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20.08.2010 - Bundesligen - Quelle/Autor: Conny Kurth

Volleyball Bundesliga: Stolz wie Oskar

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Foto: Günter Kram
Nicht nur mit Marcus Böhme, Lukas Bauer und Christian Fromm ist der VfB Friedrichshafen bei der deutschen Volleyball-Nationalmannschaft vertreten. Seit zwei Jahren ist Oliver Klenk als Physiotherapeut für das Wohl der Spieler zuständig. „Für den VfB und die Nationalmannschaft zu arbeiten, ist in Deutschland nicht zu toppen“, sagt er

Wirklich viele Wochen verbrachte Oliver Klenk in diesem Sommer nicht zu Hause. Genau genommen lassen sie sich an nur einer Hand abzählen.
„Fünf Wochen waren das“, sagt er und nennt den Grund. „Die Nationalmannschaft hat gerufen.“ Mit Deutschlands Volleyballern ist der Physiotherapeut vom VfB Friedrichshafen unterwegs und sorgt dafür, dass kleine Verletzungen nicht zu großen werden beziehungsweise auch diese möglichst erst gar nicht auftreten. „Unser Ziel ist es natürlich, dass wir gar keine Verletzten haben“, sagt Klenk. „Aber das ist im Sport leider kaum möglich.“

Direkt nach dem Ende der Bundesligasaison beim VfB machte sich der 31- Jährige auf den Weg zum ersten Lehrgang der deutschen Auswahl in Heidelberg. Es folgten insgesamt neun Wochen Vorbereitung auf und anschließend die Teilnahme an der World League, verbunden mit Reisen nach Kuba, Argentinien und Polen. „Das erste Mal World League“, sagt Klenk. „Das war beeindruckend. Ein Riesenspektakel.“

Am vergangenen Sonntag begannen für ihn im Bundesleistungszentrum Kienbaum die zweiten neun Wochen des Nationalmannschaftssommers – mit einem nicht weniger bedeutenden Ereignis als der World League als Höhepunkt. Vom 25. September bis 10. Oktober steht in Italien die Weltmeisterschaft auf dem Programm. „Dort dabei zu sein, ist das Größte“, sagt er. „Ich bin schon sehr gespannt.“

Bereits im zweiten Jahr ist der ausgebildete Sport- und Physiotherapeut für die deutschen Volleyballer tätig. Zuvor hatte er Erfahrungen im weiblichen Nachwuchsbereich gesammelt und unter anderem Deutschlands Juniorinnen beim EM-Sieg 2007 betreut. „Mit dem Amtsantritt von Raul Lozano wurde auch ein neuer Physiotherapeut gesucht“, erzählt er. „Dabei fiel die Wahl glücklicherweise auf mich.
Denn so flexibel, sich fast komplett um die Mannschaft zu kümmern, ist eigentlich niemand.“

Für Klenk aber ist das gerade durch die Kombination mit dem Engagement beim VfB Friedrichshafen möglich. Im Sommer sind dort keine oder nur einzelne Spieler vor Ort, so dass sich Freiräume ergeben. „Beides passt von der Zeit und vom Level her sehr gut zusammen“, sagt er. „Für mich persönlich ist es toll. Für den VfB und die Nationalmannschaft zu arbeiten, ist in Deutschland nicht zu toppen.“ Zugleich ging damit ein Traum in Erfüllung. „Ich habe selbst viele Jahre Volleyball gespielt.
Das war immer mein Traum,“, sagt der lange Schwabe, der aufgrund seiner Länge von 1,98 Meter oft selbst für einen Spieler gehalten wird. „Jetzt bin ich seit zwei Jahren dabei und immer noch stolz wie Oskar.“

Dass er erst nach dem WM-Ende nach Friedrichshafen zurückkehrt, ist kein Problem. Schließlich wurde für Ersatz gesorgt. Während der Sommermonate wurde er von seiner Lebensgefährtin Kathrin Wiedmaier vertreten, die bei der WM als Teammanagerin und Physiotherapeutin bei der Nationalmannschaft fungiert. Für Ersatz sorgt dann mit Ulf Nitschke der ehemalige Physiotherapeut von Formel1-Rennfahrer Michael Schuhmacher. „Man muss sich keine Sorgen machen. Alles ist organisiert“, sagt Klenk. Und vielleicht ist es ja für Deutschlands Volleyballer sogar ein gutes Omen. Noch nie hat eine Mannschaft mit ihm als Physiotherapeuten auf der Bank ein Endspiel verloren. „Das müssen die Jungs halt erreichen“, schmunzelt er. „Wenn sie es schaffen und ich dabei bin, kann nichts mehr schief gehen.“

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Für die Nationalmannschaft als Physiotherapeuten im Einsatz: Kathrin Wiedmaier und Oliver Klenk

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