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Mainzer spielten sich in einen Rausch

2. Bundesligen: Mainzer spielten sich in einen Rausch

27.11.2016 • 2. Bundesligen • Autor: Rolf Müller 181 Ansichten

Mainz. Nach der 1:3-Niederlage in der Vorwoche gegen Rüsselsheim II drehte das Team von Trainerin Aline Reinhardt nach 0:2-Rückstand das Match gegen den Spitzenreiter, die Oshino Volleys Eltmann und rehabilitierte sich für die Rüsselsheim-Niederlage, indem sie sich förmlich in einen Rausch spielten und die Halle zum Kochen brachten.

Mainzer spielten sich in einen Rausch - Foto: VC Eltmann / Oshino Volleys Eltmann

Foto: VC Eltmann / Oshino Volleys Eltmann

Milan Maric war regelrecht sprachlos und resumierte, Mainz habe sich den Sieg verdient, doch so einen kollektiven Einbruch seiner Mannen habe er eigentlich nicht für möglich gehalten, nicht einer, sondern das ganze Team hatte in den Pechtopf gegriffen. Merten Krüger ging nach Spielende sofort und emotional erkennbar mit sich selbst ins Gericht.

Der Nimbus der Unbezwingbarkeit ist nun dahin, aber so eine Niederlage sei lehrreich, wenn man die richtigen Schlussfolgerungen ziehe, so Vorstand Rolf Werner beim Pizzaessen im Parkhaus an den Autos, welches spontan in eine Mannschaftssitzung umfunktioniert wurde. Angesichts des nun folgenden Heimspielspiels gegen Tabellenvize Schwaig und anschließend in Hammelburg müsse jeder in sich gehen, um sich von der in der Mannschaft kursierenden "Weiße Weste Philosophie" zu verabschieden und zu erkennen, sportlicher Erfolg kommt nicht automatisch und jedes Spiel ist ein neuer Kampf mit ungewissem Ausgang. "Daheim brauchen wir unsere Fans, unseren Fanclub Red Barons als akustischen Rückhalt und alle die, die die uns helfen können, die Niederlage abzuhaken" - so Rolf Werner weiter - "diejenigen, die uns im Pokalfight gegen Bühl, aber auch in Fellbach so hervorragend zur Höchstleistung getrieben haben".

Doch nun zum Spielverlauf, denn es begann mit einer ordentlichen Leistung der Eltmanner, die über die Stationen 4:7, 6:11 und 13:17 ihre Führung behaupteten und im ersten Satz mit Nürnberger, Schippmann und Engel ihre auffälligsten Spieler hatten. Als Merten Krüger das 15:20 mit einem Ass markierte, hatten auf Mainzer Seite nur ein entfesselter Freiwald (Nr. 3) und Hapke (Nr. 14) sehenswerte Szenen im Angebot. Youngster Schippmann sorgte dann für die Oshinos mit dem 20:24 für den Satzball, den er auch selbst veredelte.

Im 2. Satz ging es dann schon enger zu, am Anfang führte Mainz 6:4 und 7:5, dann gab es mehrmals Gleichstand, bevor ein Ass von Kellermann zum 12:14 die Unterfranken in Vorhand brachte, und Nürnberger, Schippmann und Engel sorgten für den 21:25 Satzgewinn.

Doch schon in diesem Satz deutete sich an, dass diesmal die Blockmitte eine Achillesferse sein könnte, denn Novak spielte gehemmt (Magenprobleme), Kellermann hatte auch nicht seinen besten Tag und Poluga war noch nicht einsatzfähig. Dadurch konnte sich Mainz, die Trainerin hatte es richtig erkannt, seine Blockarbeit nach außen verlagern und Nürnberger, Engel, Welter und auch Quero konnten nicht nach Belieben den Mainz-Block düpieren. Die Oshinos waren, die nachfolgenden Sätze zeigten es, in der Mitte verwundbar.

Die Pause nach dem 2. Satz war der richtige Treibsatz für die Mainzer, die sich anschließend regelrecht in einen Rausch spielten. Ein entfesselter Freiwald mit hammerharten Aufschlägen feuerte aus allen Rohren und der Mainzer Kapitän Torben Tidick-Wagner koordinierte die Angriffe, sodass man sich bei den Maric-Mannen ungewohnt plötzlich mit 16:6 im Rückstand sah. Bis auf 22:10 bauten die Gastgeber ihre Führung aus und die ansonsten nette und höfliche Trainerin lief am Spielfeldrand mit dem eiskaltem Blick einer Raubkatze hin und her und dirigierte ihre 2m-Recken. Wie wenn ein Puma Blut gerochen hat, ahnte sie, dass nun etwas geht, was niemand in der Halle, die knapp 200 Zuschauer standen und machten einen Lärm wie eine Kulisse von mehr als 500, noch so richtig begriff.

Im Vorfeld des Spiels hatte sich ja ein Kamerateam des SWR angekündigt, die Sendung läuft am heutigen Sonntag nach 22 Uhr, um über die einzige Trainerin der Männer-Volleyballbundesliga zu berichten und letztlich lief das Spiel wie in einem Krimi-Drehbuch ab. Mit 25:15 schockten die Mainzer den Tabellenführer und setzten ihr druckvolles Spiel, von einigen glücklichen Aktionen und auch 2-3 diskussionswürdigen Schiedsrichterentscheidungen begleitet, im 4. Satz fort. Bis zum 9:9 war es ausgeglichen, aber dann schlug wiederum Freiwald den Eltmanner Block an - 10:9, und nach dem 10:10 zog die TSG wieder auf 20:12 davon. Die Oshino Volleys, bei denen ja entgegen landläufiger Meinung im Internet keiner ein Profi ist, alle haben einen Beruf sind im Studium oder in der Ausbildung, zeigten nun alle Nerven, auch Routinier Sebastian Richter und Altmeister Heriberto Quero sowie Mr. Zuverlässig Chris Novak einschließlich Zuspieler Merten Krüger. Nach dem 23:16, als Freiwald den Block anschlug, gab es auf Eltmanner Seite noch ein Lebenszeichen, das 24:17 von Johnny Engel, doch dann war mit dem 25:17 der Sack zu.

Der erste Saison-Tie Break der Eltmanner begann eigentlich nun wieder mit einem anfangs souverän agierenden Tabellenführer, denn nach einem Engel-As und einem Knaller von Welter führte man 1:5. Doch dann regierte unverständlicherweise wieder die Unsicherheit, neben dem "wilden" Freiwald mauserte sich Frieder Reinhardt, der Ehemann der Mainzer Trainerin noch zu einem tragenden Spieler, in den ersten Sätzen war er gar nicht auf dem Feld. Welter brachte die Oshinos letztmalig mit 6:7 in Führung. Quero konnte nach der 10:8-Führung der TSG anschließend nochmals den Anschluß zum 10:9 erzwingen, doch dann hatte Mainz wieder das Sagen, und wie konnte es beim Mainz-Krimi anders sein - ein abtropfender Netzkantenball besiegelte mit dem 15:9 die erste Saisonniederlage der Oshino Volleys. Dann war die Hölle los in der Halle, Aline Reinhardt wurde auf Händen getragen und man erlebte aus Eltmanner Sicht live " Mainz, wie es singt und lacht."

So bitter, wie die 3:2-Niederlage auch für Milan Maric und seine Jungs ist, das Match war mit seinem außergewöhnlichen Verlauf und mit seiner Spannung eine echte Werbung für den Volleyballsport, wovon man sich im SWR überzeugen kann.
Die Oshino Volleys haben allerdings noch den Heim-Siegnimbus im Eschenbacher Hangar, und am kommenden Samstag gegen den SV Schwaig, hoffentlich vor großer Fankulisse soll, dieser auch weiter Bestand haben.

Take off. -rom-
VC Oshino Eltmann: Novak, Engel, Kolbe, Krüger, Nürnberger, Kellermann, Schippmann; Peta, Richter, Welter, Werner, Bitsch, Quero

 

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