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Frauen-EM: Bitteres Aus im Viertelfinale - 2:3 gegen die Türkei

DVV: Frauen-EM: Bitteres Aus im Viertelfinale - 2:3 gegen die Türkei

02.10.2015 • DVV • Autor: DVV 787 Ansichten

Die DVV-Frauen haben erstmals seit 2007 das EM-Halbfinale verpasst und trotz einer bärenstarken Leistung im Viertelfinale ausgeschieden: gegen European Games-Gewinner Türkei verlor die deutsche Mannschaft nach besten EM-Vorstellung 2:3 (20-25, 25-21, 25-20, 23-25, 12-15) und beendet damit das Turnier auf einem Platz zwischen fünf und acht (dies ist von den anderen Viertelfinals abhängig).

Der Fünftplatzierte ist direkt für die EM-Endrunde 2017 in Georgien & Aserbaidschan qualifiziert. Punktbeste deutsche Spielerinnen waren Maren Brinker (22) und Jennifer Geerties (19). 2009 hatte das deutsche Team Platz vier belegt, 2011 und 2013 jeweils EM-Silber gewonnen.

Die Türkei hatte sich in vier Videositzungen intensiv auf das deutsche Team vorbereitet, das - wie bei allen vier vorherigen Auftritten - mit der gleichen Startformation begann. Demnach wussten die türkischen Spielerinnen nahezu alles über Margareta Kozuch & Co. Maren Brinker wurde mit Aufschlägen eingedeckt, und die erfahrene deutsche Außenangreiferin hatte ihre liebe Mühe. Zuspielerin Mareen Apitz war es oftmals nur möglich, hoch über die Außenpositionen zu spielen - eine dankbare Situation für die türkische Block-Abwehr, da sich der deutsche Angriff oftmals nicht durchsetzen konnte. Vor allem Kozuch brachte im ersten Satz kaum einen Ball auf den Boden (20% Quote).
Auch der zweite Satz begann frustrierend (3-8), der türkische Block schien unüberwindbar. Dann ging jedoch ein Ruck durchs deutsche Team, der Kampfgeist war erwacht, der Aufschlag wurde immer druckvoller, die jungen Spielerinnen sorgten für Schwung: Silge machte es im Aufschlag vor, die eingewechselte Jennifer Geerties spielte überragend, feierte Punkte im Angriff und Block euphorisch. Auch in der Folge zeigte das deutsche Team eine starke Leistung und ließ sich nicht von Rückständen (3-8) oder dubiosen Schiedsrichter-Entscheidungen aus der Ruhe bringen. Eine 8:0-Serie beim Stand von 9-14 im dritten Satz sorgte für die Wende und die Satzführung. Das Spiel blieb äußerst umkämpft, den vierten Satz retteten die Türkinnen mit etwas Glück ins Ziel. Im fünften Satz drehte das deutsche Team einen anfänglichen Rückstand in ein 8-7, aber nach dem Seitenwechsel lief nicht mehr viel. Der besten deutschen Spielerin, Geerties, unterliefen zwei Annahmefehler - aus der Traum vom erneuten Halbfinale. Statt nach Rotterdam reist das Team am 2. Oktober um 10.00 Uhr per Bus und Mietautos nach Deutschland zurück.

Startformation GER: Mareen Apitz , Margareta Kozuch , Maren Brinker , Heike Beier , Wiebke Silge , Anja Brandt , Lisa Thomsen
Startformation TUR: Naz Aydemir, Polen Uslupehlivan, Gözde Kirdar, Neriman Ozsoy, Kübra Akman, Eda Erdem, Gizem Karadayi

Nach drei Siegen in Folge hatte Bundestrainer Luciano Pedullà keinen Grund, die Startformation zu verändern. Nur die Vorzeichen hatten sich verändert, denn das deutsche Team ging gegen die Türkei als Außenseiter in die Partie. Auch die Türkinnen vertrauten auf ihre Anfangsformation, die in der Vorrunde drei klare 3:0-Siege eingefahren hatte. Zu Beginn wurden die beiden Aufschlag-Strategien schnell klar: Brinker auf deutscher und Ozsoy auf türkischer Seite bekamen nahezu alle Aufschläge. Nach zwei Blocks gegen Kozuch lagen die Türkinnen vorne (6-8). Nach drei weiteren Angriffsaktionen nahm Pedullà seine erste Auszeit - Kozuch, Brinker und Brandt brachten allesamt ihren Ball nicht unter (6-11). Es ging so weiter, vor allem Kozuch scheiterte immer wieder, die Türkinnen hatten sie extrem gut im Griff (9-16). Weiß und Weihenmaier kamen und brachten sofort Schwung: Weiß servierte zwei Asse und ließ das deutsche Team verkürzen (14-18). Die deutsche Mannschaft war nun besser im Spiel und übte viel Druck mit dem Aufschlag aus, weiter heran kamen die Schmetterlinge jedoch nicht, weil die Türkinnen im Angriff sehr konstant agierten.

Mit Jennifer Geerties für Beier begann die deutsche Mannschaft den zweiten Satz, aber erneut kamen die Türkinnen mit ihrem Block besser in die Partie (2-5). Die deutsche Mannschaft punktete immer dann, wenn mit dem Aufschlag Druck ausgeübt werden konnte - die Türkinnen "wackelten" in der Annahme ein ums andere Mal. Als Kozuch endlich zweimal durchkam, gelang der Ausgleich (9-9). Und der deutsche Aufwärtstrend setzte sich fort, Geerties agierte stark und punktete in Angriff und Block (14-10). Die deutsche Mannschaft blieb vorne, weil relativ sicher aus der Annahme gepunktet wurde und Geerties abermals einen Blockpunkt abfeierte (21-17). Als sich das deutsche Team auf fünf Punkte absetzte (23-18), war die Entscheidung gefallen: mit großem Kampfgeist wurde der Satzausgleich nach schwachem Start geschafft, es war der erste türkische Satzverlust im Turnier.

Die Türkei reagierte und wechselte auf der Diagonal- und Mittelblockposition. Die Türkinnen kamen mit dieser Maßnahme wieder besser in die Partie, zumal die deutsche Annahme wieder etwas Probleme offenbarte (7-11). Dann sorgten zwei Schiedsrichter-Entscheidungen für weiteres deutsches Ungemach: Eine Block-Challenge wurde zu Ungunsten der DVV-Frauen entschieden, direkt im Anschluss auf deutscher Seite ein Aufstellungsfehler moniert (9-14). Das deutsche Team zeigte die richtige Reaktion: jeder Ball wurde abgefeiert, der Block stand. Es gelangen acht Punkte in Serie (17-14). Die Türkinnen wechselten weiter munter durch, aber Deutschland mit der immer noch überragenden Geerties hielt die Führung (20-16). Und gab sie nicht mehr her: die türkische Diagonalspielerin Baladin machte per Aufschlagfehler den letzten Punkt zur 2:1-Satzführung.
Wie in den vorhergehenden Sätzen erwischten die Türkinnen wieder den besseren Start und profitierten zu Beginn von zwei Unachtsamkeiten auf deutscher Seite (5-10). Geerties per Angriff und Brandt per Block verkürzten auf 8-10, dann sorgten zwei Geerties-Asse für die erste Führung (12-11). Die Türken konterten prompt und holten sich durch gutes Blockspiel die Führung zurück (14-17). Diese wurde mit einem Netzkantenroller ausgebaut (16-21), aber der Doppelwechsel mit Weiß/Weihenmaier brachte abermals frischen Wind und Punkte (19-21). Bis auf einen Zähler kam die DVV-Auswahl heran, ein Satzball wurde abgewehrt, mehr gelang nicht. Der Tiebreak musste die Entscheidung über den Halbfinalisten bringen.

Fast jeder Ball war umkämpft, es gab keine einfachen Punkte mehr. Die Türkei übernahm die Führung, das deutsche Team blieb dran (4-5). Ein Apitz-Block sorgte für den Ausgleich, ein Geerties-Angriff für die Führung (8-7). Die hielt aber nur für den Seitenwechsel, dann punkteten die Türkinnen dreifach (8-10). Mit druckvollen Aufschläge auf Geerties setzte sich der Gegner weiter ab (9-13), dann kam wieder Hoffnung auf (11-13). Doch zu spät, die Türkei ließ sich das Spiel nicht mehr nehmen, eine tolle Leistung, die nicht mit dem Sieg belohnt wird.

Statistik GER-TUR

Stimmen zum Spiel
Margareta Kozuch : "Die Türkinnen hatten sich sehr gut auf mich eingestellt, es war schwer, sich zu behaupten. Es ist einfach nur unfair, dass wir nicht im Halbfinale stehen."

Luciano Pedullà: "Wir waren knapp an einer echten Überraschung. Das war ein sehr gutes Spiel in Aufschlag und Abwehr. Wir haben die Türkinnen zu ungewöhnlich vielen Fehlern gezwungen. Meine Spielerinnen haben unglaublich gut gespielt. Jennifer Gerties war fantastisch, sie kam rein und hat sofort Verantwortung übernommen, sie ist jung und kann seine sehr starke Spielerin für Deutschland werden."

Mareen Apitz : "Ich hasse es, jetzt nicht nach Rotterdam, sondern nach Hause fahren zu müssen. Die Türkinnen sind nach den bisherigen Leistungen verdient ins Halbfinale eingezogen. Aber wir hatten heute auch den Glauben an uns, das war immer zu spüren. Auch in kritischen Situationen oder nach Fehlern gab es nur pushende Worte. So ist eben Team Deutschland, dieser Zusammenhalt ist einzigartig."

Jennifer Geerties : "Am Anfang waren wir sehr nervös, weil wir wussten, es geht heute um alles. Als ich reinkam habe ich gesagt, Mädels, scheißegal, wir haben nichts mehr verlieren, haut drauf auf jeden Ball und zeigt, was wir können. Am Ende sind leider auch mir ein paar dumme Fehler passiert. Ich wollte unbedingt nach Rotterdam und habe bis zum letzten Punkt daran geglaubt."

Sportdirektor Ralf Iwan: "Das war ein tolles Spiel und eine starke Leistung der Mannschaft. Leider wurde sie nicht mit dem Einzug ins Halbfinale belohnt. Man konnte im Laufe des Turniers bei uns eine klare Steigerung erkennen. Das war ein sehr ordentlicher Abschluss, der hoffentlich noch mit dem 5. Platz und der damit verbundenen Qualifikation für die EM-Endrunde 2017 belohnt wird. Jetzt heißt es, nach vorne zu schauen und zu analysieren und den Fokus auf die Olympia-Qualifikation im Januar zu richten."

1/4-Finale in Antwerpen und Rotterdam
1.10.: RUS - ITA 3:1 & NED - POL (20.00) (Rotterdam)
1.10.: TUR - GER 3:2 & SRB - BEL (20.30) (Antwerpen)

1/2-Finale in Rotterdam
3.10.: RUS - SRB/BEL (17.00) & TUR - NED/POL (20.00)

Finalspiele in Antwerpen und Rotterdam
4.10.: Spiel um Platz 3 & FINALE


Der deutsche EM-Kader: Margareta Kozuch (Casalmaggiore/ITA), Maren Brinker (Montichiari/ITA), Wiebke Silge (SC Potsdam), Laura Weihenmaier (Ladies in Black Aachen), Lena Stigrot (Rote Raben Vilsbiburg), Berit Kauffeldt (Lokomotiv Baku/AZE) Lenka Dürr (Wroclaw/POL), Lisa Thomsen (N.N.), Kathleen Weiß (Prostejov/CZE), Jennifer Pettke (VC Wiesbaden), Anja Brandt , Jennifer Geerties (beide Schweriner SC), Heike Beier (Lodz/POL), Mareen Apitz (Azeryol Baku/AZE)

 

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