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Schwaig mit Super-Auftritt für die Vereinschronik

2. Bundesligen: Schwaig mit Super-Auftritt für die Vereinschronik

08.01.2017 • 2. Bundesligen • Autor: Rolf Müller 342 Ansichten

Alle Spitzenteams, ausgenommen die Schwaiger mussten Federn lassen, und die unerwartete 0:3-Niederlage des VC Oshino Eltmann in Schwaig war nur der Höhepunkt im Festival der Überraschungen. Wer bei Sportwetten diese Ergebnisse vorausgesagt hätte, wäre sicher mit dem Hundertfachen seines Einsatzes bedacht worden. Nur das 3:0 der Dresdner gegen die zuletzt mit einer Siegesserie auftrumpfenden Freiburger war keine große Überraschung.

Schwaig mit Super-Auftritt für die Vereinschronik - Foto: VC Eltmann / Oshino Volleys Eltmann

Foto: VC Eltmann / Oshino Volleys Eltmann

Da alle Mannschaften der oberen Tabellenhälfte, ausgenommen Schwaig, Federn lassen mussten, dürfte dieser Spieltag als Wundertütenfestival in die Bundesligaanalen eingehen.
Vor einer Rekordkulisse von mehr als 700 Fans, die Hans Simon-Halle, genannt "Gelbe Hölle" platzte aus allen Nähten, machten die Schwaiger mit Kapitän Tafelmayer die Ankündigung in der Spieltagszeitung wahr, dass Spieler und Trainer Jozef Janosik, im Vorjahr noch in Diensten des VC Eltmann, den Derby-Gästen einen "unvergesslich gelben Tanz" präsentieren wollten.
Gleich im ersten Satz legte Schwaig los, führte 4:0, bevor Johnny Engel den ersten Eltmanner Punkt markieren konnte. Doch es sollte nicht sein Abend werden, ebensowenig wie für alle Eltmanner Spieler.

Milan Maric, angesichts der Katastrophe fast sprachlos, konstatierte: "Wir haben heute keinen einzigen "Dankeschön-Ball" untergebracht." Doch nicht nur das, sondern eine überdurchschnittliche Fehlerquote bei den Aufschlägen waren für die empfindliche Niederlage im "Gigantentreffen" der Staffel Süd eine zumindest teilweise Erklärung, die die in dieser Dimension nicht erwartete Niederlage begründeten.
In zwei der drei Sätzen besorgten die Eltmanner durch Aufschlagfehler selbst ihren Untergang.
Doch nun zum ersten Satz, in dem Schwaig über die Stationen 8:5, 13:8 und 14:10 ständig führte. Aber die Oshinos Eltmann wären nicht der Tabellenführer, wenn sie nicht nochmals angreifen könnten.

Nach einem Super-Ballwechsel mit dem 15:14 für Schwaig und tosendem Beifall, gingen die Oshinos nach einem Nowak-Aufsteiger mit 17:18 erstmals in Führung. Es wurde spannend, denn Thiago Welter schien sich nun zum Führungsspieler zu mausern, erschmetterte das 18:19. Doch Schwaig, besonders im Block optimal von Janosik auf Eltmann eingestellt, kam wieder in Vorhand. Als Welter einen durchaus diskussionswürdigen Ball, die Eltmanner sahen ihn auf der Linie, die Schiedsrichter und Schwaiger im Aus, nicht in einen Punkt ummünzen konnte, führten die Gelb-Blauen erstmals wieder mit 2 Punkten. Welter konnte zwar nochmal auf 22:21 verkürzen, doch als Kapitän Sebastian Richter beim Stand von 23:21 den Ball voll in den schon erwähnten sehr starken Schwaiger Block hämmerte, war der Satz gelaufen. Selbst Sven Kellermann patzte nun beim Aufschlag, für ihn eigentlich nicht typisch, und die Schwaiger hatten den ersten Gewinnsatz mit 25:22 im Sack.

Im zweiten Satz wollten die Eltmanner nichts anbrennen lassen, gingen nach einem Richter-Ass (nicht alle Aufschläge landeten im Netz oder im Aus) mit 5:6 in Front, erhöhten durch Welter, Kellermann und Nürnberger auf 8:10.

Doch plötzlich dann stotterte der Motor der Eltmanner Flugkünstler wieder. Ein Schwaiger Zwischenspurt mit fünf Zählern in Folge (von 8:10 auf 13:10), der den Nerv der Eltmanner traf, kippte den bisherigen Satzverlauf entscheidend. Nach dem 20:16, wieder ein harter Ball von Welter ins ganz knapp Aus, reichte das Aufbäumen von Nürnberger und dem ins Spiel gekommenen Youngster Timon Schippmann nicht aus, den Satz noch offen zu halten. Und wieder war es ein Aufschlagfehler der Eltmanner, der nach dem 24:20 den Schwaigern die Arbeit abnahm, die nun auch Satz Nr. 2 deutlich mit 25:20 in trockene Tücher brachten. Die Halle explodierte nun akustisch, die knapp 100 Eltmanner Fans hatten keine Chance gegen die jubelnden 600 Schwaiger.
Und wie schon bei der Tie Break-Niederlage der Oshinos in Mainz im November war auch diesmal ein Fernsehteam, diesmal von Franken-TV vor Ort und dokumentierte die extrem starke Leistung der Gastgeber.

Vom Einsatzwillen her wollten im dritten Satz Youngster Schippmann, er zeichnete für das 0:1 verantwortlich, Routinier Enrico Quero und erstmals wieder auf dem Feld, Nicola Poluga das Match noch herumreißen. Eltmann führte 7:9 und nach einer Quero-Rakete mit 10:12, doch wieder war es der Mittelteil des Satzes, in dem die zu echt großer Form auflaufenden Schwaiger den Spieß umdrehten.

Neben Kapitän Florian Tafelmayer, mit Hansi Nürnberger eng befreundet, waren es vor allem der Pole Wacek im Block sowie die Diagonalspieler, der Kroate Perica Stanic, der sich mit seiner Leistung zwei Tage nach seinem 25. Geburtstag selbst ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk machte und der Pole Michal Dzierwa, die Jozef Janosik den Jahreauftakt versüßten.
Der VC Eltmann, diesmal überraschenderweise ohne erkennbaren Führungsspieler kämpfte sich nach der 22:20-Führung des SVS durch Quero und den Block nochmals heran zum 22:22-Gleichstand. Doch dann fehlte Schippmann wiederum das Quäntchen Glück und der Satz und damit das Match endete unter lautstarkem Jubel des Schwaiger Anhangs mit 25:23.
Sven Kellermann, der neben Kapitän Florian Tafelmayer auf Schwaiger Seite zu MVP-Ehren kam, brachte es nach Spielende auf den Punkt: "Die Silbermedaille war nicht das Erhoffte für mich, aber Gold hat sich heute leider keiner von uns verdient."
Nun gilt es, schnell die "Schmach" der "Gelben Hölle" aufzuarbeiten und den Blick nach vorne zu richten, wenn kommenden Samstag die Stuttgarter, lange Zeit schon als potentieller Absteiger gehandelt, doch mit einem beachtenswerten 3:1-Sieg im Auswärtssieg in Grafing im Gepäck, im Eltmanner Hangar zum Nachholspiel anreisen.

Die Niederlage in Schwaig, auch wenn es weder Punkt noch Gewinnsatz gab, sollte kein unüberwindliches Hindernis sein für den weiteren Saisonverlauf. Obwohl Schwaig in der oberen Tabellenhälfte einziger Profiteur des ersten Spieltages 2017 war, Eltmann bleibt in der Pole-Position, Es wird knapper und das Dekabel im Nürnberger Süden darf allerdings keine Negativserie einleiten, denn nach Stuttgart kommt Vorjahresmeister Fellbach. Die Fellbacher sind nach einer Niederlagenserie selbst angeschlagen, doch damit bleiben sie nicht minder gefährlich.
Eltmanns Vorstand Rolf Werner hüllte sich weitgehend in Schweigen, doch der Vulkanausbruch dieses außergewöhnlichen Spieltages dürfte auch in ihm nachwirken. Der

Marketingverantwortliche der Eltmanner, Frank Heumann dürfte sicherlich Hunderte von interessanten Bildern geschossen haben, aber der "Glückstreffer" war diesmal nicht dabei. Dennoch gilt weiterhin: Take off! -rom-

VC Oshino Eltmann: Nowak, Engel, Richter, Kolbe, Krüger, Nürnberger, Kellermann; Welter, Poluga, Schippmann, Werner, Quero, Bitsch

 

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