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BR Volleys: Jede Serie endet mal

Bundesligen: BR Volleys: Jede Serie endet mal

24.01.2016 • Bundesligen • Autor: Christof Bernier 412 Ansichten

Die BR Volleys verloren am Samstagabend ihr erstes Spiel dieser Volleyball Bundesliga-Saison beim heimstarken TV Ingersoll Bühl mit 2:3 (25:18, 21:25, 19:25, 25:22, 12:15). Damit ist die Serie von elf Bundesligasiegen in Folge für den Hauptstadtclub gerissen.

Vor 1.183 ekstatischen Zuschauern in der Großsporthalle von Bühl erwischten die Berliner einen gebrauchten Tag, konnten aber dank einem starken Comeback im vierten Satz zumindest einen Punkt aus Süddeutschland mitnehmen.

Das Berliner Lazarett lichtete sich zum Gastspiel in Bühl ein wenig. Zwar musste Cheftrainer Roberto Serniotti weiterhin auf Kapitän Robert Kromm verzichten, doch Tomas Kmet und Tsimafei Zhukouski meldeten sich wieder einsatzbereit. Trotzdem vertraute der Italiener zunächst der gleichen ersten Sieben wie schon vor drei Tagen im Champions League-Duell gegen Belogorie Belgorod. Paul Carroll, Sebastian Kühner, Nicolas Le Goff, Felix Fischer , Paul Lotman, Ruben Schott und Erik Shoji sollten es bei diesem schweren Auswärtsspiel richten.

Die BR Volleys zeigten im ersten Satz nach kurzer Abtastphase (3:3) ganz starken Volleyball. Zwei Aufschlagserien von erst Fischer und dann Kühner bauten großen Druck auf die Bühler Annahme auf. Gepaart mit guter Blockarbeit und einem abschlussstarken Carroll legten die Berliner einen Zwischenspurt hin (10:6, 14:7). Der Hauptstadtclub war zu jedem Zeitpunkt Herr im Haus und ließ die Gastgeber nicht mehr herankommen (21:15). Der Australier Carroll beendete einen ersten Durchgang, in dem Berlins Volleyballteam Nr. 1 ein ganz starkes Spiel aufzog.

Umso unerklärlicher war es, dass Kühner und Co in den folgenden Sätzen nicht daran anknüpften. Konnte man zu Beginn von Durchgang zwei noch eine knappe Führung verteidigen (8:6), verloren die BR Volleys im Anschluss völlig den Faden (11:14). Zhukouski brachte nochmals kurzzeitig frischen Wind in das Berliner Angriffsspiel, aber insgesamt war die Eigenfehlerquote zu hoch und die Annahme oftmals zu unsicher. So war es symptomatisch, dass Schott nach misslungener Annahme zum 1:1-Satzausgleich geblockt wurde (21:25).

Wer auf eine Wende in Satz drei hoffte, sah sich getäuscht. Früh rannte der Hauptstadtclub einem Rückstand hinterher und zeigte weiterhin ungewohnte Schwächen in der Annahme (5:7, 7:13). Ein starker Graham Mc Ilvaine dirigierte das Spiel der Bisons geschickt und stellte den Berliner Block, der so gut wie keinen Zugriff fand, vor große Probleme (12:20). Es war ein gebrauchter Satz für den Hauptstadtclub, welcher letztendlich durch einen weiteren Service-Fehler von Lotman verdient verloren ging (19:25).

In einer umkämpften Anfangphase von Satz vier, wo es für die Berliner darum ging, endlich wieder ihren Rhythmus zu finden, war es der Europameister Le Goff, der sein Team im Spiel hielt (5:5). Eine Aufschlagserie von MVP Nehemiah Mote brachte die Gäste aber erneut ins Hintertreffen (7:10). Serniotti versuchte mit der Einwechslung von Aprad Baroti neben dem bereits eingewechselten Kmet von der Seitenlinie für neue Impulse zu sorgen, aber die BR Volleys schienen mit ihrem Latein am Ende (15:18). Doch plötzlich zeigte der Hauptstadtclub endlich, warum er bis dahin noch kein Bundesligaspiel verloren hatte. Zhukouski sorgte für Druck von der Aufschlaglinie, mit Le Goff stand der Block und Baroti hämmerte die Bälle zu Boden. Ein Ass von Le Goff stellte ein bereits verloren geglaubtes Match nochmals auf Unentschieden (25:22).

Nun deutete vieles auf einen knappen Auswärtssieg des Favoriten hin, das berühmte Momentum lag bei den Gästen. Doch das Team von Ruben Wolochin ließ auch im Tiebreak nicht locker (4:4). Die Großsporthalle in Bühl wurde zum echten Hexenkessel, in dem das Heimteam zur Höchstform auflief und den Berlinern mit starker Blockarbeit den Zahn zog (6:10). Den BR Volleys war nun das kräftezehrende Belgorod-Spiel und die zuletzt dünne Personaldecke anzumerken, sodass man sich schlussendlich den kampfstarken Bühlern mit 2:3 (12:15) geschlagen geben musste.

Headcoach Serniotti sah ein sehr wechselhaftes Spiel seiner Mannschaft: "Wir haben einen wirklich starken ersten Satz gespielt. Leider ließ dann unsere Qualität im Aufschlag und vor allem in der Annahme nach. Dadurch ist das Match gekippt. Wir haben im vierten Satz noch mal eine großartige Moral bewiesen, aber dann hatten wir das Glück nicht auf unserer Seite. Gratulation an Bühl, die wirklich ein starkes Heimspiel gezeigt haben."

Nun gilt es für die BR Volleys, die Kräfte zu bündeln und bereits am Dienstag im letzten Spiel der Champions League Gruppenphase bei Arkas Izmir (26. Jan 19:00 Uhr) ein anderes Gesicht zu zeigen, um mit einem Sieg zumindest den CEV-Cup zu sichern. "Unsere Personalsituation entspannt sich trotz leichter Krankheiten allmählich. Wir werden am Dienstag fit und hochmotiviert in dieses wichtige Spiel gehen", ist Serniotti zuversichtlich.

 

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