Der VfB Friedrichshafen war mindestens eine Nummer zu groß für evivo düren. In der Volleyball-Bundesliga konnte Düren dem großen Favoriten nur einen Satz lang die Stirn bieten und hat das Heimspiel mit 0:3 verloren. 22:25, 10:25, 15:25 lauteten die Satzergebnisse. Einen Durchgang lang hielt evivo mutig mit. Danach scheiterte die Mannschaft am kompromisslosen Spiel des deutschen Meisters und an den eigenen Problemen.
Personalprobleme sind da an erster Stelle zu nennen. Mit Hauke Wagner hatte evivo nur einen einsatzfähigen Ersatzspieler in der Auswechselzone. Ansonsten fehlte jede Alternative. Und das hat der VfB kompromisslos ausgenutzt, sodass Düren in den letzten beiden Sätzen teilweise eingebrochen ist. „Wir sind wegen des starken Aufschlagspiels von Friedrichshafen unter Druck geraten und haben dann im Angriff keine Möglichkeiten mehr gefunden, uns zu befreien“, schilderte Söhnke Hinz. Entweder kassierte Düren deftige Wirkungstreffer, die die Gäste mit dem Aufschlag setzten. Oder der starke Block des Gegners war zur Stelle. Hier zeigte sich die Dominanz der Gäste, die das Blockduell mehr als deutlich mit 15:3 gewannen. Die dritte verhängnisvolle Variante: Die Häfler sammelten die Dürener Angriffe mit guter Block- und Feldabwehr ein und punkteten dann ihrerseits.
In Satz eins legt der VfB energisch los. Milos Vemic setzt Düren mit starken Aufschlägen unter Druck, sein Team führt schnell 5:2. Dann zeigt Dürens Jüngster, Blocker Georg Klein, was in ihm steckt. Erst blockt er Idi, dann kracht es, als Klein auch gegen Häfler Riesen Marcus Böhme richtig blockiert. Weil Idi noch einen Fehler einstreut, führt evivo 7:6. Lange Zeit bleibt es eng, die Gäste ziehen mit guten Aufschlägen von Idi auf 19:16 davon, doch Düren kommt zurück. Angreifer Matthias Böhme punktet zum umjubelten 21:21. Die nächsten Bälle bringen die Entscheidung. Erst scheitert Christian Fromm am Block des VfB, dann verteidigt der Gast und punktet zum 24:21.
Zu Beginn von Satz zwei findet Düren nach schleppendem Start zunächst ins Spiel, Kapitän Jaromir Zachrich punktet mit dem Aufschlag noch zum 6:10. Dann bricht großes Unheil über Düren herein. Aufgrund von furiosen Aufschlägen des Gastes wächst der Rückstand. Die Aufschläge, die evivo im Spiel halten kann, lähmen den Angriffsaufbau trotzdem. Entweder blockt der VfB oder er verteidigt die evivo-Angriffe. Oder aber er hält es wie Marcus Böhme, der einen Aufschlag mit so viel Kraft ins Dürener Feld wuchtet, dass die evivo-Spieler nicht einmal mehr Zeit haben, zu reagieren. Mit diesem Ass markiert er das 19:9 für den VfB. Düren hängt jetzt in den Seilen und kann sich nicht mehr wehren – auch, weil die Wechselmöglichkeiten nicht da sind.
Düren zeigt sich im dritten Satz zunächst gut erholt von der Vorführung zuvor. Die Mannschaft arbeitet sich nach Rückständen immer wieder zurück, gleicht zum 10:10 aus, weil sie den VfB auch zu Fehlern zwingt. Dann packt der Block des Meisters zu. Der erste Zwischenspurt bringt das 13:10 für den Gast. Vor allem Joao Jose hat die Hände immer wieder an der richtigen Stelle und erzielt so drei Punkte in Folge. Anschließend scheitert evivo-Angreifer Fromm zwei Mal am Einerblock von VfB-Spieler Venno. Mit einem Ass zum 25:15 beendet Friedrichshafen das ungleiche Duell. Das ersatzgeschwächte Düren hat, einmal an seiner Schwachstelle getroffen, keine Mittel, um sich zu wehren.
„Dass wir einen schweren Stand haben könnten war klar. Aber trotzdem müssen wir uns mehr wehren“, monierte Kapitän Jaromir Zachrich. Diesmal war die Mannschaft nur in kurzen Phasen in der Lage, den hohen Druck des Gegners zu erwidern. Im Dürener Lager hofft man jetzt darauf, dass die deutliche Niederlage schnell aus den Köpfen verschwindet und dass bis zum wichtigen Spiel am Mittwoch bei den Netzhoppers Königs Wusterhausen Bestensee ein paar Spieler gesund und spielberechtigt zur Mannschaft stoßen.
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