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DVV-Pokalfinale: Titel gehen nach Baden-Württemberg

DVV-Pokal: DVV-Pokalfinale: Titel gehen nach Baden-Württemberg

01.03.2015 • DVV-Pokal • Autor: DVL 1587 Ansichten

Beide DVV-Pokalsieger 2015 kommen aus Baden-Württemberg! Das Finale der Männer wurde zu einer klaren Angelegenheit: Der VfB Friedrichshafen setzte sich mit 3:0 (25:13, 25:13, 25:18) gegen die SVG Lüneburg durch. Zu einem echten Krimi entwickelte sich das Endspiel bei den Damen. Der Allianz MTV Stuttgart lag bereits mit 0:2 Sätzen gegen die Ladies in Black Aachen zurück, ehe man das Spiel doch noch mit 3:2 (17:25, 20:25, 25:19, 25:19, 15:13) für sich entschied.

DVV-Pokalfinale: Titel gehen nach Baden-Württemberg - Foto: Conny Kurth

DVV-Pokalsieger Allianz MTV Stuttgart (Foto: Conny Kurth)

Der VfB Friedrichshafen stockte seine Titelsammlung auf nunmehr 13 Pokalsiege auf. Punktbeste Spieler des Titelverteidigers waren Adrian Gontariu (16, VfB Friedrichshafen) und René Bahlburg (6, SVG Lüneburg). "Wir sind die Favoritenrolle aus der Liga gewohnt und nehmen sie an", hatte VfB-Kapitän Simon Tischer noch am Abend vorher selbstbewusst gesagt. Und der Rekordpokalsieger ließ den Worten Taten folgen. Zwar machten die Lüneburger den ersten Punkt der Partie, doch danach dominierte der Favorit mit seinem überlegenen Angriffsspiel den ersten Satz. Zuspieler Simon Tischer verteilte gekonnt die Bälle und punktete zu Beginn per Angriff und Block selbst dreifach. Dagegen kam Lüneburgs Top-Scorer Tijmen Laane überhaupt nicht in die Partie, seine vier ersten Angriffe waren sichere Beute des Friedrichshafener Blocks. Laane wurde später ausgewechselt, der erste Satz ging eindeutig an Friedrichshafen.

Druckvoller im Aufschlag und mutiger im Angriff: so präsentierte sich der vermeintliche Außenseiter aus Niedersachsen zu Beginn des zweiten Satzes, den die Lüneburger bis zum 5:5 ausgeglichen gestalten konnten. Danach sorgten die Sprungaufschläge von Baptiste Geiler dafür, dass sich der Titelverteidiger mit drei Punkten auf 9:6 absetzen konnte. Kontinuierlich baute Friedrichshafen den Vorsprung aus, auch weil WM-Bronzemedaillengewinner Max Günthör im Block zur Höchstform auflief. Trainer Stefan Hübner wechselte mehrfach, um den Rhythmus der Friedrichshafener zu unterbrechen, doch alle Maßnahmen fruchteten nicht. Die Mannschaft vom Bodensee blieb fokussiert und gewann auch den zweiten Satz souverän.

Der dritte Durchgang verlief wie die Sätze zuvor: Lüneburg kämpfte aufopferungsvoll gegen den übermächtigen Gegner und ging nach einem Block von Zuspieler Carlos Mora Sabate gar mit 9:8 in Führung. Die nächsten drei Zähler gingen jedoch wieder an den Titelverteidiger, der sich an diesem Tag in allen Elementen als besser erwies. Maarten van Garderen beendete das Männer-Finale schließlich mit einem Schmetterball die Linie herunter.

Friedrichshafens Coach Stelian Moculescu war hinterher begeistert: "Wir freuen uns, dass wir gewonnen haben. Kompliment an die Mannschaft! Es war nicht einfach, weil wir wochenlang gehört haben, dass wir der Favorit sind. Wir waren bis zum letzten Ball fokussiert und haben jeden Ball so gespielt, als wenn es der letzte wäre. Unsere Annahme war gegen die gefährlichen Flatteraufschläge Lüneburgs sehr gut. Dann hat Simon (Tischer, Anm. d. Red.) die Bälle sehr gut gespielt - und die Angreifer hatten es relativ einfach."

Viel enger ging es im Spiel zwischen den Ladies in Black Aachen und dem Pokalsieger von 2011, Allianz MTV Stuttgart, zu. Denn Aachen legte los, wie die Feuerwehr. Schnell erkämpfte sich das Team von Trainer Marek Rojko eine 14:5-Führung. Mit jedem Ballwechsel wurden die Spielerinnen um Kapitänin Karolina Bednarova selbstsicherer. Fast alles klappte. Und so sorgte Diagonalangreiferin Maja Burazer schließlich für den Satzgewinn, sie verwandelte gleich den ersten Satzball mit einem Schmetterschlag zum 25:17.

Auch im zweiten Durchgang ließen sich die Aachenerinnen das Heft nicht aus der Hand nehmen. Dem Team gelangen immer wieder starke Block- und Angriffspunkte. Bei der zweiten technischen Auszeit hieß es somit 16:13 für die Damen aus Nordrhein-Westfalen. Trotz einiger Aufschlagfehler folgte beim Stand vom 24:20 der Satzball für Aachen. Simona Košova legte ein ordentliches Pfund in ihre Angriffsaktion und traf! Damit führten die Ladies in Black mit 2:0.

Stuttgart-Trainer Guillermo Hernandez nach dem Spiel: "Aachen hat sehr stark gespielt! Wir haben einige taktische Umstellungen vorgenommen, nachdem wir 0:2 hinten lagen. Wir mussten uns in der Annahme steigern. In den anderen Bereichen waren wir nicht schlecht, aber das war der Schlüssel für uns und deswegen haben wir ab dem dritten Satz mit anderen Spielerinnen ein etwas anderes System gespielt."

Trotzdem geriet Stuttgart im dritten Abschnitt zunächst wieder deutlich in Rückstand. Aber Stuttgarts Kapitänin Kim Renkema kämpfte sich mit ihrem Team wieder heran. Mit dem 6:6 gelang der Ausgleich, dann mit 8:7 sogar die Führung. Jetzt hatte man das Gefühl, die Baden-Württembergerinnen könnten vielleicht doch noch ihrer Favoritenrolle gerecht werden. Beim Aufschlag von Mareike Hindriksen eroberte Stuttgart mit 16:10 erstmals einen deutlichen Vorsprung. Nachdem ein Aufschlag von Aachens Romana Stankova im Netz gelandet war, hieß es 25:19 für den Allianz MTV. Damit verkürzte Stuttgart auf 1:2.

Im vierten Satz lagen die Kontrahentinnen bis zum 11:11 auf Augenhöhe. Beim 19:16 gelang Stuttgart eine etwas höhere Führung. Danach zog das Team auf 25:19 davon und erzielte den 2:2-Satzausgleich.

"Am Ende hat die Entschlossenheit gefehlt, die Sache zu Ende zu bringen", sagte Aachens Kapitänin Karolina Bednarova hinterher. "Wir hätten es nie zum Tiebreak kommen lassen dürfen. Wir haben Stuttgart wieder ins Spiel gebracht. Diese Niederlage tut sehr weh. Es wird ein paar Tage dauern, das zu verarbeiten."

So musste der Tiebreak über Sieg oder Niederlage entscheiden. Doch Stuttgart, jetzt so richtig in Fahrt gekommen, ließ sich nicht mehr aufhalten. Zwar gelang den Ladies in Black bei 11:11 und 13:13 noch einmal der Ausgleich, doch ein guter Stuttgarter Block sorgte schließlich für das entscheidende 15:13 und den Pokalsieg.

 

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