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Endlich Weltmeister - vier bayerische Volleyballerinnen siegen beim Global-Cup

DVV: Endlich Weltmeister - vier bayerische Volleyballerinnen siegen beim Global-Cup

04.11.2015 • DVV • Autor: Georg Kettenbohrer 747 Ansichten

Sie arbeiten im Hort, als Zahntechnikerin und im Gesundheitsbereich: Gudrun Burschik, Ursula Kerschbaum-Kettenbach, Almut Kemperdick-Neumaier und Terry Schättler. Sie alle eint die Begeisterung für Volleyball. Auch nachdem das 50. Lebensjahr gemeistert war, stehen die vier noch regelmäßig auf dem Feld. Zuletzt gelang ihnen als erstes Deutsches Team den Global Cup zu gewinnen, der Weltmeisterschaft für die über 50-jährigen in den USA. Wir haben mit ihnen ein Vierer-Interview zum Global Cup geführt.

Mit welchem Ziel seid ihr in den Cup gegangen?

Gudrun Burschik: Der Titelgewinn war mein Traum! Ich war mir davor aber noch nicht sicher, ob er auch in Erfüllung gehen wird.
Ursula Kerschbaum-Kettenbach: Der Titel war unser Ziel. Vor zwei Jahren war die Mannschaft knapp dran. Diesmal ging für uns kein Weg mehr daran vorbei.
Almut Kemperdick-Neumaier: Für die, die das letzte Mal bereits dabei waren, war der Titel das ausdrückliche Ziel.
Terry Schättler: Grundsätzlich fahre ich immer zu Spielen um zu gewinnen. Das war auch mein Ziel beim Global Cup. Dass es dann auch geklappt hat ist umso schöner.

Was war die große Stärke eures Teams?

Kemperdick-Neumaier: Unsere Stärke war neben dem großen Kader auch die gute Stimmung und das gute Miteinander. Klaus (Anm. d. Red. Trainer Klaus Drauschke) ist es gelungen aus 14 Spielerinnen eine Mannschaft zu formen, die in jeder Konstellation gut gespielt hat. Egal welche sechs auf dem Platz standen, jeder hat mit jedem spielen können.
Kerschbaum-Kettenbach: Der Teamgeist. Wir hielten fest zusammen. Die Wertschätzung untereinander und vom Trainer gegenüber jeder einzelnen Spielerin.
Burschik: Das waren 14 mehr oder weniger fitte, auf jeden Fall ohne Verletzungen, Spielerinnen. Wir hatten ein gemeinsames Ziel, das wir zusammen erreichen wollten.
Schättler: Die Stärke war sicherlich unser Team. Wir hatten nicht nur eine erste und eine zweite Sechs, sondern wir waren 14 gleichwertige Trainer. Wir wussten, dass wir uns zu 100 Prozent aufeinander verlassen konnten.

Wer waren eure Schlüsselspielerinnen?

Burschik: Diese Frage sollte an den Trainer gehen. Unsere Stärke war sicher, dass die Einwechselspieler immer eine Verstärkung waren.
Kerschbaum-Kettenbach: Unser Trainer hat 14 Frauen zusammengestellt und uns optimal vorbereitet und gecoacht. Große Klasse. Er war der Schlüssel zum Sieg für uns.
Kemperdick-Neumaier: Alle 14 waren gleichwertig!
Schättler: Wir haben als Team gewonnen, aber ich denke Gudrun Burschik hatte eine große Rolle, da sie für jede Spielerin eingewechselt werden konnte. Ob Außenangriff, Mittelblock oder Diagonal. Nur den Zuspieler hätte sie nicht ersetzen können. Sie war am Ende auch das Ass im Ärmel auf der Position zwei. Mit ihr war auch Andrea Marunde eine Schlüsselspielerin, die unsere Annahme und Abwehr ähnlich wie Gudrun stabilisieren konnte. Aber gut war für uns zu wissen, egal wer auf dem Feld stand, dass wir hinten stabil waren und vorne am Netz die Bälle runterbringen konnten. Ich denke, das war auch eine Stärke unserer Mannschaft.

Wie habt ihr den Titelgewinn gefeiert?

Kemperdick-Neumaier: Egal wie viele Titel man gewinnt, der aktuelle ist der schönste und Feiern macht mit so einen Mannschaft noch einmal mehr Spaß.
Kerschbaum-Kettenbach: Bevor das Endspiel beginnt, muss jede Mannschaft beim Global Cup etwas vortragen, zum Beispiel ein Lied singen. Danach beginnt das Endspiel und danach haben wir gefeiert und ließen uns feiern. Wir langen uns in den Armen. Bei der Siegerehrung gab es als Krönung den Pokal und im Hotel gab es dann Champagner. In Utah wird in der Öffentlichkeit kein Alkohol eingeschenkt.
Burschik: In der Halle haben wir gefeiert, so wie es sein sollte. Danach gab es Pizza und Bier. Es war alles etwas ruhiger als früher, weil wir keinen großen Platz zum Feiern hatten.
Schättler: Es war spät, bis wir endlich zum Feiern gekommen sind. Aber es war trotzdem schön. Wir haben mit Pizza, Bier und Champagner gefeiert. Wir werden aber noch einmal alles zusammen irgendwann mal im nächsten Jahr feiern. Aber es war schon schön. Wir saßen zusammen und haben viel gelacht. Auch am nächsten Tag und auch die nächste Woche noch gestrahlt. Das haben wir so schnell nicht losbekommen.

Wie wurdet ihr zu Hause empfangen?

Burschik: Ich bin am Montag allein mit der S-Bahn nach Hause gefahren, da ich noch eine Woche Urlaub hatte danach. Bei der letzten Besprechung des SV Lohhof wegen der Einquartierung von Flüchtlingen in unserer Halle wurde ich dann von allen geherzt und beglückwünscht.
Kemperdick-Neumaier: Nachdem mein Mann mit in den USA war, wie übrigens viele andere Männer auch, gab es den persönlichen Empfang gleich am Spielfeldrand.
Kerschbaum-Kettenbach: Da wir vier zu unterschiedlichen Zeiten nach Hause kamen, wurde jeder für sich familiär in Empfang genommen. Mein Mann und meine Kinder haben mich am Bahnhof mit Plakat und Blumen in Empfang genommen. Meine Kolleginnen im Hort haben mich am nächsten Tag mit einem Meisterschaftskuchen verköstigt und die Kinder wollten die Goldmedaille sehen. Sie kamen aus dem Staunen nicht mehr raus. Das war echt süß.
Schättler: Nachdem ich noch zwei Wochen bei meiner Familie in den USA war, bin ich heimgeflogen. Mein Mann war zu der Zeit unterwegs mit seinem alten Chor im Rhein-Main-Gebiet. Aber meine Nachbarin hat mich am Flughafen abgeholt mit einer Rose. An der Wohnungstür war dann schon ein Plakat angebracht mit deutscher und amerikanischer Flagge und dem Spruch: "Herzlich willkommen Frau Weltmeisterin." Also auch wenn mein Mann mich nicht selbst abgeholt hat oder an der Tür gestanden ist, habe ich gewusst, dass ich herzlich empfangen wurde zu Hause.

Werdet ihr beim nächsten Global Cup noch einmal antreten?

Kerschbaum-Kettenbach: Es kommt immer auf die gesundheitliche Verfassung an. Jetzt genieße ich erst einmal den Weltmeistertitel.
Kemperdick-Neumaier: Es ist zwar schwer vorstellbar, dass dieses Erlebnis noch zu toppen ist, aber soll niemals nie sagen.
Burschik: Ob das Turnier wieder stattfindet steht in den Sternen. Für mich kann ich sagen, dass mehr als Weltmeister eigentlich nicht geht. Und ob ich das alles - Training und Flugkosten - noch einmal auf mich nehmen würde, kann ich heute noch nicht sagen.
Schättler: Für mich ist das wahrscheinlich das Ende der Fahnenstange. Ich bin jetzt 58 und meine Knie machen es eigentlich nicht mehr mit. Aber ich habe schon vor zwei Jahren gesagt, dass es mein letzter Global Cup ist und jetzt habe ich doch noch einmal gespielt. Ich sag mal so, wenn es meine Gesundheit zulässt, dann lasse ich mich vielleicht noch einmal überreden.

 

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