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SV Lohhof: DER GROSSE-FREUDE-BALL

2. Bundesligen: SV Lohhof: DER GROSSE-FREUDE-BALL

26.01.2015 • 2. Bundesligen • Autor: Richarda Zorn 1311 Ansichten

1:0, 1:1, 2:1, 2:2 - Eilmeldung: Menschen mit schwachem Herz oder dünnen Nerven bitte künftig zu Hause bleiben, wenn der SVL seine Zweitliga-Damen in die Halle schickt. Denn die Volleyballerinnen nehmen keine Rücksicht, treiben die Spannung unbeirrt bis in den Tie-Break nach oben. Nur wer sich noch nicht vor Aufregung die Augen zuhielt, bekam das Happy End mit. Im entscheidenden Satz setzten sich die Lohhoferinnen dann mit 15:12 durch. Erschöpft sackten sie am Ende zusammen - die Fans.

SV Lohhof: DER GROSSE-FREUDE-BALL - Foto: Krex

Foto: Krex

Überaus überzeugend waren der Anfang und das Ende: Die Lohhoferinnen machten den ersten Punkt im Heimspiel gegen die TG Bad Soden. Und sie machten den letzten Punkt im Spiel. Letzterer ist natürlich der wichtige, der entscheidende, der verwandelte Matchball und damit der Große-Freude-Ball. Der erste dagegen taugt allenfalls zur Motivation, mehr ist er nicht wert. Im Gegenteil, er suggeriert womöglich Überlegenheit, von der gar nicht ausgegangen werden darf.

Natürlich durften die Lohhhoferinnen davon ausgehen, überlegen zu sein, erst einmal. Als Team aus dem oberen Tabellendrittel, das den über mehrere Stunden angereisten Gegner aus dem unteren Tabellendrittel empfängt - was sollte da schon schief gehen? Auch erwartete Trainer Jürgen Pfletschinger eine eher durchschaubare Spielweise der Bad Sodener. "Sie spielen viel über die 4." Soweit also alles klar: Ein auf dem Papier eindeutiger Favorit traf auf ein Team, das nicht für die ganz große Raffinesse steht, und das verletzungsbedingt auch nur mit einem siebenköpfigen Kader nach Unterschleißheim kam.

So startete das Match mit dem ersten Punkt für Lohhof - Carolin Herrmann umlief in gewohnter Manier Stefanie John, die den Ball präzise über Kopf stellte. Herrmann stieg hoch zum schnellen Angriff und schlug zu. Punkt. Unzählige Male hatte man diese erfolgversprechende Variante in dieser Saison sehen können. Auch an diesem Sonntag wieder, etwa beim 11:9 und beim 18:10. Für Fortsetzung noch im ersten Satz sorgte die zweite Serientäterin im Team, Inga Vollbrecht. Ihr Saison-Trick: der Aufsteiger. Wieder mit maschineller Genauigkeit von Stefanie John bedient, besorgte Vollbrecht zum Beispiel das 19:12 und 22:14. So folgte dem 1:0 in Punkten das 1:0 in Sätzen.

Alles lief nach Plan, der für dieses Wochenende nicht einfach aufzustellen war. Denn natürlich war man frustriert nach der überraschend hohen 0:3-Niederlage gegen Sonthofen eine Woche zuvor. Die Gemüter mussten beruhigt werden. Ein Tag Trainingspause, dann ein Tag individuelles Krafttraining: Der Kopf sollte frei werden, bevor man wieder ins Mannschaftstraining einstieg. Am Mittwoch folgte das Teamgespräch, Aufarbeitung des unangenehmen Punkteverlusts. "Wir konnten das sachlich abhaken", resümierte Trainer Pfletschinger. Abhaken und weitermachen, darauf einigte man sich, um sich auf neue Ziele konzentrieren zu können.

Vielleicht war aber doch noch nicht all der Frust aus dem Kopf gewischt, als es jetzt gegen Bad Soden in den zweiten Satz ging. Vielleicht war es auch die gefährliche Sicherheit, in der ein 1:0 wiegen kann. Bad Soden entdeckte auf jeden Fall die Angriffslust und schmetterte sich munter in Führung. Jetzt kam auch die von Jürgen Pfletschinger prognostizierte Soden-Offensive über die 4: Bad Soden ging mit 1:0 in Führung, mit 2:0 und im Handumdrehen stand es 23:19 - oftmals über die 4. Carolin Herrmann setzte noch zur Aufschlagserie an. Doch die vier Angaben, für die sie stets in ähnlich effektivem Bogen anläuft wie für ihre gefürchteten Netzangriffe, konnten den Satzverlust nicht mehr abwenden. 25:23 für Bad Soden.

Beinahe wäre auch der dritte Satz gen Hessen gegangen. Schnell lagen die Lohhoferinnen 2:5 zurück, dann 8:10 und 11:12, dann war Schluss. Ganz Lohhof schien zum Angriff hochzusteigen, Marion Elsasser, Marion Mirtl, Linda Damerau, sogar Stefanie John, alle hatten sie die Hände schlagstark über der Netzkante. Auch der Block stand, als Einzel- wie als Doppelvariante. Und von hinten kamen die Bälle sauber von Susanne Pfeiffer, die später Most Valuable Player wird. 25:22, damit 2:1, die Verhältnisse in der BOS/FOS-Halle waren zurechtgerückt. Für wenige Momente.

Wegen des folgenden, vierten Satzes wird Bad Sodens Trainer Klaus Hermann nach dem Match sagen, dass sein Team spielerisch besser war. Lohhof konnte bis zum 8:7 zwar eine knappe Führung behaupten. Mit zwei Schmetterschlägen aus dem Rückraum leitete Bad Soden dann aber die Wende ein. Die Ballwechsel waren umkämpft, die Rallyes lang. Die Zuschauer sprangen auf, im Glauben, der Punkt sei geholt - doch da schob sich immer wieder eine Hand flach und bodennah unter den Ball und hielt ihn im Spiel, auf beiden Seiten des Netzes. "Da hat der letzte Druck gefehlt", analysiert Trainer Pfletschinger später. "Keiner wollte einen Fehler machen, da werden die Ballwechsel zwangsläufig länger." Er hätte sich gewünscht, sein Team mutiger agieren zu sehen. Eine schmerzhafte Korrelation stellte sich stattdessen ein: Je länger der Satz dauerte, desto mehr schwand die Gefährlichkeit des SVL. Satzverlust. Neuer Stand 2:2. Ein in jeder Hinsicht ausgeglichenes Match. Das bewies auch die Addition der gespielten Punkte. 88:86, knappes Übergewicht für den SVL. Tie-Break.

Ein hart umkämpftes Finale. 3:3, 4:4, 8:8, 11:11. Alle halfen sie mit, nicht am zweiten Wochenende in Folge zu verlieren. Inga Möller, Christina Kock, die Verstärkungen aus der zweiten Mannschaft, Sabrina Karnbaum und, wie schon so oft in dieser Saison, Laura Gentner, die selbstbewusst den Druck erhöhte. "In diesem fünften Satz mag uns allen kurz die Erinnerung an Sonthofen durch den Kopf geschossen sein", so Linda Dameraus spätere Bilanz. "Wir können doch nicht schon wieder …" Und sie wollten auch nicht schon wieder. Mit einem gefühlvollen Überraschungs-Lob beendete Lohhofs Lisa Keferloher das Match. 25:12, der SVL ist wieder im Rennen.

 

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