Ihr habt jetzt drei Vorrundenspiele hinter euch und heute Spielfrei. Was habt ihr den Tag über gemacht? Anika Boin: „Wir durften heute ausschlafen, hatten dann erst später 1 ½ Stunden Training und konnten den Tag über ein bisschen entspannen und uns innerlich auf das Spiel morgen gegen Italien vorbereiten.“
Könnt ihr die drei Spiele gegen die Türkei, die Slowakei und die Ungarinnen zusammenfassen?
Julia Hero: „Das war nicht das erste Mal, dass wir gegen die Türkei verloren haben. Es ist schon ein doofes Gefühl ein Auftaktspiel zu verlieren. Und dann auch noch bei einem Spiel, was wir eigentlich gewinnen konnten.“
Rebecca Schäperklaus: „Nach dem ersten Satz gegen die Slowakei, den wir ja eindeutig verloren haben, hatten wir doch ein wenig Angst, dass wir jetzt auch die nächsten Sätze eindeutig verlieren würden. Aber dann haben wir den Schalter im Kopf umgelegt und einfach von vorne angefangen. Bei 0:0. Und dann ist es uns gelungen die Slowakinnen zu schlagen.“
Jessica Gruss: „Gegen Ungarn hatte man das Gefühl, dass wir gegen eine Gummiwand spielen. Im ersten Satz wurden alle Angriffsbälle wieder zu uns zurückgeschleudert. Die Ungarinnen haben alles abgewehrt.“
Anika Boin: „Die Ungarinnen haben sehr kampfbetont und emotional gespielt. Sie hatten nichts zu verlieren und das hat man gemerkt. Als wir uns dann darauf eingestellt und einfach geduldig weitergespielt haben, konnten wir das Spiel für uns entscheiden.“
Was erwartet ihr nach dem eher unkonventionellen Spiel gegen Ungarn nun am Dienstag (7.September) gegen Italien?
Anika Boin: „Ich persönlich (Einwurf der Mannschaft: „Wir alle“) freuen uns auf das Spiel gegen Italien. Wir haben schon in der Vorbereitung gegen sie gespielt und sie spielen einen tollen Volleyball.“
Julia Hero: „In der Vorbereitung haben wir ein Mal gegen Italien gewonnen. Das heißt wir können sie schlagen, gehen aber als Außenseiter in das Spiel. Das ist gut, denn wir haben keinen Druck. Die Italienerinnen haben jetzt schon drei Mal bei der EM gewonnen und sind Favorit. Von ihnen wird verlangt, dass sie gewinnen. Sie stehen unter Druck.“
Habt ihr ein Mannschaftsritual?
Mannschaft: „JA. Wir haben alle unsere Fingernägel in den Farben schwarz-rot-gold lackiert. Das bringt Glück!“
Julia Hero: „Ansonsten hat jeder seine eigenen Rituale, die Eine zieht in der Kabine immer erst den Rechten und dann den linken Schuh an. Die Andere macht es andersrum. Wenn man jedoch gewinnt, dann achtet man schon darauf die Vorbereitung in der Kabine genau so zu machen, wie beim letzten Mal. Da ist ein bisschen Aberglaube mit im Spiel.“
Wenn ihr in die Zukunft schauen könntet. Auf welchem Platz seht ihr euch am Ende der Europameisterschaft?
Jessica Gruss: „Der Traum wäre natürlich eine Medaille.“
Lucia Kaiser: „Aber wir wollen realistisch bleiben. Erst einmal wollen wir das Halbfinale erreichen. Sollten wir das nicht schaffen, dann wäre es schon schön, wenn wir den fünften Platz belegen.“ (Zustimmung der Mannschaft)
Der deutsche Kader: Tanja Joachim (Z, Schweriner SC/1. VC Parchim), Jessica Gruss (AA), Katharina Schwabe (AA), Anika Boin (D, alle Dresdner SC/ VC Olympia Dresden), Lea Adolph (L) Rebecca Schäperklaus (MB, USC Münster/SC Union Lüdinghausen), Pia Walkenhorst (AA, Dresdner SC/VC Essen-Borbeck), Ann Christin Quade (AA/D), Lucia Kaiser (Z, beide SV Lohhof), Julia Hero (MB, VCO Berlin/TV Lebach), Celine Stöhr (MB), Lena Gschwendtner (L, Allianz Volley Stuttgart/VC Stuttgart)
Trainer: Han Abbing
Co-Trainer: Mirko Pansa
Teammanager: Sten Schmidt
Physiotherapeut: Susanne Hermann
Arzt: Dr. Peter Jokisch
Spielbeobachter: Stephan Kulhanek
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