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Borger/Büthe sichern sich das Rio-Ticket in Hamburg

Beach World-Tour: Borger/Büthe sichern sich das Rio-Ticket in Hamburg

11.06.2016 • Beach World-Tour • Autor: Tom Bloch 634 Ansichten

Karla Borger und Britta Büthe landen beim Major Series-Turnier in Hamburg auf dem neunten Platz. Viel wichtiger aber dabei: das Nationalteam sichert sich vor Ort das Ticket für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro.

Borger/Büthe sichern sich das Rio-Ticket in Hamburg - Foto: www.tombloch.de

Foto: www.tombloch.de

Hamburg (tob). In den Augen Tränen, auf der verschwitzten Haut klebriger Sand, um den Körper gehüllt, die Deutschlandfahne: es ist ein wahres Wechselbad der Gefühle gewesen, welches Karla Borger und Britta Büthe am Freitag etwa drei Stunden lang durchlaufen haben. Da bekommen die beiden noch im Spielerhotel mit, wie ihre Verfolger Katrin Holtwick /Ilka Semmler als 17. aus dem Turnier ausscheiden und sich die Stuttgarterinnen damit das Ticket an die Copacabana gesichert haben. Doch jubeln war gar nicht erlaubt, denn kurz drauf stand die wichtige Partie gegen Madelein Meppelink/Marleen Van Iersel auf dem Programm, die den Einzug in das Achtelfinale des mit 800 000 Dollar dotierten Major Series-Turniers in Hamburg bedeutet hätte. Mit zwei Aufschlag-Assen von Karla Borger begann das Match gegen die Niederländerinnen. Aber statt einem danach erwarteten Jubelfeuerwerk auf dem herrlichen Center Court mitten im Tennisstadion am Rothenbaum, folgte ein Auftritt, bei dem schnell zu spüren war, dass im Nationalteam irgendwie die Anspannung abgefallen war. Zwar kam es noch zu einem Aufbäumen in der Schlussphase, als das Duo vom MTV Stuttgart bereits nahezu aussichtlos mit 18:20 zurücklag. Doch der dritte Matchball der Niederländerinnen besiegelte die 0:2-Niederlage (11:21, 21:23) und damit das Turnier-Aus in Hamburg. "Wir wollten ja hier bei unserem Heimturnier eigentlich weiter kommen", sagte Britta Büthe . "Es ist schon ärgerlich, weil wir unsere Familien und Freunde vor Ort haben und alle so mit uns mitgefiebert haben", sagte Karla Borger . Und dann liefen die Tränen. Vor Ärger. Vor Glück.

Denn gerade die Familie und enge Freunde kannten nur eines: Umarmungen und Gratulationen zur erreichten Olympia-Qualifikation. Eine eineinhalbjährige Punktehatz rund um den Globus hat ihr glückliches Ende gefunden. "Wir hatten soviele Ups und Downs, es war so eine emotionale Zeit, mit meiner Verletzung. Und es ist ein unbeschreibliches Gefühl, zu wissen, es jetzt geschafft zu haben", sagte Karla Borger und Britta Büthe meinte: "Das wird noch eine Weile dauern, bis man das alles begreift."

Große Freude auch bei Trainer Srdjan Veckov: "Niemand hat es uns zu Beginn der Phase zugetraut, dass wir es schaffen. Aber mit Disziplin auf und neben dem Platz haben wir es geschafft. Die Mädels können mächtig stolz auf sich sein. Und alle, die hierbei mitgeholfen haben", sagte der Serbe. "Klar verbringe ich die meiste Zeit mit dem Team. Aber da sind so viele Bausteine, die zu diesem Erfolg gehören: Die Physiotherapeuten und Athletiktrainer im Olympiastützpunkt Stuttgart zum Beispiel, die Familien, und nicht zuletzt meine Vorgänger auf der Trainerposition Jörg Ahmann und Guillermo Naranjo Hernández."
Bundestrainer Jörg Ahmann freute sich über den Erfolg seiner einstigen Schützlingen: "Die beiden sind in meinen Augen das Team, welches am besten die Stärken des jeweiligen Partners kennt und mit den jeweiligen Schwächen umgehen kann."
Der Start ins Turnier verlief über die Gegner des kleinen Finales bei den Europameisterschaften in Biel, bei denen sich Borger/Büthe in der vergangenen Woche mit Bronze ihre erste EM-Medaille bei den Aktiven sichern konnten. Die Auftaktgegner im Pool G: die Russinnen Ekaterina Birlova/Evgenia Ukolova. Dieses Mal machte es das deutsche Nationalteam spannender und gab einen Satz ab. Nach 47 Minuten stand ein 2:1-Erfolg (21:17, 17:21,15:12) auf der Anzeigetafel. Der nächste Gegner waren die auf der World Tour eher unbekannteren Australierinnen Nicole Laird / Mariafe Artacho, die mit 2:0 (21:18, 21:19) bezwungen wurden. Den Gruppensieg holten sich Borger/Büthe auf dem eindrucksvollen Center gegen die Amerikanerinnen Lauren Fendrick/Brooke Sweat mit einem eindrucksvollen Auftritt und einem klaren 2:0-Erfolg (21:17, 21:14). "Wir haben unser Ding durchgezogen und die Amis sind gar nicht so richtig ins Spiel gekommen", sagte Britta Büthe und Karla Borger genoss das Bad in der Menge. "Egal wo man hinschaut, man sieht so viele Gesichter, die man kennt. Das ist einfach super, wenn man so ein Turnier quasi zuhause spielen kann. Und im Hotel gibt es echtes Schwarzbrot."

Und auf diesen erfolgreichen Donnerstag Spätnachmittag folgte der emotionale Freitagmittag, mit der Niederlage gegen die Niederländerinnen und dem zuvor eingetüteten Ticket nach Rio: ein Wechselbad der Gefühle. Wie der Freitag enden wird, ist völlig unklar. Aber Platz für eine kleine Feier wird es im Tagesablauf schon geben. "Die eineinhalb Jahre der Olympia-Quali waren genau bis zu diesem Turnier geplant, genau bis heute. Wie es jetzt weitergeht, das wissen wir nicht. Da müssen wir uns jetzt erst einmal zusammensetzen und neu orientieren", sagte Karla Borger .

Da waren die Tränen längst getrocknet.

 

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