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Der letzte Tanz der Schmiede?

Bundesligen: Der letzte Tanz der Schmiede?

13.03.2016 • Bundesligen • Autor: André Dehler 508 Ansichten

Knapp 40 Fans der Schmiede machten sich am Samstag auf den Weg in die Hauptstadt um der Mannschaft die letzte Ehre zu erweisen. Nach einem weiteren Punktabzug der VBL rutschte die Mannschaft bereits vor der Partie auf den Abstiegsplatz ab und so war der Ausgang des Spiels fast Nebensache. Itamar Stein überraschte die mitgereisten Fans mit einer neuen Startformation, denn diesmal begann Wojciech Kwiecien als Zuspieler und Tom Weber ersetzte Leonhard Tille als Libero.

Trotz der Hiobsbotschaft am Vormittag ging das Team mit einer professionellen Einstellung ins Spiel und wollte allen beweisen, dass man sportlich zu recht auf einem Platz im Mittelfeld steht. Ohne die neun abgezogenen Punkte hätte man in der Abschlusstabelle den 8. Tabellenplatz belegt und wäre mit Heimrecht in die Pre-PlayOff-Spiele gestartet.

Zu Beginn des Spiels merkte man, dass die Coburger Volleyballer ihre Nervosität im Berliner Volleyballtempel nicht ganz ablegen konnten. Der Hausherr konnte sich durch druckvolle Angriffe gleich zu Beginn des 1. Satzes etwas absetzen. Allerdings kämpfte sich die VSG bis zur ersten technischen Auszeit wieder heran. In der Folgezeit hatten die BR Volleys aber meist auf die guten Aktionen der Coburger eine noch bessere Antwort parat und so baute der 6fache Deutsche Meister seinen Vorsprung auf 8 Punkte aus. Der eingewechselte Lukas Schattenberg konnte den Lauf der Berliner zwar durch ein Aufschlag-Ass etwas bremsen, aber die ungenaue Annahme in dieser Phase des Spiels verhinderte einen variablen Spielaufbau, sodass der Berliner Block den Angreifern der VSG meist wie eine Mauer im Wege stand. Zwar konnte vor allem Lubos Kostolani mit Einzelaktionen glänzen. Auf den deutlichen Satzverlust hatte dies aber keine Auswirkung mehr.

Im zweiten Durchgang brachte Stein Katzenelson für Kwiecien im Zuspiel. Die VSG fand nun besser ins Spiel und man konnte das Duell gegen den Erstplatzierten nun ausgeglichener gestalten. Zu viele Aufschlagfehler auf Seiten der VSG verhinderten aber, dass man die Berliner in dieser Phase abschütteln konnte. Eine kleine Schwächephase nach der 1. Technischen Auszeit reichte aus um die Kräfteverhältnisse wiederherzustellen. Die Angriffe der Schmiede waren zu unentschlossen und der Gegenangriff der Berliner fand nach belieben den Weg ins Coburger Spielfeld. Die Mannschaft bewies aber Moral und kämpfte sich Punkt für Punkt wieder ins Spiel zurück.
Leider schafften es Noah und Co nur phasenweise dem Starensemble aus der Hauptstadt Paroli zu bieten. Zu viele Fehler im Angriff und vor allem im Aufschlag nutzen die Berliner in der mit 3712 Besucher gut gefüllten Max-Schmeling-Halle aus um sich am Ende wieder deutlich von den Coburgern abzusetzen und der 9. Aufschlagfehler der VSG beschert Berlin symptomatisch den 2. Satzgewinn.

Die 1% grünen Fans in der Halle wollten aber noch nicht die Niederlage akzeptieren. Zu oft haben die Schmiede in dieser Saison ihr Kämpferherz entdeckt und selbst in hoffnungsloser Lage die Spiele noch gedreht. Die Anhänger des mitgereisten Fanclubs Hephaistos mobilisierten noch einmal all ihre Kräfte. Diese schien sich auch auf die Mannschaft zu übertragen, die sich jetzt aufbäumte und bis zur Mitte des Satzes den Anschluss halten konnte. Ein kurzer Zwischenspurt der Berliner reichte aber aus, um die Gäste aus Coburg abzuschütteln. Durch einige erfolgreiche Angriffe von Dylan Davis und Richard Mauler sowie Blockpunkte von Kapitän Noah Baxpöhler, der sein Team bis zum Schluss immer wieder motivierte, zwang man den Berliner Trainer Serniotti zwar sogar noch zu seiner ersten Auszeit, aber der Europacupteilnehmer aus der Hauptstadt ist zu abgebrüht als das er sich noch die Butter vom Brot hätte nehmen lassen und konnte nach 70 Minuten den ersten Matchball erspielen. Auch die taktische Einwechslung von Leonhard Tille, der in dieser Saison als VSG-Libero überzeugte, änderte nichts mehr daran, dass Coburg auch in der 5. Begegnung mit den BR-Volleys als Verlierer vom Platz geht.

Die Schmiede verabschieden sich erhobenen Hauptes aus der 1. Liga und bekamen noch einmal Standing Ovation von ihren treuen Fans. Wie bereits am Mittwoch war es ein tränenreicher Abschied mit vielen Emotionen sowohl auf Seiten der Fans als auch bei den Trainern und Spielern. Zu gern hätte man die Reise mit dem jungen, sympathischen Team in der 1. Liga fortgesetzt und die sportliche Entwicklung der Spieler weiter gefördert. Itamar Stein hat als Trainerdebütant gezeigt, dass er Spieler zu einer Einheit formen kann und jungen Spieler Selbstvertrauen gibt, dass sie sich sogar gegen die Großen der Liga behaupten können und zum Teil sogar ebenbürtig waren.

An dieser Stelle können wir aber fürs Erste nur Danke sagen!

Danke an Volker Pohl und Itamar Stein und dem restlichen Trainer- und Physioteam, die in dieser Saison eine herausragende Arbeit geleistet haben, danke an die Spieler, die uns viele schöne Momente geschenkt haben und sich bis zum Ende professionell verhalten haben, danke an die zahlreichen Helfer, die an den Heimspielen für einen reibungslosen Verlauf sorgen, danke an die treuen Sponsoren, die seit Jahren das Bundesligaprojekt ermöglichen und vor allem Danke an unsere einzigartigen Fans, die Feuer und Flamme für die VSG sind und sich nichts sehnlicher wünschen, als dass es mit Spitzenvolleyball in Coburg weitergeht.

Wir werden weiter für euch kämpfen und versuchen das Feuer in der Schmiede wieder zu entfachen, denn grün ist die Farbe der Hoffnung und diese stirbt sprichwörtlich erst am Ende.

 

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