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"Wir haben den festen Glauben, die Olympia-Qualifikation zu schaffen!" - Felix Koslowski im Interview

Olympia: "Wir haben den festen Glauben, die Olympia-Qualifikation zu schaffen!" - Felix Koslowski im Interview

10.11.2015 • Olympia • Autor: DVV 652 Ansichten

Felix Koslowski wird die DVV-Frauen als Bundestrainer in die europäische Olympia-Qualifikation in Ankara/TUR (4.-9. Januar 2016) führen. Der 31-jährige Trainer des Schweriner SC freut sich auf die Berufung, gibt einen Einblick in sein Gefühlsleben und einen Ausblick auf die anstehende Qualifikation mit einem besonderen Auftaktspiel.

Du bist 31 Jahre alt und nun Frauen-Bundestrainer. Wie fühlt und hört sich das an?
Koslowski: "Für mich macht es keinen Unterschied, und ich setzte mich damit nicht auseinander, dass ich erst 31 Jahre alt bin. Das sind Dinge, die die Presse und Außenstehende interessieren. Aber natürlich ist es ein schönes Gefühl, dass man das Vertrauen bekommen hat und eine absolute Ehre, dass man für sein Heimatland eine Nationalmannschaft betreuen kann. Das ist das Allergrößte, was einem Trainer widerfahren kann. Diese Möglichkeit zu bekommen, ist unglaublich schön und ich freue mich darauf auch. Aber ich weiß auch, was es für eine Verantwortung mit sich bringt."

Wie sieht die zukünftige Rollenverteilung von dir und Andreas Vollmer konkret aus?
Koslowski: "Wir haben uns gestern das erste Mal zusammen gesetzt und gesprochen. Da ging es um Training, Matchvorbereitung usw. Wir haben eine flache Hierarchie, auch wenn am Ende einer der Chef sein muss. Aber Andi wird auch viel Verantwortung im Training bekommen. Es gibt schon gewisse Ideen, aber das muss alles noch final besprochen werden."

Gibt es weitere Veränderungen im Betreuerstab?
Koslowski: "Wir würden gerne noch als zweiten Co-Trainer Christian Sossenheimer aus Wiesbaden dazu nehmen und weiterhin auf Riccardo Boieri (Potsdam) als Scout setzen, weil er das in der Saison sehr gut gemacht hat, eine unheimliche Datenmenge hat und die Abläufe bei so einem Turnier kennt. Olaf Garbe (Suhl) möchten wir auch noch gerne dazu haben, dazu Michael Döring (Schwerin). Die Physiotherapie und Ärzteschaft bleibt ebenfalls gleich."

Ihr seid beide vielbeschäftigt, seid beide in der Bundesliga voll gefordert. War es schwer, die Verantwortlichen in Schwerin und Münster zu überzeugen?
Koslowski: "Es war eher so, dass Verband und Liga einen guten Weg gewählt haben, indem sie erst die Vereine kontaktiert haben, ob die Verfügbarkeit bestehen würde. Die Vereine haben sich kurzgeschlossen und sofort gesagt, dass sie wie auch alle anderen Bundesligisten das Projekt unterstützen würden, dementsprechend war es relativ leicht."

Wann beginnt ihr die Vorbereitung auf Ankara und wie sieht diese aus?
Koslowski: "Das ist noch nicht ganz leicht zu sagen. Wir müssen erst einmal gucken, welche Spielerin in welcher Liga wann fertig ist. Das kann vom 12. Dezember bis zum 23. Dezember sein, demnach müssen wir anfangen zu organisieren. Mit Sicherheit müssen wir den Spielerinnen drei, vier Tage Pause geben, damit sie runterfahren können. Dann müssen wir gleichzeitig gucken, dass wir wenigsten ein paar Tage Vorbereitungszeit haben. Diesen Spagat zu schaffen, ist eine große Aufgabe für uns."

Weiß du schon, welche Spielerinnen du zum Lehrgang einlädst? Gibt es Veränderungen im Kader? Wann werdet ihr zum Lehrgang einladen?
Koslowski: "Ich denke, wir werden Ende November eine Einladung verschicken an die Spielerinnen, die für Ankara in Frage kommen. Welche Spielerinnen das sind, kann ich jetzt noch nicht zu 100 Prozent sagen. Ich kann natürlich nicht alles übers Knie brechen und zehn neue Spielerinnen bringen, das macht keinen Sinn. Dazu ist zum einen die Zeit zu kurz, zum anderen haben die EM-Spielerinnen gezeigt, dass sie gegen die anderen Teams wie Türkei, Belgien, Niederlande, Italien, Kroatien und Russland auch schlagen können. Man muss jetzt gucken, dass man die Spielerinnen bestmöglich fit, auch mental fit, auf das Turnier bekommt."

Stichwort Christiane Fürst !
Koslowski: "Natürlich! Wir haben noch nicht mit Christiane gesprochen, aber natürlich werden wir mit ihr sprechen, sonst wären wir ja blöd. Christiane ist allein durch ihre Erfahrung eine Bereicherung für die Mannschaft, aber auch durch ihre Klasse auf ihrer Position - dort ist sie vielleicht die Weltbeste - jeder Trainer und jede Mannschaft wünscht sich so eine Spielerin. Das ist aber ihre Entscheidung und ich kann mit beiden Entscheidungen leben, weil sie schon viel für die Nationalmannschaft geleistet hat. Aber natürlich wäre es natürlich ein tolles Zeichen und Plus für uns, wenn sie sich nochmals für uns zur Verfügung stellt."

Es bleibt wenig Zeit, etwas zu verändern. Gibt es dennoch etwas, was du an der Spielweise, dem Auftreten etc. der DVV-Frauen ändern möchtest oder was ist das Ziel?
Koslowski: "Jeder Trainer hat seine Vorstellungen davon, wie die Mannschaft auftritt, wie das Gefüge aussehen soll. Das System und der Weg muss aber auch immer auf die Mannschaft angepasst werden, man kann das Modell nicht auf jede Mannschaft übertragen. Wir müssen abwägen, wie die Mannschaft aussieht, kommt Christiane dazu oder nicht. Wenn das alles feststeht, können wir unsere Idee und Philosophie anbringen."

Bei der Olympia-Qualifikation geht es gleich im ersten Spiel gegen deinen Freund und "Lehrmeister" Giovanni Guidetti, mit dem du neun Jahre Seite an Seite verbracht und gelernt hast. Ein besonderes Spiel für dich?
Koslowski: "Ein besonderes Spiel für uns. Wir haben gestern schon länger telefoniert und viel gescherzt, aber auch schon mit einem gewissen Ernst gesprochen, das war ein interessantes Gespräch. Sobald der Schiedsrichter das Spiel anpfeift, ist es ein wichtiges Spiel in der Olympia-Qualifikation. Aber mit der Vorgeschichte steht das Spiel natürlich unter einem besonderen Stern. Auch, weil wir viele Niederländerinnen kennen: ich hatte drei Niederländerinnen aus der Starting Six in meiner Mannschaft, andere spielen in der Bundesliga. Es ist definitiv auch ein besonderes Spiel für die Niederländerinnen. "

Hat er sich schon bei dir gemeldet nach deiner Berufung?
Koslowski: "Er hat sich direkt gemeldet, ich glaube, eine Minute, nachdem die Pressemitteilung online war. Er hat mir gratuliert und sich für mich gefreut, dann haben wir angefangen über Ankara zu sprechen."

Neben den Niederlanden heißen die Gegner Türkei und Kroatien. Machbar?
Koslowski: "Die Türkei zu Hause ist eine richtige Macht. Die kratzen noch 10 bis 20 Prozent extra raus mit ihrer Euphorie und dem Publikum. Die werden alles tun, um das Spiel zu gewinnen, nicht nur auf, sondern auch neben dem Feld. Wir müssen uns auf uns fokussieren, Rituale aufbauen und uns mental auf die Stimmung vorbereiten, die klar gegen uns sein wird. Volleyballerisch haben wir auf jeden Fall die Fähigkeit, sie zu schlagen, das hat man bei der EM gesehen, als das Spiel im Tiebreak verloren ging."

Wie beurteilst du generell die Aufgabe in Ankara? Nur der Sieger erhält das Rio-Ticket, der Zweite und Dritte bekommen eine zweite Chance.
Koslowski: "Andi und ich sind diesen Job angetreten, weil wir absolut den festen Glauben haben, die Olympia-Qualifikation zu schaffen. Wir glauben, dass wir Teams wie Russland, Italien und Türkei schlagen können. Es ist sehr schwer, aber man muss es als große Möglichkeit sehen. Es gibt Teams, die sind favorisierter als wir wie Russland, Italien, die Niederlande und die Türkei. Aber Deutschland hat schon oft gezeigt, dass sie gegen jede Mannschaft in Europa gewinnen kann."

 

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