Die Beach-Volleyball Weltmeister Julius Brink/Jonas Reckermann sind Kandidaten bei der Wahl „Sportler des Jahres 2010“. Als zahlenmäßig kleinstes Team wollen sie auch bei diesem Wettbewerb für Furore sorgen und als Höhepunkt eines noch nie da gewesenen Sommers auch bei der Wahl zur „Mannschaft des Jahres“, die am 20. Dezember in Baden-Baden stattfindet, glänzen.
Dem Leverkusener Brink und dem Kölner Reckermann gelang in ihrer ersten gemeinsamen Saison das, was zahlreiche andere Teams in Jahren zuvor nie geschafft hatten: Sie gewannen als erstes europäisches Team gegen die Übermacht aus Brasilien und USA den WM-Titel, indem sie nacheinander in Stavanger die Olympiasieger von 2004 (Ricardo/Emanuel, BRA), die Olympiasieger von 2008 und WM-Titelverteidiger (Rogers/Dalhausser, USA) und die Weltranglisten-Ersten (Harley/Alison, BRA) bezwangen. Doch damit nicht genug. In der Folge setzten sie zu einem Siegeszug an, den die internationale Beach-Volleyball Welt noch nicht erlebt hatte. Turniersiege bei den Grand Slams in Gstaad und Moskau folgten – insgesamt blieben sie auf der World Tour in 25 Partien in Folge ungeschlagen. Weltrekord! Die sensationellen Erfolge dokumentierte auch der Blick auf die Weltrangliste. Schon lange vor Beendigung der Saison standen Brink/Reckermann als Weltranglisten-Erste fest – natürlich ebenfalls als erstes europäisches Team. Der Besuch im Aktuellen Sportstudio des ZDF am 7. November erfüllte den beiden Olympia-Teilnehmern (Brink 2008, Reckermann 2004) einen lange gehegten Traum. Vielleicht ist der noch zu toppen – verdient hätten sie es, wie die Auflistung der Erfolge verdeutlicht.
World Tour
10 Turnierstarts: 4 Turniersiege, 9 (!) Halbfinal-Teilnahmen
Europa Tour
5 Turnierstarts: 1 Turniersieg, 5 (!) Halbfinal-Teilnahmen
Deutsche Tour
2 Turnierstarts: 2 Turniersiege, darunter der DM-Titel
Das bedeutet, dass Brink/Reckermann bei ihren 17 Turnierstarts unglaubliche 16 (!) mal das Halbfinale erreichten und sieben mal ganz oben auf dem Treppchen standen. Müßig zu erwähnen, dass Brink/Reckermann die Saison auch als Nummer eins der europäischen und deutschen Rangliste beendeten. Eine phantastische Leistung, die für eine unglaubliche Konstanz auf höchstem Niveau spricht. Und das im ersten gemeinsamen Jahr…
Allerdings liegt, anders als bei der Wahl zum Sportler des Jahres in Nordrhein-Westfalen, das Wahlrecht nicht bei den Zuschauern und Fans, sondern bei den Sportjournalisten, die von den Organisatoren eine Vorschlagsliste erhielten. Darin war leider „nur“ der WM-Titel von Brink/Reckermann aufgeführt. „Gegner“ von Brink/Reckermann sind beispielsweise der Deutschland-Achter (Weltmeister im Rudern), die Fußball-Frauen (Europameister), der VfL Wolfsburg (Fußball, Deutscher Meister) oder der THW Kiel (Handball, Double-Sieg). Bleibt zu hoffen, dass die Sportjournalisten genauestens abwägen, die Leistungen objektiv vergleichen und dann ihre Entscheidung treffen.
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