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DVV-Frauen: "Wir müssen uns auf unsere Leistung konzentrieren!" - Interview mit Spielführerin Margareta Kozuch

DVV: DVV-Frauen: "Wir müssen uns auf unsere Leistung konzentrieren!" - Interview mit Spielführerin Margareta Kozuch

21.09.2015 • DVV • Autor: DVV 726 Ansichten

In wenigen Tagen beginnt die Frauen-Europameisterschaft in Belgien & in den Niederlanden. Die DVV-Frauen reisen als Vize-Europameister zur Vorrunde nach Eindhoven/NED, wo sie auf Serbien, Rumänien und die Tschechische Republik treffen. Wie die Erwartungen sind, wie die Vorbereitung lief und was noch wichtiger als die EM ist, verrät Kapitän Margareta "Maggie" Kozuch im Interview.

Die Vorbereitung auf die EM ist in den letzten Zügen. Wie groß ist die Vorfreude bei dir und der Mannschaft auf die EM?
Kozuch: "Auf jeden Fall groß! Wir haben viel und gut trainiert und sind als Mannschaft nochmals zusammen gerückt, wie ich finde. Es wäre schön, wenn wir die Trainingsleistungen bei der EM zeigen können und in den nächsten Spielen und Trainingseinheiten noch weitere Schritte nach vorne kommen."

Der Sommer verlief nicht unbedingt zufriedenstellend, die Ergebnisse z.B. bei European Games und Grand Prix durchschnittlich, die Leistungen schwankend. Woran machst du das fest?
Kozuch: "Wir haben uns als Mannschaft sehr verändert, es wurde viel gewechselt, nicht alle haben alle Turniere gespielt, beispielsweise wurde auch während des Grand Prix gewechselt. Ich finde, es ist natürlich, dass es Zeit braucht, sich als Mannschaft zu finden und auch mit dem neuen Trainerteam. Wir haben gute Schritte nach vorne gemacht, gerade in den letzten zwei Wochen in Schwerin. Nicht nur volleyballerisch, sondern auch im mentalen Bereich."

Wie ist die Zusammenarbeit mit Luciano Pedullà? Worauf legt er Wert, was ist seine Philosophie?
Kozuch: "Er ist natürlich ein anderer Typ als Giovanni Guidetti, ruhiger und gelassener. Das ist seine Art, auch um Ruhe auf uns auszustrahlen. In Auszeiten sagt er aber auch klar und deutlich, was Sache ist. Er trainiert sehr viel und hart und will über die Arbeit der Mannschaft Sicherheit geben. Eine hohe Qualität ist ihm wichtig, auch im Training. Er lässt uns relativ viele Freiheiten und schenkt uns Vertrauen, er gibt auch klare Anweisungen, beispielsweise für das Serbien-Spiel bei der EM."

Welche Erkenntnisse haben die zwei Italien-Spiele gebracht? Sind die Trainingseindrücke bestätigt worden?
Kozuch: "Italien hat qualitativ sehr gut gespielt und wir haben phasenweise zu viele Fehler gemacht. Wenn wir diese abstellen, haben wird gegen jeden Gegner bei der EM eine Chance. Bei den Trainingsspielen konnten wir Dinge umsetzen, an denen wir in der letzten Trainingsperiode in Schwerin gearbeitet haben. Nicht jedes Mal funktionierte es, aber über Mut und Geduld führte es oftmals dann doch zu guten Ergebnissen in Einzelaktionen."

Wie wichtig ist es, gegen die Niederländerinnen in den letzten Vorbereitungsspielen am 22. und 23. September gute Spiele abzuliefern und unmittelbar vor der EM ein Erfolgserlebnis zu feiern?
Kozuch: "Wir haben viel gegen die Niederlande gespielt, mal gewonnen, mal verloren. Wir haben allgemein gute Chancen, gegen sie zu gewinnen. Trotzdem ist es eine Generalprobe und die kann bekanntlich gut oder schlecht laufen und gibt dennoch nicht unbedingt einen Aufschluss darüber, wie es anschließend bei der EM läuft. Wir wollen uns in diesen Spielen auf uns konzentrieren, zumal wir in der ersten Phase der EM auch nicht gegen die Niederländerinnen spielen, um die letzten Feinheiten stimmig zu machen."

Bei der EM geht es gegen Serbien, Rumänien und die Tschechische Republik. Deine Einschätzung?
Kozuch: "Serbien ist sehr solide, hat sehr stark beim World Cup aufgespielt und sich dort verdient für die Olympischen Spiele qualifiziert. Es ist ein wenig die Frage, wie sie bei der EM auftreten, da sie von einem sehr harten Turnier mit vielen Spielen kommen. Geht es für sie so weiter oder können sie sogar noch zulegen oder sind sie müde? Generell ist es physisch ein sehr gutes Team mit großen Spielerinnen, aber auch technisch-taktisch eine Mannschaft auf hohem Niveau. Rumänien und Tschechien sind Teams, die wir schlagen müssen und auch können, der Fokus liegt aber klar auf dem ersten Spiel."

Besteht bei euch die Hoffnung, dass das lange Turnier den Serbinnen noch in den Beinen und Köpfen steckt?
Kozuch: "Auf so etwas zu hoffen, bedeutet nur Energieverlust. Wir müssen uns auf unsere Leistung konzentrieren, wir gehen davon aus, dass sie ihre Bestleistung bringen. Wir können uns nicht darauf verlassen, dass sie nicht voll da sind, dann schießen wir uns ein Eigentor."

Ihr seid zweimal in Folge Vize-Europameister geworden, standet dreimal in Serie im EM-Halbfinale. Was ist euer Ziel für die EM 2015?
Kozuch: "Der Fokus liegt auf dem ersten Spiel und der Vorrunde, d.h. es geht gleich gegen einen Favoriten. Wenn wir es schaffen, ins Halbfinale zu kommen, wäre das ein sehr gutes Ergebnis für uns. Sollten wir das schaffen, können wir zufrieden sein. Der Weg ist lang dorthin und mit viel Arbeit verbunden."

Wer sind die Favoriten?
Kozuch: "Serbien ist ein Favorit. Ich glaube, Italien gehört auch dazu. Sie haben sehr viel gewechselt, einen großen Kader. Russland mit Sicherheit auch sowie weitere Teams. Ich glaube, die Niederlande hat eine sehr gute Mannschaft mit sehr viel Potenzial, man muss sehen, da sie sehr jung sind, ob sie ihr Potenzial bei diesem Höhepunkt auch ausschöpfen."

Knapp 80 Fans reisen mit dem Fanclub Deutscher Volleyball-Nationalmannschaften nach Eindhoven zur Vorrunde. Mit weiteren nicht organisierten Fans ist zu rechnen - wie wichtig ist die Unterstützung?
Kozuch: "Sehr, sehr wichtig, das hat man ja auch bei der EM 2013 gesehen. Je mehr Unterstützung wir bekommen, umso mehr Energie gibt es uns. Wir hoffen, dass wir es auch zurückgeben können. Wir sitzen in einem Boot, kämpfen zusammen und gehen zusammen durch dick und dünn."

Nach der EM geht es in die Vereine, Ende Dezember kommt ihr schon wieder zusammen für die Vorbereitung auf die europäische Olympia-Qualifikation in Ankara/TUR (4.-9. Januar). D.h. keine Verschnaufpause für den großen Traum von Rio… Ein Problem?
Kozuch: "Naja, es ist ja nichts Neues. Es ist auf jeden Fall kurios, dass die gleiche Qualifikation in Europa wieder in der Türkei, wieder in Ankara stattfindet. Die Türkinnen haben sicherlich zudem den Vorteil, da sie auch zentrierter beisammen sind, weil fast alle türkischen Spielerinnen dort spielen. Wir versuchen auf jeden Fall jetzt schon, darauf hin zu arbeiten, damit man sich nach der Vereinsphase bereits so schnell wie möglich findet. Es gilt, das Niveau schnell abzurufen, weil nicht viel Zeit bleibt. Wir geben alles, sind optimistisch und versuchen, uns den Traum zu erfüllen."

Welchen Stellenwert hat die Qualifikation für euer Team und dich persönlich?
Kozuch: "Ich würde mich unglaublich freuen, wenn wir das als Team schaffen würden. Wir haben in den vergangenen Jahren sehr hart dafür gearbeitet und es die letzten beiden Male leider nicht geschafft. Es wäre einfach eine Herzensangelegenheit und eine Belohnung für alle im Team für den Schweiß, den wir in den vergangenen Jahren auf dem Hallenboden gelassen haben."

Margareta Kozuch im Portrait

Der deutsche Kader: Margareta Kozuch (VBC Casalmaggiore), Maren Brinker (Montichiari/ITA), Wiebke Silge (SC Potsdam), Laura Weihenmaier (Ladies in Black Aachen), Lena Stigrot (Rote Raben Vilsbiburg), Berit Kauffeldt , Lenka Dürr (beide Impel Wroclaw), Lisa Thomsen (N.N.), Kathleen Weiß (Prostejov/CZE), Jennifer Pettke (VC Wiesbaden), Anja Brandt , Jennifer Geerties (beide Schweriner SC), Heike Beier (Lodz/POL), Mareen Apitz (Azeryol Baku)

 

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