Die deutsche Junioren-Nationalmannschaft hat ihren ersten Sieg bei der Europameisterschaft in Weißrussland errungen. 3:1 (19:25, 25:22, 25:16, 25:22) konnte sich das deutsche Team in Bobruisk gegen die Türkei durchsetzen. Am Dienstag ist die deutsche Mannschaft spielfrei, bevor am Mittwoch und Donnerstag die Duelle mit Belgien und den Polen anstehen.
Der Sieg war grundlegend wichtig. Hätte die deutsche Auswahl ein drittes Mal verloren, dann wäre das EM-Aus in der Vorrunde kaum zu verhindern gewesen. Zunächst sah auch alles nach einer Niederlage aus. Der Elan, mit dem die Junioren tags zuvor gegen Russland 2:3 verloren hatten, war weg. Wie in der Auftaktpartie gegen die Niederlande wirkte die Truppe von Trainer Söhnke Hinz nervös und verkrampft. Bis zur Mitte des zweiten Satz war die Fehlerquote deutlich zu hoch. Das konnte das Team abstellen. Angeführt von einem starken Björn Höhne, der wie gegen die Russen bester Spieler war, kam das deutsche Team zurück und gewann Satz drei anschließend deutlich. Durchgang vier war dann lange Zeit wieder eine unliebsame Zitterpartie, da die Deutschen zwei Führungen verspielten, aber letztlich Dank einer guten Mannschaftsleistung im Satzfinale die Oberhand behielten. „Was da am Anfang los war, kann ich mir nicht so ganz erklären“, kommentierte Bundestrainer Söhnke Hinz den Spielverlauf bis zum 13:17 in Durchgang zwei. „Natürlich war allen klar, dass dieses Spiel schwerer werden würde als das gegen die Russen. Da konnten wir befreit aufspielen. Diesmal mussten wir gewinnen.“
Allerdings gelang es der Mannschaft dann, sich zu fangen. Wieland Oswald war schon im ersten Satz für Simon Hirsch auf der Diagonalen auf das Feld gekommen, zu Beginn des zweiten Satzes ersetzte Jan-Philipp Marks Kapitän Benjamin Dollhofer. Die Sicherheit in der bis dato wackligen Annahme kam am Satzende zurück, die Türken machten Fehler, Philipp Jankowski ein Ass. Marks verwandelte schließlich den Satzball. „Es war sehr wichtig, dass wir da zurückgekommen sind“, so Hinz. Das Team habe taktisch besser gespielt. „Und die drei Wechsel haben gut funktioniert“, so der Bundestrainer weiter.
Zu Beginn von Durchgang drei kam Paul Sprung schließlich im Block für Oskar Klinger. „Er hat sich die Angreifer gepackt, die wir bis dato nicht im Griff hatten“, sagte Hinz zu den fünf direkten Blockpunkten des Dresdners. Sonderlob gab es für den Berliner Björn Höhne. Neben einer sicheren Annahme machte er mit dem Aufschlag viel Druck. Im Angriff avancierte der Berliner zur wichtigsten Option der Deutschen. 25 Punkte erzielte er bei einer sehr starken Quote von 68 Prozent verwandelter Angriffe.
Den freien Dienstag will das Team jetzt nutzen, um sich auf die verbleibenden zwei Spiele optimal vorzubereiten.
Startaufstellung: Jankowski, Hirsch, Höhne, Dollhofer, Klingner, Klein, Brückner; Eingewechselt: Oswald, Marks, Sprung
Der deutsche Kader: Simon Hirsch (Verein: Zurich Team VC Olympia Berlin, Herkunft: Dresden) , Björn Höhne, (Zurich Team VC Olympia Berlin, Berlin) Philipp Jankowski (Zurich Team VC Olympia Berlin, Berlin), Georg Klein (Zurich Team VC Olympia Berlin, Leipzig), Oskar Klingner (Zurich Team VC Olympia Berlin, Dresden), Jan-Philipp Marks (Zurich Team VC Olympia Berlin, Schwerin), Wieland Oswald (Zurich Team VC Olympia Berlin, Borna), Moritz Brückner (Zurich Team VC Olympia Berlin, Coburg), Benjamin Dollhofer (TV Bühl, Bühl), Patrick Speta (Volley YoungStars Friedrichshafen, Konstanz), Paul Sprung (Netzhoppers KW-Bestensee, Dresden), Tom Strohbach (Zurich Team VC Olympia Berlin, Schwerin)
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