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Interview: Hans Peter Müller-Angstenberger zum Karriere-Ende von Willy Belizer

Bundesligen: Interview: Hans Peter Müller-Angstenberger zum Karriere-Ende von Willy Belizer

08.03.2016 • Bundesligen • Autor: Philipp Vollmer 265 Ansichten

Das Karriereende von Willy Belizer nach 15 Jahren beim TV Rottenburg war die Meldung zu Wochenbeginn. Das Heimspiel des TVR im Schwabenderby gegen den VfB Friedrichshafen (Samstag, 12.03.2016, 19:30 Uhr) wird somit zu seinem Abschiedsspiel. Vor diesem Duell, bei dem es zudem noch um den Klassenerhalt der Rottenburger geht, hat die TVR-Pressestelle mit seinem langjährigen Trainer und Freund Hans Peter Müller-Angstenberger gesprochen.

Hans, zum Ende der aktuellen Saison wird Willy Belizer seine Karriere beenden. Wie kam es dazu und seit wann steht diese Entscheidung fest?

Hans Peter Müller-Angstenberger: Willy kam vor einigen Wochen auf uns zu, um uns diese Entscheidung mitzuteilen. Er wird Vater, worüber ich mich auch ganz persönlich sehr freue. Somit beginnt für ihn nun eine ganz neue Lebensphase, in der er sich diese Dreifachbelastung mit Familie, seiner Arbeit am Sportwissenschaftlichen Institut an der Uni Tübingen und dem Bundesligavolleyballer-Dasein nicht mehr zugetraut hat. Für uns alle ist das verständlich, auch wenn wir gehofft haben, dass er noch ein paar Jährchen weitergemacht hätte.

Willy war 15 Jahre lang Teil dieser Mannschaft. Welchen sportlichen Anteil trägt er an der Erfolgsgeschichte der Bundesligavolleyballer in dieser Zeit?

Hans Peter Müller-Angstenberger: Willy bildet alles ab, was wir in den letzten 15 Jahren mit dieser Mannschaft erreicht haben, von der Regionalliga bis in die erste Bundesliga. Willy ist nochmal ein Jahr länger in dieser Mannschaft als ich als Trainer. Er kann in der Tat als das Urgestein des TVR bezeichnet werden. Deshalb ist sein Beitrag für diesen sportlichen Erfolg natürlich immens. Willy konnte über die ganzen Jahre die feste Konstante sein. Bis vor einem Jahr haben wir mit ihm als alleinigen Libero gespielt, kein anderer hat so viele Spiele für diese Mannschaft gespielt wie Willy Belizer.

Wie wichtig ist Willy‘s menschliche Seite für die Mannschaft auf dem Feld - und im täglichen Miteinander?

Hans Peter Müller-Angstenberger: Willy ist der Ruhepol der Mannschaft. Er hat ein großes Setting, aus dem heraus er handelt. Mit seiner Erfahrung und Ruhe kann er als der Fels in der Brandung betrachtet werden. So gesehene ist er eigentlich eine Idealbesetzung für einen Libero, auf der anderen Seite sehen wir in anderen Mannschaften quirlige, wilde Liberos. Das war Willy nie. Willy kam immer eher aus der Ruhe. Das war für ihn vor allem im Annahmespiel von großem Vorteil, weshalb dort auch seine großartigen Stärken liegen.

Eure gemeinsame Zeit beim TVR begann um die Jahrtausendwende. Welche Erinnerungen verknüpfst Du mit Eurer "Anfangszeit"?

Hans Peter Müller-Angstenberger: Ich war damals nicht nur beim TVR, sondern auch in der VLW-Auswahl sein Co-Trainer und kenne ihn noch als kleinen Jungen mit zehn Jahren. Somit bildet Willy auch meine ganze eigene leistungssportliche Trainertätigkeit ab. Willy war und ist immer da, seit ich leistungssportlich denke - Wahnsinn.

Als er vor der Entscheidung stand, ins Internat zu gehen oder ob es auch einen "Rottenburger Weg" geben kann, habe ich mir überlegt, wie wir das realisieren können. Willy stammt aus Altensteig und hatte deshalb immer eine weite Anfahrt zum Training. Wir waren damals ganz am Anfang von Leistungssport in Rottenburg und hatten noch keine Strukturen mit Hauptamtlichkeit und Management, wir hatten keinen Sportpark, unsere Abteilung war klein und vor allem ehrenamtlich organisiert. So ist die Idee entstanden, dass er zu uns (zusammen mit Uwe Schröder, Anm. d. Redaktion) in die WG zieht, damit er hier in Rottenburg sein Abitur machen und nebenher den leistungssportlichen Weg gehen kann. Aus diesem Grund ist Willy schon gewissermaßen mein "Ziehkind".

An diese WG sind viele schöne Erinnerungen gebunden. Wir haben damals beim "Preußischen" in der Nähe des Freibads gewohnt. Wenn ich daran zurückdenke, erinnere ich mich an gemeinsames Kochen oder in der Sonne liegen. Das war definitiv eine schöne Zeit. Eine weitere Gemeinsamkeit, die wir aus dieser Zeit teilen, ist, dass wir fast im selben Monat unsere Frauen kennengelernt haben. Er war nur 13 Jahre jünger (grinst).

Gibt es gemeinsame Highlights über all die Jahre, die Ihr beide zusammen erlebt habt, an die Du Dich gern erinnerst?

Hans Peter Müller-Angstenberger: Ein großes Highlight bleibt der Europapokal. Die Spiele in Österreich und Tschechien und besonders die großartige Reise zu Fakel Nowy Urengoi an den Polarkreis bleiben in Erinnerung. Mit zweitägiger Anreise sind wir zu diesem Europapokal-Auswärtsspiel gefahren, bei der wir uns Gedanken darüber gemacht haben, wie wir bei -40°C wetterfest gekleidet sind. Ein wahnsinniges Erlebnis, das mit vielen Erinnerungen gespickt ist.

Daneben bleibt sicherlich dieser erste große Sieg gegen Berlin in der Max Schmeling-Halle vor 4500 Zuschauern in Erinnerung, als wir mit 3:2 gewinnen konnten. Besonders die Rückfahrt und die Feier danach waren ein tolles Erlebnis.

Das sind alles kleine Mosaiksteinchen, die wiederum die Geschichte des TV Rottenburg der letzten 15 Jahre widerspiegeln. Alles, was ich mit dieser Mannschaft erlebt habe, habe ich mit Willy erlebt.

Wie schwer ist es in der aktuellen Situation mit solch einem Abschied umzugehen? Die Mannschaft befindet sich im Abstiegskampf und der ganze Verein arbeitet hart daran, aus dem Tabellenkeller rauszukommen. Bleibt da noch Zeit für einen angemessenen Abschied?

Hans Peter Müller-Angstenberger: Als klar war, dass Willy nicht weitermachen wird, dachten wir natürlich sofort daran, dass ein solcher Spieler einen Abschied in einem anderen Rahmen verdient hätte. Deshalb wird das letzte Hauptrundenspiel gegen Friedrichshafen auch zu seinem Abschiedsspiel vor hoffentlich ausverkauftem Haus. Deshalb hoffe ich auch speziell für Willy, dass wir den Klassenerhalt am Ende der Saison auch geschafft haben werden. Bis dahin wird auch Willy alles für dieses Ziel tun. Er möchte seine Karriere auf keinen Fall mit einem Abstieg beenden.

Trotzdem ist Willy aufgeräumt genug, um diese Dinge trennen zu können. Sport ist eine große Leidenschaft von ihm, ein großartiges Spiel und ein Luxus das tun zu können. Aber trotzdem geht es darum, dass Sport und der unbedingte Erfolg nicht alles ist. Es gehört nun mal dazu, zu verlieren und mit Niederlagen angemessen umzugehen. Dafür steht Willy. Willy ist jemand, der sportlich gesehen immer schnell abhakt und auf das Nächste hin denken kann. Und für seine nächsten Schritte wünsche ich ihm von Herzen alles Gute.

Das Interview führte Moritz Liss

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