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ASV Dachau entthront die Leipzig

2. Bundesligen: ASV Dachau entthront die Leipzig

01.12.2015 • 2. Bundesligen • Autor: Nina Ulke 681 Ansichten

Das war ein hitziger 1. Advent in der L.E.-Playhalle. Vor ausverkauftem Haus ging es diesen Sonntag gegen den ASV Dachau ans Netz. Die ersten zwei Sätze waren gespielt und es schien nach einer ganz klaren Sache für die Leipziger auszusehen, aber es kam ganz anders. Nach 130 Minuten stand es 2:3 und der Gewinner war der ASV Dachau, der sein Niederlagenserie damit endlich beenden konnte. Die L.E. Volleys, die viele Wochen an der Spitze der Liga standen, müssen nun seit langem erstmals mit dem zweiten Platz vorlieb nehmen.

ASV Dachau entthront die Leipzig - Foto: Elmar Keil

Foto: Elmar Keil

Die ersten beiden Sätze sind recht schnell erzählt. Die Leipziger, die diesmal mit Mittelblocker Felix Weber und mit Außenangreifer Enrico Erhardt anfingen, starteten in beide Sätze durchwachsen. Vor allem im ersten Satz konnten die Dachauer noch mit druckvollen Aufschlägen den Volleys Probleme bereiten, bei welchen die Annahme über das gesamte Spiel Schwächen aufwies. Oft konnten die Gastgeber die Bälle nicht ordentlich ans Netz bringen, was sich auf das Zuspiel auswirkte und somit auch auf die Angriffsquote. Jeweils ab Satzmitte taute das Team um Kapitän Günther aber allmählich auf. Erhardt, der langsam ins Spiel fand, zeigte immer bessere Annahme- und Abwehraktionen, Hähner verwandelte nahezu alle Angriffe in einen direkten Punkt, der Block stand immer konstanter und auch Diagonal Erik Wichert machte ein starkes Spiel. Ein weiterer entscheidender Faktor waren die starken Aufschläge von Martin Burgartz und Paule Günther. Ab der zweiten technischen Auszeit folgte dann in beiden Sätzen eine scheinbar totale Selbstaufgabe der Dachauer. Vor allem die sehr düstere Aufschlagquote der Gäste im zweiten Satz machte es den Leipzigern sehr leicht. Mit 25:18 und 25:19 gingen die ersten zwei Runden daher folgerichtig an die L.E. Volleys. Es stand 2:0 nach Sätzen.

In der Satzpause verkündete Vereinspräsident Manfred Wiesinger, dass Sponsor Martin Ivenz von den Ivenz Rechtsanwälten eine Spende von 1000€ dem Jugendbereich bereitstelle, was mit lautem Applaus dankend entgegen genommen wurde.

Der dritte Satz startete dann mit einer Überraschung. Trainer Steffen Busse brachte für die beiden Außenangreifer Hähner und Erhardt, Wieland Oswald und Axel Roscher aufs Feld und damit einen komplett neuen Annahmeriegel ins Spiel. Die Veränderung wirkte sich allerdings zunächst nicht negativ auf das Spiel der Leipziger aus. Vor allem Erik Wichert verschaffte seinem Team mit starken Angriffen einen passablen Vorsprung. Zwar konnten sich Oswald und Roscher zunächst am Netz noch nicht ganz so erfolgreich durchsetzen, aber die Annahme und Abwehr hielt sich auf einem stabilen Level. Auch die druckvollen Aufschläge auf Leipziger Seite fanden keinen Abriss, genauso wie die konstant schlechte Quote bei den Dachauern.
Doch dann kam der Bruch: bei einer Rettungsaktion einer verunglückten Annahme rannte Wichert eines der Ballmädchen um, welches einen kurzen Schock erlitt. Auch Erik schien sichtlich mitgenommen von dem Vorfall, denn ca. fünf Ballwechsel später knickte er beim Angriff um und musste mit schmerzverzerrtem Gesicht vom Feld getragen werden. Für ihn übernahm dann überraschender Weise der zweite Zuspieler Roman Metelskiy auf der Diagonalposition. Es steht 12:10. Ab da an nimmt das Spiel eine Wendung. Metelskiy kann Wichert als Hauptangreifer nicht vollständig ersetzen. In dieser kurzen Phase des Schocks hätte dem Team sicherlich etwas Sicherheit gut getan, die ein konstanter Angreifer wie Hähner bestimmt hätte geben können. Zwar kam Außenangreifer Oswald besser ins Spiel, jedoch fehlte es merklich an einem zuverlässigen Punktemacher. Genau diese Phase der Unsicherheit und Findung mit nun 50% neuem Spieleranteil, nutzte Dachau gnadenlos für sich aus. Die Leipziger Eigenfehler häuften sich zusehends. Die Auszeit bei 21:23 schien dabei viel zu spät zu kommen. Mit 21:25 ging der Satz an Dachau. Es stand 2:1 nach Sätzen und das Publikum, sowie die Mannschaft waren fassungslos.

Der vierte Satz startete dann wieder anders. Für Felix Weber kam nun Mittelblocker Marvin Freese, Oswald wechselte auf Diagonal und Hähner sowie Erhardt standen wieder auf den Außenpositionen. Doch die Volleys schienen immer noch nicht 100% bei der Sache zu sein. Hähner konnte zwar mit guten Angriffen noch einige Punkte holen und Oswald sorgte mit einem Angriff und einem Einerblock für die 8:6-Führung, danach ging es allerdings bergab. Die Dachauer waren nun konstanter in ihren Aufschlägen und machten es den Leipzigern nicht mehr so einfach wie in den Sätzen zuvor. Vor allem in der Abwehr gab sich das Team von Trainer Adrian Zoppelt kämpferisch und den Leipzigern gelangen nur wenige erfolgreiche Angriffe. Auch die über das gesamte Spiel eher schwächere Annahme und Abwehr der Leipziger besserte sich nicht. Nach der technischen Auszeit und beim Stand von 12:16 für die Gäste, brachte dann L.E.-Trainer Busse Jannik Kühlborn für den Diagonalangreifer Wieland Oswald. Kühlborn, der sonst als Stammkraft auf der Außenposition agiert und sicher zu einem der stabilsten Annahme- und Abwehrspieler der Mannschaft zählt, kommt nun erstmals in dieser Saison auf Diagonal. Leider brachte der Wechsel keinen erhofften Effekt. Ganz im Gegenteil, der Abstand vergrößerte sich unaufhaltsam und der Satz ging 18:25 verloren. Es stand 2:2 nach Sätzen.

Unglücklicher Weise schien die Fassungslosigkeit beim L.E-Team und Trainer Überhand zu nehmen. Letzterer saß verzweifelt auf seinem Stuhl, während die Spieler noch einmal hitzig berieten. Die Aufstellung für den 5. und letzten Satz war nun wie zu Beginn, mit dem Unterschied, dass für den verletzten Wichert, Kühlborn die Diagonalposition weiter einnahm.
Die Leipziger schienen nochmal alles versuchen zu wollen, aber die Köpfe spielten nicht mit. Zu wenige Angriffe konnten verwandelt werden und auch die Abwehr schwächelte weiter. Bei den Gästen lief allerdings alles. Der im 2. Satz eingewechselte Diagonalangreifer Aleksandrs Ziskins dominierte das Spiel der Gegner und brachte nahezu jeden Ball im Feld der Leipziger unter. Nach dem Seitenwechsel, beim Stand von 7:8 für Dachau können sich diese immer mehr absetzen. Die Volleys kommen zwar nochmal auf 11:11 ran, aber mehr ging nicht. Im Angriff lief nichts mehr. Beim Stand von 11:14, also Spielball für Dachau, beendet der Kapitän Sebastian Wellinger das Elend. Es steht 11:15 für den ASV Dachau und 2:3 nach Sätzen.

Die MVP-Medaillen wurden dann von genau dem Ballmädchen übergeben, die noch kurz zuvor brachial zu Boden gerissen wurde, und dennoch tapfer ihre Aufgaben weiter ausgefüllt hatte. Gold ging an den Dachauer Diagonalangreifer Aleksandrs Ziskins und Silber an L.E.-Angreifer Sebastian Hähner.

Nach dem Spiel wurde von vielen Seiten einiges an Kritik geäußert. Viele der Spieler und Fans stellten die Entscheidungen des Trainers in Frage. "Zu viele Fehlentscheidungen sind heute gefallen. Das hat den Rhythmus unserer Mannschaft komplett kaputt gemacht" sagten einige, ein anderer kritisierte aber auch die Einstellung der Mannschaft: "Im vierten Satz haben wir eigentlich wieder mit einer starken 6 angefangen. Den dritten Satz muss man, trotz der Fehlentscheidungen abhaken können und dann eben den 4. Satz gewinnen. Wir haben uns einfach zu sehr aus der Ruhe bringen lassen. Da haben wir heute auf jeden Fall auch selber einiges liegen lassen."
Allerdings sollte man trotz aller Kritik die Kirche im Dorf lassen. Die L.E. Volleys stehen nun auf Platz 2 der Tabelle und blicken auf einen sehr erfolgreichen Saisonstart zurück. Dieser Dämpfer war vielleicht ein guter Anstoß um noch mal einiges neu zu ordnen. Lieber jetzt, als in der zweiten Saisonhälfte.

Am kommenden Samstag geht es dann nach Stuttgart, wo Mannschaft und Trainer zeigen können, was eigentlich möglich ist.

 

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