Helle Vorfreude statt Ernüchterung herrscht beim VfB Friedrichshafen nach der Auslosung für die CEV Champions League 2010/2011. Die Aufgaben gegen Belchatow (Polen), Trento (Italien) und Zalau (Rumänien) sind anspruchsvoll, versprechen aber Volleyballsport auf höchstem Niveau. „Etwas Besseres können wir unseren Zuschauern kaum bieten“, sagt Trainer Stelian Moculescu. „Viel besseren Volleyball gibt es nicht.“
Polens Meister PGE Skra Belchatow, Titelverteidiger und Klub- Weltmeister Trentino Volley (Italien) und Rumäniens Meister Remat Zalau – auf den deutschen Champion VfB Friedrichshafen kommen in der kommenden Saison in der CEV Champions League anspruchsvolle Aufgaben zu. „Zwei starke Gegner und eine unbekannte Mannschaft“, sagte VfB- Trainer Stelian Moculescu. „Das hätte besser, aber auch schlechter kommen können.“
Beim Abendessen in Constanta (Rumänien) erfuhr der Häfler Coach vom Ergebnis der Auslosung. „Wir saßen zusammen beim Essen, als mir gesagt wurde, dass wir gegen Zalau spielen“, sagte er. „Und kurz danach kam auch schon die SMS von Jürgen Hauke aus Wien.“ Moculescus Reaktion:
„Ich habe weiter gegessen. Vom Stuhl gefallen bin ich jedenfalls nicht.“
Sowohl Moculescu als auch Geschäftsführer Jürgen Hauke und Manager Stefan Mau blicken den Spielen im Kreise der besten europäischen Teams schon jetzt mit großer Vorfreude entgegen. „Belchatow und Trento zählen nicht nur zu den besten Mannschaften Europas, sondern der ganzen Welt“, schwärmte Moculescu. „Etwas Besseres können wir unseren Zuschauern kaum bieten. Viel besseren Volleyball gibt es nicht. Da muss die Halle voll werden.“ Genauso begeistert zeigte sich Hauke:
„Das werden Volleyballfeste – egal wer von den drei Gegnern zu uns nach Friedrichshafen kommt.“
Auch bei den Kontrahenten herrschte alles andere als Bestürzung über die schwierige, zugleich aber umso attraktivere Gruppenkonstellation.
Belchatows Präsident Konrad Piechocki freute sich schon vor Ort in Wien sichtlich auf ein Wiedersehen mit Friedrichshafen. Und Iris Wintzek-Mosna, Organisation Director in Trento, sagte: „Ich bin glücklich mit dieser Auslosung. Wenn man Champions League spielt und auch bis zum Ende dabei sein möchte, muss einem klar sein, dass man gegen die wirkliche Volleyballelite Europas spielt. Und Friedrichshafen – das ist ein in der Champions League sehr erfahrener und gut organisierter Klub. Von den Leuten dort kann man viel lernen.“
Die Champions League 2010/2011 beginnt für den VfB Friedrichshafen mit einem Auswärtsspiel am 17. November (+/- 1 Tag) in Trento. In der heimischen ZF Arena treten die Häfler am 24. November (+/- 1 Tag) gegen Zalau, am 15. Dezember (+/- 1 Tag) gegen Belchatow und am 12.
Januar gegen Trento an. Um die Vorrunde zu überstehen und in die erste Play-off-Runde einzuziehen, muss der VfB den ersten oder zweiten Gruppenplatz belegen oder aber sich als bester Dritter qualifizieren.
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Die Vorrundengegner des VfB Friedrichshafen in der CEV Champions League
PGE Skra Belchatow (Polen)
PGE Skra Belchatow zählt seit Jahren zu den besten Teams in der starken polnischen Liga und gewann seit 2005 zehn von zwölf möglichen nationalen Titeln. Sechs Mal (2005, 2006, 2007, 2008, 2009, 2010) in Folge gewann Belchatow die polnische Meisterschaft, vier Mal (2005, 2006, 2007, 2009) den polnischen Pokal. 2007/2008 und 2009/2010 gelangen dem Klub, der bereits 1930 gegründet wurde, seine international größten Erfolge. In beiden Spielzeiten richtete Belchatow in Lodz das Final Four der Champions League aus und belegte dabei den dritten Platz. Bei der FIVB Vereins-Weltmeisterschaft 2009 in Qatar wurde Belchatow Zweiter. In der kommenden Saison kann der polnische Champion im Großen und Ganzen auf sein Team der vergangenen beiden Jahre bauen. Dazu zählen der Spanier Miguel Falasca, der Franzose Stephane Antiga sowie die polnischen Nationalspieler Bartosz Kurek, Michal Winiarski, Mariusz Wlazly, Marcin Mozdonek und Daniel Plinski. Zwei Mal trafen Belchatow und Friedrichshafen bisher aufeinander. Beide Duelle – in der Vorrunde der Champions League
2008/2009 – gewann der VfB mit 3:0.
Erfolge
Polnischer Meister: 2005, 2006, 2007, 2008, 2009, 2010 Polnischer Pokalsieger: 2005, 2006, 2007, 2009
international: 3. Platz Champions League 2007/2008, 2. Platz FIVB Club World Championship 2009, 3. Platz Champions League 2009/2010
Trentino BetClic (Italien)
Trentino Betclic ist nicht nur die beste Mannschaft Europas, sondern der Welt. Zwei Mal in Folge – 2009 und 2010 - gewannen die Italiener die Champions League und siegten zudem bei der FIVB Vereins- Weltmeisterschaft 2009 in Qatar. Auf nationaler Ebene muss sich Trento allerdings immer starker Konkurrenz erwehren. Erst ein Mal, 2008, wurde der Klub aus der Region Trentino-Südtirol italienischer Meister.
Ebenfalls erst ein Mal, 2010, gewann Trento den italienischen Pokal.
Wie Belchatow setzt auch Trento in der kommenden Saison auf nahezu die gleichen Akteure. Die Stars im Team von Trainer Radostin Stoytchev sind die Außenangreifer Osmany Juantoreno aus Kuba und Matey Kaziyski aus Bulgarien, die ihr Team zusammen mit dem Brasilianer Leandro Visotto auf der Diagonalposition zu einer Macht in Angriff und Aufschlag machten. Visotto allerdings verlässt Trento. Für ihn ist der serbische Nationalspieler Ivan Miljkovic im Gespräch. Trento und Friedrichshafen standen sich noch nie in offiziellen Spielen gegenüber.
Erfolge
Italienischer Meister: 2008
Italienischer Pokalsieger: 2010
international: 1. Platz Champions League 2008/2009, 1. Platz FIVB Club World Championship 2009, 1. Platz Champions League 2009/2010
Remat Zalau (Rumänien)
Remat Zalau ist der große Unbekannte im Pool D. Eigentlich hatte man erst für die Saison 2011/2012 geplant, die Teilnahme an der Champions League zu wagen. Nach dem überraschenden Gewinn der rumänischen Meisterschaft, zugleich der erste Titel seit 15 Jahren, aber bemühten sich die Verantwortlichen um eine Wildcard und erhielten diese. „Diese Aufgabe wird den Verein auf eine sehr schwere Probe stellen, denn der Sprung auf das internationale Topparkett ist groß“, sagt Michael Warm, der früher den SCC Berlin trainierte, Zalau 2009 zum Meistertitel führte und nun als Nationaltrainer Österreichs tätig ist. „Die Mannschaft wird generalüberholt und verstärkt, aber im Management müssen völlig neue Strukturen geschaffen werden.“ Auf welche Akteure Zalau setzt, ist noch nicht bekannt. Warm traut dem Klub vor allem zu Hause Überraschungen zu. „Die Chancen werden in den Heimspielen liegen. In eigener Halle ist das Team seit Jahresbeginn ungeschlagen“, sagt er. „Die ganze Stadt steht großartig hinter der Mannschaft und die Reisestrapazen für die Gäste versprechen einen weiteren Vorteil.“
Erfolge
Rumänischer Meister: 2010
International: Achtelfinale Challenge Cup 2009/2010
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Foto
Treffen mit ihren Klubs in der Vorrunde der Champions League
aufeinander: Konrad Piechocki (Praesident PGE Skra Belchatow), Iris Wintzek-Mosna (Organisation Director Trento) sowie Juergen Hauke (Geschäftsführer VfB Friedrichshafen) und Stefan Mau (Manager VfB
Friedrichshafen)
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