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VCW siegt in mitreißendem Playoff-Krimi gegen Münster

Bundesligen: VCW siegt in mitreißendem Playoff-Krimi gegen Münster

27.03.2016 • Bundesligen • Autor: Micha Spannaus 565 Ansichten

Es war das erwartet spannende Spiel: In einem mitreißenden Playoff-Viertelfinale am Samstagnachmittag konnten die Bundesliga-Volleyballerinnen des VC Wiesbaden den USC Münster verdient mit 3:2 (22:25, 20:25, 25:15, 25:20, 16:14) bezwingen. 1.650 Zuschauer, 80 davon aus Münster, sahen eine von der Naspa Nassausischen Sparkasse präsentierte Begegnung zweier Kontrahenten, die sich zu keinem Zeitpunkt etwas schenkten und stets sehenswerten Volleyballsport aufs Parkett brachten.

VCW siegt in mitreißendem Playoff-Krimi gegen Münster - Foto: Detlef Gottwald

Großer Jubel: VCW siegt im Playoff-Krimi gegen Münster (Foto: Detlef Gottwald)

Beide Teams lieferten sich gleich im ersten Durchgang lange Ballwechsel. Der VCW begann mit Tanja Großer und Esther van Berkel auf den beiden Außenpositionen, Jennifer Pettke und Rebecca Schäperklaus im Mittelblock sowie Delainey Aigner-Swesey auf Diagonal. Regie auf Seiten der Wiesbadenerinnen führte die Finnin Kaisa Alanko. Das Publikum sah zunächst eine Führung der Gäste, die die Hausherrinnen zum 5:5 ausgleichen konnten. Danach ging der VCW selbst in Führung, die bis zum 17:16 hielt. Nun nahm der USC Münster das Heft des Handelns in die Hand und konnte sich beim Stand von 21:24 drei Satzbälle erarbeiten. Den ersten konnten die Wiesbadenerinnen noch abwehren, mussten sich allerdings dann doch mit 22:25 geschlagen geben.

Der zweite Satz begann wie der erste: mit einer Führung der Gäste. Doch Wiesbaden egalisierte zu einem frühen 3:3 und konnte mit 4:3 selbst in Führung gehen. Die Hessinnen versuchten nun, den USC mit starken Aufschlägen und einem variablen Angriffsspiel unter Druck zu setzen. Dies führte allerdings auch dazu, dass der eine oder andere mit hohem Risiko geschlagene Service im Aus oder im Netz landete. Zur ersten technischen Auszeit wechselte die Führung zu einem 6:8 für Münster. Und es blieb weiter eng: Es war vor allem Tanja Großer, die den VCW mit wichtigen Block- und Angriffspunkten im Spiel hielt. Allerdings war die Eigenfehlerquote bei den Gastgeberinnen zu hoch, um dem USC davonziehen zu können. Im Gegenteil. Münster war in dieser Phase der Partie spielbestimmend, der VCW stand in allen Elementen leider nicht stabil genug. So ging der zweite Durchgang verdient mit 20:25 an die Unabhängigen.

"Wir wollten unbedingt gewinnen, da haben wir uns in den ersten beiden Sätzen vielleicht zu sehr selbst unter Druck gesetzt", resümierte VCW-Chef-Coach Dirk Groß. Die Zehn-Minuten-Pause kam den Wiesbadenerinnen daher gerade recht. "Es waren Kleinigkeiten, die wir in der Kabine angesprochen haben. Die Mannschaft hat auch nicht mit hängenden Köpfen da gesessen", so Groß weiter.

So bedeutete der verlorene zweite Satz also nicht etwa die Vorentscheidung für die Hessinnen, sondern den Beginn einer furiosen Aufholjagd. Im dritten Durchgang, der deutlich mit 25:15 an die Gastgeberinnen ging, zeigte der VCW, warum er zu Recht im Playoff-Viertelfinale der Volleyball Bundesliga steht. Auf einmal klappte bei den Hausherrinnen alles das, was sie sich vorgenommen hatten: mit einem druckvollen Aufschlagspiel und einer stabilen Annahme dem Gegner das Spiel aufzuzwingen. Am Ende des Durchgangs lag der VCW dann mit zehn Punkten vorne. Einen Rückstand, den der USC nicht mehr aufholen konnte.

Der vierte Satz war dann an Dramatik kaum noch zu überbieten. Beide Kontrahenten lieferten sich einen heißen Kampf und ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen. 12:12 stand es zur Mitte des Durchgangs, in dem beide Teams sowohl Punkte, als auch Eigenfehler machten. Zum 15:16 aus Sicht der Wiesbadener ging es in die zweite technische Auszeit. Die Zuschauer beider Fan-Lager sorgten für eine tolle Atmosphäre, in der jeder Punkt lautstark bejubelt wurde. Plötzlich lagen die Hessinnen dank zweier schnell vorgetragener Angriffe über Rebecca Schäperklaus mit 19:17 in Führung. "VCW" schallte es nun durch die Halle. Den nächsten Punkt besorgte Tanja Großer und zwang USC-Coach Andreas Vollmer dazu, eine Team-Auszeit zu nehmen. 21:18 lautete der zwischenzeitliche VCW-Vorsprung, bevor erneut Tanja Großer mit einem gelegten Ball die Schlussphase einläutete. Bei 24:20 hatte Wiesbaden gleich vier Satzbälle, von denen direkt der erste Dank eines erfolgreichen VCW-Blocks verwandelt werden konnte.

Spiel gedreht, nun musste der Tie-Break diese spannungsgeladene Partie entscheiden. Und dieser begann zunächst nicht gut für den VCW. Man lag 0:2 zurück, bevor Jennifer Pettke erst mit eigenem Angriff und dann mit einem Block ausgleichen konnte. Nun ging es Schlag auf Schlag: Führung VCW nach einem erfolgreichen Großer-Angriff, gefolgt von einem Netzfehler des VCW. 3:3 lautete nun der Spielstand, den die Hessinnen auf eine 6:4-Führung ausbauen konnten. Doch Münster hielt dagegen, wollte sich nicht geschlagen geben. 8:7 für den VCW stand es zum obligatorischen Seitenwechsel innerhalb des fünften Satzes. Zu diesem Zeitpunkt hielt es keinen Zuschauer mehr auf den Sitzen. Mit 10:8 ging es schließlich in die Endphase dieser Partie. Münster konnte zunächst auf 10:10 ausgleichen, bevor Wiesbaden erneut in Führung ging. Dieses Hin und Her hielt bis zum 13:13 an. Als das Spiel dann auf Messers Schneide stand, schlug die Stunde des VCW. Zwar konnte der USC den ersten Wiesbadener Matchball noch abwehren, aber als der zweite Matchball zum 16:14 mit einem Aufschlag-Ass der Hessinnen im gegnerischen Feld versenkt werden konnte, kannte der Jubel keine Grenzen mehr.

"Heute hat die Mannschaft ihren tollen Charakter gezeigt", war Dirk Groß nach dem Spiel mit seinen Schützlingen zufrieden. Und VCW-Mittelblockerin Rebecca Schäperklaus war sehr glücklich, einen 0:2-Rückstand noch gedreht zu haben: "Das fühlt sich einfach nur super an." In den ersten beiden Sätzen habe sie ein Déjà-vu erlebt. "Da haben wir nicht schlecht gespielt, aber die entscheidenden Punkte gingen an Münster", fühlte sich Schäperklaus an das erste Playoff-Spiel vergangenen Sonntag erinnert, als man 1:3 in Münster unterlegen war. "Der Rückstand heute war so etwas wie der Weckruf für uns." Dieser kam genau zur rechten Zeit. Am Ende belohnte sich der VCW für seinen kämpferischen Auftritt selbst und erspielte sich völlig verdient das entscheidende dritte Playoff-Viertelfinal-Spiel in der Serie "Best of Three".

 

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