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Lindenmairs wehmütiger Abschied

DVV-Junioren: Lindenmairs wehmütiger Abschied

07.09.2016 • DVV-Junioren • Autor: DVV / Sandra Arm 389 Ansichten

Da stand er nun, im langgezogenen Gang der "Mestska hala Nitra" und musste sich einen Moment sammeln. "Ja, das war mein letztes Spiel als Bundestrainer", sagte Jan Lindenmair mit gesenkter Stimme. Mit seinem Team konnte er sich den gemeinsamen Traum von einer Medaille nicht erfüllen, seine Schützlinge verabschiedeten ihren Trainer bei der U19-Europameisterschaft in Györ (Ungarn) und Nitra (Slowakei) mit einem dominanten 3:0-Sieg über Bulgarien sowie dem siebten Platz.

Dieser letzte Turniertag verlief wie die anderen zuvor. Nur die frühe Wettkampfzeit von 10 Uhr brachte einige Umstellung mit sich. Doch auch diese löste das Trainerteam mit der nötigen Ruhe und einer gewissen Selbstverständlichkeit. "Wir haben am Abend alles vorbereitet, den Gegner per Video analysiert, sind sehr früh aufgestanden, haben Aktivierung gemacht - und das war sicher der Grund, warum wir wesentlich frischer und agiler waren als unser Gegner", resümierte Lindenmair, der sein "Abschiedsspiel" trotz aller Umstände genoss. Eigentlich so wie immer. "Ich genieße jedes Spiel als Trainer."

Nach dem Schlusspfiff blickte er mit einem sehr wehmütigen Gefühl auf sein letztes Spiel als Bundestrainer der Juniorinnen zurück. "Die Mannschaft ist mir sehr ans Herz gewachsen. Wir haben großartige Spielerinnen im Team und hatten große Ziele." Zuvor hat er immer wieder das große Potenzial und das Talent dieser Mannschaft herausgestellt, das ihn immer wieder zuversichtlich auf die EM hat blicken lassen. Sie wollten oben mitspielen, die großen Mannschaften wie Russland, Italien oder Serbien ärgern. Doch statt Freudensprünge, eine der großen Mannschaft geschlagen zu haben, blieben in den drei Topspielen der Vorrunde enttäuschte Gesichter zurück.

"Klar tut das besonders weh, weil wir es nicht geschafft haben, oben mitzuspielen", sagte Lindenmair, der dafür mit die Verantwortung übernahm. "Ich muss als Trainer die Mannschaft dahin bekommen, dass wir diese Lücke nach oben schließen. Das ist uns nicht gelungen." Diese Situation ließ den 37-Jährigen noch wehmütiger auf die vergangenen Tage zurückblicken. Dennoch überwog nach dem Turnier auch ein gewisser Stolz vor allem über die Chance diese Mannschaft trainieren zu dürfen. Vor einem Jahr hatte er die Juniorinnen als Bundestrainer übernommen.

"Erstmal bin ich unglaublich stolz für mein Land, den Deutschen Volleyballverband, zu arbeiten und bedanke mich auf diesem Wege dafür, dass ich die Möglichkeit hatte." Im gleichen Atemzug richtete er seinen Dank an "die Co-Trainer, die Scouts, die Physiotherapeuten, die Ärzte und alle anderen, die uns regelmäßig irgendwo unterstützt haben." Bei einem gemeinsamen Mannschaftsabend am Sonntag, einen Tag vor der Rückreise nach Berlin, richtete er ganz persönliche, berührende und wärmende Worte an jeden Einzelnen. Der größte Dank galt dabei seinen Spielerinnen. "Bei ihnen bedanke ich mich am allermeisten. Sie waren mit uns jeden Tag in der Halle, haben gearbeitet und sich weiterentwickelt. Wir haben uns weiterentwickelt, da führt gar kein Weg daran vorbei. Ich glaube, das ist auf jeden Fall passiert. Es hat halt nur nicht sollen sein."

Nach einem Jahr intensiver Zusammenarbeit trennen sich die Wege. Für Lindenmair ein trauriger Moment: "Der Abschied fällt mir unglaublich schwer. Besonders von den Spielerinnen, die mir persönlich sehr ans Herz gewachsen sind. Menschen auf dem Weg ihrer Entwicklung zu verlassen, ist immer schwierig." Auf der anderen Seite hatte er den Schritt der Trennung selbst gewählt. "Die Entscheidung lag ganz klar bei mir." Auch wenn die EM nun Geschichte ist, bleiben werden die Erinnerungen und ein versöhnlicher Abschluss.



Der deutsche EM-Kader: Pia Kästner, Sophie Dreblow, Sindy Lenz (SC Potsdam/VCO Berlin), Vanessa Agbortabi (Volley Team Berlin/VCO Berlin), , Merle Weidt (VC Offenburg/VCO Berlin), Gina Köppen, Luise Klein, Sabrina Krause (Schweriner SC/VCO Schwerin), Elisa Lohmann (VC Parchim/VCO Schwerin), Camilla Weitzel (Dresdner SC/VCO Dresden), Hanna Orthmann (SC Union Lüdinghausen/USC Münster), Pia Leweling (GW Paderborn/USC Münster)

Bundestrainer Jan Lindenmair
Co-Trainer Benedikt Frank
Co-Trainer Bart Jan van der Mark
Physiotherapeutin Katrin Lagg
Scout Andreas Renneberg
Journalist Sandra Arm

 

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