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BR Volleys - Erfolgsdruck gegen die russischen Riesen

Champions League: BR Volleys - Erfolgsdruck gegen die russischen Riesen

19.01.2016 • Champions League • Autor: Christof Bernier 590 Ansichten

Die Hauptrunde der 2016 CEV Champions League geht zwei Spieltage vor Beginn der Playoffs in die heiße Phase, in der Gruppe A könnte die Entscheidung über das Weiterkommen in der Königsklasse jedoch bereits morgen Abend fallen.

Aufgrund einer Entscheidung des Europäischen Volleyball-Verbandes CEV stehen die BR Volleys am Mittwoch (20. Jan um 19.30 Uhr) im Rückspiel gegen das russische Starensemble von Belogorie Belgorod in der Max-Schmeling-Halle unter Siegzwang, wollen sich die Berliner ihre Chance auf das Erreichen der nächsten Runde wahren.

Hintergrund dieser schwierigen Ausgangslage der Hauptstädter ist das Nichtantreten Belgorods bei der ursprünglich für den 02. Dezember angesetzten Partie in Izmir, weil sich der Verein aufgrund politischer Spannungen beider Länder weigerte, in die Türkei zu reisen. Der Europäische Volleyball-Verband CEV reagierte, indem er die Begegnung offenbar mit 3:0 (25:0, 25:0, 25:0) für Izmir wertete, für das Verhalten von Belgorod aber keine weiteren Strafen verhängte. Aufgrund dieser Entscheidung hat der Türkische Meister und wichtigste Konkurrent der Berliner mit aktuell 8 Punkten nun einen klaren Vorteil gegenüber den BR Volleys mit zurzeit 7 Zählern. Weil man davon ausgehen muss, dass Izmir und Belgorod ihre noch ausstehenden Spiele gegen den Bulgarischen Meister Marek Dupnitsa für sich entscheiden werden, müssen die Berliner jetzt sowohl das Duell gegen Belgorod am Mittwoch als auch das Auswärtsspiel bei Arkas Izmir am kommenden Dienstag gewinnen, um weiterhin eine Chance auf den Einzug in die nächste Runde zu haben.

"Wir müssen diese Situation so nehmen, wie sie ist. An der Entscheidung können wir leider nichts mehr ändern", sagt BR Volleys Manager Kaweh Niroomand enttäuscht aber realistisch und blickt statt in die Vergangenheit nach vorne: "Wir müssen die minimale sportliche Chance, die wir haben, nutzen. Umso mehr setze ich natürlich auf die Berliner Fans, die hoffentlich eine Atmosphäre schaffen werden, die unser Team dazu beflügelt, auch gegen ein Weltklasse-Team zu bestehen."

Im Hinspiel Mitte November kämpften die BR Volleys zwar leidenschaftlich gegen die russischen Riesen, mussten sich dem dreimaligen Champions-League-Sieger um Superstar Dmitriy Muserskiy aber dennoch mit 0:3 beugen. Auch in den anderen Partien in der europäischen Königsklasse stellte Belogorie Belgorod eindrucksvoll unter Beweis, dass man auch in diesem Jahr zu den Favoriten auf den Titelgewinn zählt. Bisher gaben die Russen sportlich keinen Satz ab - und das, obwohl Trainer Gennady Shipulin zuletzt im Heimspiel gegen Izmir gleich auf drei seiner besten Akteure verzichtete. Mit neun Punkten und damit einem Zähler vor Izmir bzw. zwei vor Berlin steht Belgorod an der Tabellenspitze der Gruppe A. Und auch national mischt das Starensemble in dieser Saison wieder ganz vorne mit: Zwar unterlag man Ende 2015 im Pokalfinale dem aktuellen Champions-League-Sieger Zenit Kazan, in der starken russischen Super-Liga ist das Team dagegen nach einem durchwachsenen Start seit zwei Monaten ungeschlagen und belegt Tabellenplatz drei.

Neben der sportlichen Übermacht der Russen sehen sich die Berlin Recycling Volleys derzeit gleich mit mehreren Verletzungssorgen konfrontiert, aber auch davon lässt sich Niroomand nicht unterkriegen: "Ich wünsche mir, dass unsere Mannschaft morgen trotz der schwierigen Ausgangssituation mit breiter Brust auf das Spielfeld geht. Wir müssen uns der Aufgabe stellen und dürfen nicht aufgeben. Ich mache mir darüber aber keine Sorgen. Das Team ist heiß auf das Match und freut sich auf die große Bühne, die es bietet", so der Manager und fügt hinzu: "Es geht darum, Spaß zu haben."

Einmal ist die Sensation gegen eines der russischen Spitzenteams schon geglückt: Im Dezember 2012 siegten die Hauptstädter vor heimischer Kulisse mit 3:1 gegen den späteren Titelträger Lokomotiv Novosibirsk und sorgten damit international für großes Aufsehen. Und wer weiß, vielleicht kann man am Mittwochabend im Berliner Volleyballtempel eine weitere magische Champions-League-Nacht erleben.

 

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