Orange eingespielt wurde, an. Nachdem der Start in Satz drei misslang (1:5), zog Serniotti seinen letzten Pfeil aus dem Köcher: Paul Carroll kam für ter Maat. Der amtierende Europacupsieger wehrte sich nach Kräften, aber mit Clemen Cebulj hatte Lube einen weiteren glänzend aufgelegten Außenangreifer, der allein fünf Asse schlug (8:16). Es ging dahin, weil auch der Block um Kapitän Dragan Stankovic auftrumpfte (14:24). Micah Christenson verwandelte den zweiten Matchball gekonnt per Zuspiel-Finte (15:25).

Auch wenn die BR Volleys nicht ihren besten Tag erwischten, mussten sie die Leistung der Italiener letztlich neidlos anerkennen. So zollte Mittelblocker Fischer dem Kontrahenten Respekt: "Ihre Qualität im Aufschlag war heute erdrückend. Darauf hatten wir keine passenden Antworten. Als wir endlich im Spiel waren, brachte uns die erfolgreiche Challenge im zweiten Satz aus dem Rhythmus. Da haben wir zwar Kampfgeist gezeigt, gereicht hat es aber nicht. Wir kamen nicht an unseren Leistungszenit heran, aber Civitanova war schlichtweg richtig stark." Am Sonntag (5. März um 14.30 Uhr) können die Berliner wieder ein anderes Gesicht zeigen, dann misst man sich mit dem heute aus der Königklasse ausgeschiedenen VfB Friedrichshafen um Platz eins der Bundesliga-Hauptrunde.

 

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