Es gibt Spiele, die sind - unabhängig vom Tabellenstand, etwas ganz Besonderes. Oft sind es zum Beispiel Derbys, die für die Sportler, aber auch die Verantwortlichen und vor allem für die Fans den besonderen Reiz des sportlichen Vergleichs ausmachen.
Ob nun das westfälische Münster solch eine nachbarschaftliche Nähe zur Kaiserstadt Aachen besitzt, dass man hier von einem Derby sprechen könnte, ist eher unwichtig. Wichtig ist jedoch für alle, dass - nach dem Rückzug Bayer Leverkusens kurz vor Saisonbeginn - am kommenden Samstag abend die beiden einzigen Erstliga-Frauen-Teams Nordrhein-Westfalens aufeinandertreffen und leidenschaftlich um Punkte kämpfen werden. Um 19.00 Uhr wird die Neuköllner Strasse (Kassen öffnen um 17.00 Uhr) wieder in ein Tollhaus verwandelt werden, denn eine gehörige Zahl der Münsteraner „Critters“ - dem USC-Fan-Club - hat sich, wie im Vorjahr, wieder angesagt. Vor einem Jahr erwischten die Aachenerinnen einen „Sahnetag“ und schlugen den favorisierten USC damals mit einem unerwarteten 3:0. In dieser Saison stehen die Vorzeichen eindeutig in die Richtung der „Underdog-Stellung“ des Alemannia-Heimteams. Schließlich haben die Westfälinnen die letzten vier Partien gewinnen können und dabei waren zwei Ergebnisse, welche die gesamte Liga aufhorchen liess: zunächst behielt der USC mit 3:0 in Suhl die Oberhand und dann besiegte man zu Hause in der berühmt-berüchtigten Halle „Berg Fidel“ sogar den deutschen Meister, Schweriner SC, mit 3:2 - übrigens erst die zweite Niederlage der Favoriten aus Meck-Pomm in dieser Spielzeit! Die Favoritenstellung der Gäste ist für Stefan Falter samstagabend jedoch eher von Vorteil: „In solch eine Partie gehen wir ohne Druck, aber mit vollster Konzentration - schließlich waren wir auch im Hinspiel - bei gleichem Kader wie heute - während der meisten Zeit in etwa auf Augenhöhe. Unser Publikum kann - wie immer - eine kämpferisch stark eingestellte Aachener Mannschaft erwarten. Und dann werden wir sehen, was passiert.“ Beim letzten Heimspiel - ebenfalls gegen den deutschen Meister Schwerin - gelang genau dies. Zwar verloren Alexandra Preiß und ihre Mitspielerinnen mit 0:3, doch das Aachener Publikum war mit dem gesamten Spielverlauf und der erkennbaren Willensstärke auf Aachener Seite höchst zufrieden. Da bei dieser Partie eine große Zuschauerzahl erwartet wird, empfiehlt Bundesliga-Koordinator André Schnitker, früh zu erscheinen: „Wer sich seinen Sitzplatz aussuchen möchte, sollte 90-60 Minuten vor Spielbeginn da sein, sonst muss man nehmen, was übrig bleibt. Wir freuen uns nach vier Wochen Pause wieder auf unser bestes Publikum der Liga!“
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