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Polen: Die Weltmeister-Liga startet mit deutscher Beteiligung

Breitensport: Polen: Die Weltmeister-Liga startet mit deutscher Beteiligung

22.09.2015 • Breitensport • Autor: Martin 835 Ansichten

Polens "Plusliga" gilt als die beste Volleyball-Liga der Welt. So verwundert es auch nicht, dass die polnische Nationalmannschaft zuletzt die Weltmeisterschaft holte. Jetzt geht die Plusliga in eine neue Saison. Vorjahressieger Rszeszow um den deutschen Nationalmannschafts-Kapitän Jochen Schöps geht wieder als Favorit an den Start. Drei weitere deutsche Nationalspieler werden in dieser Saison in der Elite-Liga mitmischen.

Polen: Die Weltmeister-Liga startet mit deutscher Beteiligung - Foto: Chłopczyk kibicuje polskiej drużynie © studioJowita / Fotolia.com

Foto: Chłopczyk kibicuje polskiej drużynie © studioJowita / Fotolia.com

Jochen Schöps und Asseco Resovia Rszeszow - das passt. Der Kapitän der deutschen Volleyball-Nationalmannschaft hat seinen auslaufenden Vertrag bei den Südostpolen erst kürzlich um zwei weitere Jahre verlängert. Kein Wunder, denn die Beziehung Schöps-Rszeszow ist eine echte Erfolgsgeschichte - nachdem der Schwenninger schon in seiner ersten Saison mit Asseco auf Anhieb Polnischer Meister geworden war (2012/13), klappte es nun im dritten Jahr bereits zum zweiten Mal. Nicht zuletzt dank Schöps‘ starker Leistungen gelang der Titelgewinn - als Bestätigung wurde der 31-Jährige sogar zum Spieler des Jahres in Polen gewählt.

Schöps Team Resovia Rzeszow: Drei Titel in vier Jahren



Vieles spricht dafür, dass sich Rekordmeister Skra Belchatow und Emporkömmling Resovia Rszeszow wieder ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Meisterschaft liefern werden. Die Rivalität der beiden hat die letzten Jahre des polnischen Volleyballs geprägt: Bereits im Play-Offs-Finale 2012 besiegte Rszezow Belchatow, im Jahr darauf gab es das Duell dann schon im Viertelfinale, wo erneut Resovia die Oberhand behielt. Im letzten Jahr folgte dann endlich der Triumph für Belchatow. Während man sich 2014/15 nicht in den nationalen Play-Offs traf, kam es dafür zum Duell im Champions-League-Halbfinale. Im Final Four in Berlin setzte sich Rszeszow durch, verlor dann aber gegen Zenit Kasan das Finale. Bevor Resovia dem Rekordmeister aus Belchatow in den vergangenen Jahren begann, den Rang abulaufen war BOT Skra das Maß aller Dinge: In den Jahren 2005 bis 2011 wurde man unfassbare sieben Mal in Folge Polnischer Meister!

Spieler untereinander haben keine Probleme miteinander, im Gegenteil: wir spielen gerne gegeneinander."

Das liegt selbstverständlich auch daran, dass sich nicht nur Teamkollegen aus der deutschen Nationalmannschaft gegenüber stehen. Beim letzten Aufeinandertreffen spielten auf beiden Seiten zudem neun Spieler, die nur ein Jahr zuvor im eigenen Land gemeinsam Weltmeister wurden. Polen besiegte Brasilien in 3:1 Sätzen und setzte sich nach 1974 zum zweiten Mal auf den Volleyball-Olymp. Der Sieg bei der WM im eigenen Land gab dem ohnehin äußerst populären Volleyball in Polen noch einmal einen gewaltigen Schub. Gemeinsam mit Fußball ist der Schmettersport im deutschen Nachbarland die absolute Sportart Nummer eins: Für das Auftaktspiel zur Volleyball-WM im letzten Jahr wurden 62.000 Eintrittskarten verkauft. Das Spiel fand in der Warschauer National-Arena statt, die für die Fußball-EM 2012 gebaut worden war. Die große Aufmerksamkeit der Polen für das Volleyballturnier hing aber sicherlich auch damit zusammen, dass die Fußball-Nationalmannschaft um Robert Lewandowski das gleichzeitig stattfindende Turnier in Brasilien wieder einmal verpasst hatte.

Plusliga 2014/15: Vier deutsche Nationalspieler und ein Bundestrainer



Die deutsche Nationalmannschaft belegte bei der Weltmeisterschaft einen starken dritten Platz. Im Halbfinale war man mit 1:3 an Gastgeber Polen gescheitert. Einige der Bronze-Helden werden sich in dieser Saison in der polnischen Liga gegenüberstehen. Während Belchatows Libero Ferdinand Tille nach der für sein Team alles andere als zufriedenstellenden, weil titellosen Saison nach Deutschland zurückkehrt und nun beim TSV Herrsching die Bälle annimmt, gibt es neben Schöps und Schwarz noch zwei weitere Polen-Legionäre in den Reihen der Nationalmannschaft. Zuspieler Lukas Kampa spielt seit nunmehr einem Jahr bei Czarni Radom, und mit Marcus Böhme wechselte nun einer der besten deutschen Spieler in die Weltmeister-Liga. Der Mittelblocker, der bei der Weltmeisterschaft 2014 ins All-Star-Team berufen wurde und damit zum besten Spieler auf seiner Position gekürt wurde, hat bei KS Cuprum Lubin unterschrieben. Die Mannschaft aus der niederschlesischen Kleinstadt geht erst in ihre zweite Spielzeit in der Plusliga. Nach dem Aufstieg 2014 war man das Überraschungsteam der Saison und schaffte mit dem siebten Platz am Ende sogar fast den Sprung nach Europa.

Schöps war nach seinen deutschen Stationen bei Olympia Berlin und dem VfB Friedrichshafen, mit dem er 2007 das Triple inklusive Champions League-Titel holte, vor acht Jahren nach Russland zu Iskra Odinzowo gewechselt. Nach Platz fünf bei Olympia in London mit dem Nationalteam ging es für Schöps nach Polen. Die "Plusliga" gilt als die beste Volleyball-Liga der Welt. Resovia Rszeszow dominiert die Liga in der jüngsten Vergangenheit - von den letzten vier Titeln gingen drei ins Karpatenvorland, wo das Team um Jochen Schöps beheimatet ist. Nur 2014 musste man sich im Finale mit 0:3 gegen Skra Belchatow geschlagen geben. Rszeszow hätte in diesem Sommer zusätzlich zur Rückkehr auf den polnischen Volleyball-Thron fast die Champions League geholt, unterlag im Finale allerdings Russlands Meister Zenit Kasan.

Finalgegner von Schöps‘ Team in der Liga war in diesem Jahr Lotos Trefl Gdansk um den deutschen Außenangreifer Sebastian Schwarz, der sein erstes Jahr in Polen spielt. Etwas überraschend schalteten die Danziger im Halbfinale der Play-Offs Titelverteidiger Belchatow mit 3:1 aus, das in der Hauptrunde als einziges Team mit Rszeszow hatte Schritt halten können. Neben dem Achtungserfolg mit der Vizemeisterschaft waren Schwarz und seine Mannschaft im Polnischen Pokal erfolgreich. Hier gelang ein 3:1 gegen Meister Rszeszow und Schwarz‘ Nationalmannschaftskollegen Schöps.
Schwarz und Trefl Gdansk werden sich nach der bärenstarken letzten Runde in der kommenden Saison, die am 31. Oktober beginnt, wieder um den Titel in der Plusliga bewerben wollen. Glaubt man den Buchmachern, haben die Danziger aber nur die viertbesten Karten, sich zum Meister zu krönen. Neben den beiden Top-Favoriten Rszeszow und Belchatow (Quote jeweils: 1:2,50) wird auch ZAKSA Kedzierzyn-Kozle (1:6,00) stärker eingeschätzt als Trefl Gdansk (1:10,00). Wer sich über das äußerst breite Volleyball-Angebot, welches die meisten Wettanbieter inzwischen aufzuweisen haben, informieren will, findet hier einen Überblick.

Skra Belchatow gegen Resovia Rszeszow - Wer ist Polens Nummer Eins?



In der vergangenen Saison war das Schlagerspiel auch in gewisser Weise ein deutsch-deutsches Duell: Während auf der Seite von Resovia Jochen Schöps zum Einsatz kam, stand ihm in Belchatows Libero Ferdinand Tille ein Nationalmannschafts-Kollege gegenüber. Vor dem Halbfinale in der europäischen Königsklasse sagte Schöps über die Rivalität der beiden Teams: "Belchatow gegen Rzeszow ist schon immer ein großer Konkurrenzkampf und wird in den Medien heiß diskutiert.

Das Getümmel der deutschen Nationalspieler ist natürlich auch für Bundestrainer Vital Heynen spannend anzuschauen. Weit weg ist er nicht: Neben seinem Job als Nationaltrainer ist der Belgier nämlich seit 2013 auch Coach beim polnischen Erstligisten Transfer Bydgoszcz. Er wurde in der letzten Saison mit seinem Team in der Hauptrunde Sechster, musste sich im Playoff-Viertelfinale dann allerdings gegen Sebastian Schwarz und Lotos Trefl Gdansk geschlagen geben.

Mit dem Nationalteam will er nach dem Medaillengewinn bei der Weltmeisterschaft nun weiter Edelmetalle jagen. Bei der Europameisterschaft in Italien im Oktober zählt das Team zu den Favoriten. Außenangreifer Sebastian Schwarz sagt: "Wir sind reifer geworden und wissen, dass wir bei der EM wieder eine Medaille gewinnen können." Als Vorbereitung auf das Turnier in Italien steht zunächst vom 25. bis 27. September ein vom DVV organisiertes Vier-Nationen-Vorbereitungsturnier in Ludwigsburg an, an dem neben der deutschen Mannschaft der WM-Vierte Frankreich, sowie Serbien und Slowenien teilnehmen. Über allem steht für den Weltranglisten-Neunten aber die Qualifikation für Olympia 2016 in Rio de Janeiro. "Das ist das große Ziel dieser Mannschaft, denn danach könnte es einen altersbedingten Umbruch geben", sagte Schwarz.

 

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