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03.09.2010 - 2. Bundesligen - Quelle/Autor: Jan Wüntscher

Volleyball: Rüsselsheimer Bundesligavolleyballer vermelden Neuzugänge

Eine Woche vor dem Saisonstart vor eigenem Publikum gegen den VC Dresden (Samstag, 11. September, 19.30 Uhr, Walter-Köbel-Halle) präsentiert sich das Zweitliga-Volleyballteam der TG 1862 Rüsselsheim auf allen Positionen gut besetzt.

Mit dem amerikanischen Zuspieler Kevin Goncalves und Außenangreifer Simon Forster können noch einmal zwei Neuzugänge vermeldet werden. „Mit unserer Stammformation sind wir damit wieder sehr gut aufgestellt. Lediglich in der Breite könnten es noch ein oder zwei ambitionierte Spieler mehr sein, um zusätzliche Auswahlmöglichkeiten zu bekommen“, findet Cheftrainer Klaus-Jürgen „Claude“ Weber. Dass der Kader trotz der durch die Rückkehr des Teams zur TG 1862 bedingten knappen Vorbereitungszeit bereits hervorragend harmoniert und voll motiviert zur Sache geht, zeigte sich bereits in dieser Woche im ersten von zwei Vorbereitungsspielen gegen den TV Bühl. 2:2 endete der auf vier Sätze angelegte Vergleich mit dem Erstligisten in der Köbelhalle.

Zu dem positiven Testspiel-Eindruck konnten nicht zuletzt die beiden jüngsten Zugänge beitragen. Dabei trainiert der 23-jährige US-Amerikaner Kevin Goncalves erst gut zehn Tage mit der Mannschaft. Zuvor spielte er in seiner Heimat drei Jahre lang für die IPFW University in Fort Worth/Indiana in der 1. Division und wagte nun den Sprung nach Europa. Ausgebildet wurde er bei den „IPFW Mastodons“ von einer echten Trainerlegende: Armond J. „Arnie“ Ball, zugleich Vater und Coach von Lloy Ball, dem Zuspieler des amerikanischen Olympiasiegerteams von 2008. Der 1,93 Meter große Goncalves hat portugiesische Wurzeln, stammt aus Connecticut an der Ostküste und spielte dort wie sein ebenfalls erfolgreicher Bruder auch für das Universitätsteam von New Haven. Seine Ziele in der deutschen Bundesliga sind ehrgeizig: „Titel gewinnen und meine volleyballerischen Fähigkeiten und Erfahrungen erweitern, um es einmal ins US-Nationalteam und zu Olympia zu schaffen.“

Der 28-jährige Angriffsspieler Simon Forster hebt mit zwei Metern nicht nur den Größendurchschnitt bei der TG, sondern stellt auch sonst eine echte Verstärkung dar. Das Volleyballspielen erlernte er in der Westerwälder Talentschmiede Ransbach-Baumbach, wo er bereits im Jugendbereich Erfolge feiern konnte. Anschließend spielte er jahrelang für das Regionalligateam des DSW Darmstadt. Aus dieser Zeit datiert auch der erste Kontakt nach Rüsselsheim, auch wenn nach dem Erstligaaufstieg 2005 die angestrebte Verpflichtung noch nicht zustande kam. In der zurückliegenden Saison ging Forster neben seinem Studium für den schwäbischen Regionalligisten SV Fellbach ans Netz. Nach seinem Abschluss beginnt der Diplomchemiker nun seine Doktorarbeit bei der Firma Merck in Darmstadt und will es nach der Rückkehr in seine hessische Wahlheimat auch auf dem Volleyballfeld noch einmal wissen.

Ebenfalls einen starken Eindruck hinterließen bisher die schon länger bekannten Team-Neulinge. Der Flörsheimer Christian Hesse dürfte dem hiesigen Publikum noch aus der Saison 2006/07 in Erinnerung sein, als er bereits ein Jahr lang für die TG in der 2. Bundesliga antrat. Nach drei Spielzeiten in Kriftel freuen sich Trainer und Mannschaftskollegen, den 23-jährigen angehenden Arzt wieder in Rüsselsheim begrüßen zu können. Wuchtige Angriffsschläge gehören ebenso zu den Markenzeichen des Halbgriechen wie jederzeit voller Einsatz und gute Laune. Das Zeug zu einer echten Überraschung hat außerdem der junge Manuel Lohr. Der 1,98 Meter große Mittelblocker stieß vom Volleyball-Internat Frankfurt zum TG-Team. Wenn der 19-jährige Neu-Isenburger seine bislang gezeigte selbstbewusste und unbekümmerte Art auch während der Saison beibehält, dürften die Rüsselsheimer Volleyballfans mit Sicherheit noch viel Freude an ihm haben.

Mit 22 Jahren darf sich Thomas Mudersbach, der in der kommenden Spielzeit die Libero-Rolle bekleiden soll, schon fast als „TG-Urgestein“ bezeichnen. Der waschechte Rüsselsheimer durchlief alle Nachwuchsmannschaften des Traditionsvereins, trug mit zum Aufstieg der zweiten Mannschaft in die Regionalliga bei und soll sich nun in der 2. Bundesliga beweisen. Wenn ihm die Umstellung gut gelingt, dürfte der Defensivspezialist schon bald auch die Köbelhalle mit großem Kampfgeist und spektakulären Abwehraktionen begeistern.

Dass die Volleyballer des größten Rüsselsheimer Sportvereins der neuen Saison durchaus optimistisch entgegensehen können, liegt auch an den bewährten Kräften und Leistungsträgern aus den zurückliegenden Jahren bei rhein-main volley, die weiterhin an Bord sind. Allen voran Mannschaftskapitän Tim Wacker. Der Friedrichsdorfer kann mit breiter Brust antreten, schaffte er doch zusammen mit seinem Teampartner Marvin Klass zuletzt einen sensationellen fünften Platz bei den Deutschen Beachvolleyballmeisterschaften in Timmendorfer Strand. In der Rangliste der besten deutschen Beachvolleyballer belegen beide am Ende der diesjährigen Turnierserie Platz zehn. Wer die Spiele im Sand verfolgt hat, konnte erkennen, dass der Zwei-Meter-Mann nichts von seiner Power eingebüßt hat, so dass die Rüsselsheimer weiterhin auf ihren Diagonalangreifer setzen können.

Als ebenso zuverlässigen Punktegaranten kennt man hierzulande schon seit drei Jahren den langjährigen Erstligaspieler Johann Löwen. Der 28-jährige „DVL All Star“ des Jahres 2008 bereitet zurzeit im Entwicklungszentrum der Adam Opel GmbH seine Bachelorarbeit als künftiger Maschinenbauingenieur vor. Das wird ihn jedoch nicht davon abhalten, im Training und auf dem Spielfeld stets alles zu geben. Sein Praktikum bei der Rüsselsheimer Polizei abgeschlossen hat Mittelblocker Andreas Kolle, der mit einjähriger Unterbrechung bereits seit 2004 für die hiesige Bundesligamannschaft antritt. Nachdem der Kommissaranwärter zuletzt also auf den Straßen Rüsselsheims für Ordnung gesorgt hat, wird er nun wieder am Netz die „Luke dichtmachen“ und möglichst keinen Ball entkommen lassen.

Darüber hinaus steht Routinier und DVV-Pressesprecher Thilo von Hagen nicht nur als Sportlicher Leiter, sondern auch im Training und, wenn Not am Mann ist, in den Ligaspielen als Aushilfe auf der wichtigen Zuspielerposition bereit. Das gilt ebenso für Mittelblocker Jakub Strzelczyk. Aufgrund beruflicher Veränderungen konnte der Pole der TG leider keine Zusage für die komplette Saison geben, verstärkt jedoch weiterhin das Training und kann bei Verletzungen einspringen. Auch wenn man weiterhin nach zusätzlichen Verstärkungen Ausschau hält, ist Coach Weber – selbst langjähriger Erstligaspieler – sehr zufrieden mit seinem Kader. „Allerdings werden wir wohl einige Spieltage brauchen, um uns richtig einzuspielen“, erwartet er.

Deshalb wird beim Saisonauftakt gegen den VC Dresden auch die volle Unterstützung des Rüsselsheimer Volleyballpublikums wichtig sein. Die Sachsen haben sich mit ihrem jungen ambitionierten Team gewohnt intensiv vorbereitet und stellen gleich zu Anfang einen echten Prüfstein dar. Wer bereits eine Karte für das Länderspiel Deutschland gegen Brasilien am 19. September in der Walter-Köbel-Halle erworben hat (Vorverkauf: TG-Geschäftsstelle, Sportamt, Sport Göttert) oder diese am 11. September vor Ort kauft beziehungsweise abholt, kann damit die Heimpremiere der TG 1862 Rüsselsheim kostenlos verfolgen. Tickets sowohl für das Länderspiel als auch für die Bundesligasaison können auch im Internet unter www.tg-volleyball.de bestellt werden.

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