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Heißes Match für die Stadtchronik

2. Bundesligen: Heißes Match für die Stadtchronik

04.12.2016 • 2. Bundesligen • Autor: Rolf Müller 372 Ansichten

Eltmann. Wer von den nahezu 600 Zuschauern die Herztropfen vergessen hatte, lebte im Eltmanner Hangar in den zwei Stunden des Spitzenspiels am Samstagabend wirklich gefährlich, denn die Luft brannte förmlich und die Spannungs-Schockwellen einer durchaus erstligareifen Begegnung brandeten wechselseitig an den Mauern beider Lager.

Heißes Match für die Stadtchronik - Foto: VC Eltmann / Oshino Volleys Eltmann

Foto: VC Eltmann / Oshino Volleys Eltmann

Bei den Eltmannern fehlte Kapitän Sebastian Richter und im ersten Satz deuteten die Gäste aus dem Großraum Nürnberg deutlich an, dass sie den Spitzenreiter, der in der Vorwoche unglücklich in Mainz verloren hatte, aus den Angeln heben wollten.

Vor dem Spiel hatte es eine Beratung des VC-Vorstandes mit wichtigen Sponsoren gegeben, ob man denn das Wagnis des Aufstieges in die 1. Bundesliga zusammen angehen wolle. Doch in den ersten 15 Minuten des Spiels mit dem Tabellenvize wähnten sich viele in einer anderen Welt, die unterzugehen drohte. "Soviel Spannung beim Volleyball, das habe ich noch nie so erlebt", so einer der Sponsoren, der sich laufend etwas zum Trinken holen musste, um die Spannung in der Halle für sich zu kompensieren.
Gleich der erste Ball führte zu Diskussionen in den Rängen, denn die Zuschauer sahen den Ball auf der Linie, der Schiedsrichter allerdings außerhalb des Feldes. So kam es, dass Milan Maric und seine Akteure schon zur ersten technischen Auszeit mit 2:8 hinten lagen, eine bisher in der Saison nicht eingetretene Situation.
Schwaigs Coach Jozef Janosik hatte seine Mannschaft präzise auf das Eltmanner Spiel vorbereitet, und über die Stationen 9:12, 10:16 schraubten die Tafelmeier und Co. den Spielstand auf 10:18. Exakt analog dem Spiel in Leipzig, als dort Kapitän Sebastian Richter mit einer beeindruckenden Aufschlagserie daraus noch eine Eltmanner Führung einleitete. Doch diesmal war Richter nicht dabei und Schwaig ist eben nicht Leipzig, Janosik lässt sich bei solch einer Führung nicht mehr die Butter vom Brot nehmen. Auf 14:19, 19:23 und 20:24 kamen Merten Krüger - diesmal mit Kapitänsbinde - und seine Mitspieler zwar nochmals heran, doch der Satz ging mit 20:25 an Tafelmeier und Co.
Im 2. Satz stand es anfangs wieder 0:3, doch Youngster Schippmann lief zu großer Form auf, prägte diesen Satz entscheidend mit. Nach dem 4:7 kamen die Oshino Volleys Eltmann dann durch gewaltige Welter-Angriffe und überraschende Aktionen von Kellermann immer näher heran, übernahmen mit 11:10 erstmalig die Führung, die sie bis zur 16:11-Führung zur zweiten technischen Auszeit ausbauten.

Nahezu alle wichtige Sponsoren waren in der Halle, von einem Bamberger Gymnasium waren 60 Schüler nebst Lehrer gekommen und aus Hofheim trommelte in den Pausen die "Batteria Caliente" harte Samba-Rhythmen. Thiago Welter, der Brasilianer der Eltmanner begann diese zu verinnerlichen und feuerte aus allen Rohren gen Schwaiger Feld. Mehrere Asse von ihm und auch von Sven Kellermann konnten die Fans bejubeln. Kellermann war es auch, der mit einem Aufsteiger das 24:18 und damit den Satzball erzwang. Die Schwaiger waren nun auch nervös und hämmerten den nächsten Angriff selbst ins Aus, es stand nach Sätzen nun 1:1.

Im dritten Satz kulminierte das Match, die Spannung lag ständig in der Luft. Wieder gab es anfangs eine Schwaiger Führung, doch Routinier Chris Novak war deutlich besser drauf als in Mainz und Krüger zelebrierte bisweilen wahre Kunststöße. Nach zwei Schippmann-Punkten hatte Libero Max Kolbe eine artistische Superaktion, die ihm spontan Beifall einbrachte. Welter und Kellermann waren erneut Punktlieferanten, und beim Stand von 24:21 schien der Satzerfolg schon garantiert. Doch gefehlt, der Siegpunkt wollte nicht gelingen. Schwaig, Laurentio (Nr. 5) führte klug Regie, und plötzlich stand es 24:24, dann 25:25. Doch die Nerven hielten stand. Zur Freude von Landrat Schneider und den anderen VIPs auf der Sponsorenbank, erkämpfte Novak wieder die Initiative und Welter machte mit einem gewaltigen Hammer den Sack zum 27:25 zu.

Endlich in Führung dachten viele, der vierte Satz würde die Entscheidung zugunsten der Eltmanner bringen wurde wiederum eines Besseren belehrt. War Schippmann der Mann des 2. Satzes, Welter der des dritten, kam nun Hansi Nürnberger immer besser ins Spiel. Doch es reichte nie zu einer Zweipunkteführung. Die Hektik war so enorm, dass niemanden auffiel, dass es beim 16. Punkt eigentlich eine technische Auszeit hätte geben müssen. Dann blieb bei 18:20 den Oshino-Volleys der neunzehnte Punkt versagt, als unter Buhrufen erstmals Doppelfehler angezeigt wurde. Nach einem erstligareifen langen Ballwechsel brachte Welter sein Oshino-Team auf 21:22 heran und Nürnberger sorgte anschließend für das 22:23, doch jubeln konnte Janosik mit einen Mannen, denn das 22:25 bedeutete den Satzgleichstand mit 2:2.
Tief durchatmen war angesagt, der Tiebreak stand an und Eltmann-Vorstand Peter Knieling rang regelrecht nach Luft.
In der Verlängerung brachte Sven Kellermann seine Farben mit 1:0 in Front, um dann die erste Rote Karte seiner langjährigen Karriere in Empfang zu nehmen. Die Fans erlebten seit langer Zeit wieder einmal, dass es ja im Volleyball auch rote und gelbe Karten gibt, von wegen, Volleyball ist langweilig.

Die Luft fing wieder Feuer, Tafelmeier und Co. aus Schwaig nutzten die Situation, gingen 3:5 in Führung, die Katastrophe wurde wieder greifbar. Doch dann wurde der Eltmanner Block tatsächlich noch zu einer Betonmauer. Nach dem 11:8 wurde statt eines Eltmann-Punktes Doppelfehler angezeigt, doch Libero Max Kolbe verteidigte den Boden seiner Spielhälfte mit Händen, Schultern, Kopf und Füßen, nicht nur im letzten Satz, dass er zum MVP avancierte. Als beim 13:9 der Ball vom Netz zurück ins Schwaiger Feld fiel, machte Hansi Nürnberger Welter von Angriffswucht Konkurrenz, knallte den Ball voller Wut gen Schwaig, und der nunmehr geadelte Block der Oshino-Volleys sorgte für die endgültige Entscheidung.

Ein wahrhaftes "Wahnsinnsspiel" hatte seinen Abschluss gefunden, die faire Gratulation des Eltmanner Ex-Coaches Janosik an seinen Nachfolger Milan Maric war von Beifall begleitet, der Freudentanz des Oshino-Teams und die für Milan Maric ungewohnt emotionale Umarmung all seiner Spieler dokumentierte, dass dieses herausragende Match auch gut und gern das Niveau der Begegnung zwischen dem Fünften und Sechsten der 1. Bundesliga hätte sein können. Allerdings hätte es dort noch zwei Linienrichter gegeben, die möglicherweise manche extrem kritische Situation mit ihrem Votum entspannt hätten.

Für Schwaig wurde Laurentio Vinatoru zum besten Spieler gekürt, Max Kolbe war erstmals MVP bei den Oshinos, das Essen beim Catering war restlos weg, Manager Rolf Werner genoss den Triumph still, doch ihm schwante, dass das Rückspiel am 7. Januar in Schwaig wieder ein Herztropfenmatch werden könnte. Eltmann thront weiter an der Tabellenspitze, aber Josef Janosik und seine Schwaiger wiesen nach, die besten Teams der 2. Bundesliga standen sich gegenüber.

Nun geht es nach Hammelburg zum nächsten Derby und am 17. Dezember kommt Aline Reinhardt mit ihren Mainzern, die einzige, die bisher die Eltmann-Oshinos echt ärgern konnte.

 

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