Start Newsübersicht Hallen-Volleyball Beachvolleyball Volleyball-Training Volleyball-Shop Mikasa MVA 200
Volleyball & Beachvolleyball Portal
Volleyball & Beachvolleyball Portal
Startseite Volleyball & Beach 		Volleyball Portal
Jetzt neu: Registriere Dich für den täglichen Newsletter!
Follow volleyballer_de on Twitter
17.12.2009 - Beach - Quelle/Autor: DVV

Volleyball: Ilka Semmler: „Wir wollen uns in die Top Ten der Welt vorarbeiten“

Dieses Volleyball Foto vergrößern
Foto: FiVB
Ilka Semmler gilt als eine der besten Beach-Volleyballerinnen Deutschlands. 2009 landete sie mit Partnerin Katrin Holtwick auf Rang zwölf in der Weltrangliste, Platz drei im europäischen und Platz zwei im deutschen Ranking. Zudem gelang ihnen bei den Deutschen smart Beach-Volleyball Meisterschaften in Timmendorfer Strand der große Wurf mit dem Gewinn des Titels.

Im „Interview der Woche“ äußert sich die 24-jährige Studentin der Rehapädagogik zur Saison 2009, gibt Auskunft über das nächste Jahr und äußert sich auch zur neuen Konkurrentin Angelina Grün.

Es ist bitterkalt in Deutschland. Wie geht ein Profi-Beacher mit diesem Wetter um?
Semmler: „Eigentlich ist es auch mal ganz schön, wieder ein bisschen kalte Luft zu atmen, trotzdem bin ich eher der Sonnenmensch, dem es dann nach zwei Monaten Kälte auch wieder reicht! Was mache ich bis dahin? Viel Tee trinken, warme Hausschuhe tragen und in die Sauna gehen!“

Seid ihr schon wieder in das Beachtraining eingestiegen? Wenn ja, wo trainiert ihr, wenn nein, wann geht´s wieder los?
Semmler: „Nein, "zum Glück" noch nicht! Wir haben ja bis Anfang November Saison gehabt und uns dann ein bisschen Pause auch mal verdient. Mit Balltraining geht es erst wieder Anfang Januar los, der Kraftraum hat uns allerdings schon ein bisschen früher wieder! Katrin trainiert schon wieder fleißig, und ich steige nächste Woche wieder ein.

Wie beurteilst du eure Saison 2009?
Semmler: „Alles in allem können wir zufrieden sein mit unserer Saison 2009. Wir hatten unsere Hochs, aber auch definitiv unsere Tiefs, wenn man am Ende jedoch mal einen Strich drunter macht, haben wir unsere Zielsetzungen für die Saison alle erreicht, teilweise übertroffen.

Was war positiv, woran gab es etwas zu meckern?
Semmler: „Positiv waren für uns natürlich der Gewinn der Deutschen Meisterschaft, aber auch die Tatsache, dass wir es auf der CEV-Tour wieder ganz nach Vorne geschafft haben und Top 5-Ergebnisse auf Grand Slams (Moskau 4. und Gstaad 5.) einfahren konnten. Worüber man vielleicht meckern kann, ist, dass wir es nicht geschafft haben, eine konstante Saisonleistung zu bringen. Gerade zum Ende hin ließen die Ergebnisse etwas zu wünschen übrig. Ich denke, das lag aber vor allem daran, dass das Jahr 2009 die erste Saison für uns war, die wir komplett durchspielen konnten. DIe Jahre davor waren entweder Katrin oder ich für mehrere Wochen außer Gefecht gesetzt. Das zehrt natürlich, und es ist äußerst schwer, Kraft, Konzentration und Motivation bis zum Ende aufrecht zu erhalten.“

Wie lauten 2010 die Ziele?
Semmler: „2010 steht ja auch schon im Sinne der Olympia-Qualifikation, d.h. wir wollen uns weiterhin eine gute Ausgangslage verschaffen. Dazu gehört natürlich, sich vor allem auf der World Tour zu etablieren, unsere jetzige Platzierung mindestens zu halten, wenn möglich auch besser zu werden. Für die EM im eigenen Lande wollen wir uns auch qualifiziern, das Halbfinale ist das angestrebte Ziel. Ja, und dann haben wir natürlich noch einen Meistertitel zu verteidigen...“

Ihr habt euch bis auf Position 12 in der Weltrangliste hoch gearbeitet, wann sind die Top Ten an der Reihe?
Semmler: „Wie gesagt, erste Priorität hat erst einmal, dass wir den Platz halten können, alles was besser wird, ist natürlich schön. Im Hinblick auf 2012 wollen wir uns aber Stück für Stück in die Top 10 vorarbeiten.“

Es fällt auf, dass ihr wie auch Sara Goller/Laura Ludwig in Europa führend seid, gegen die Top-Teams aus Brasilien, den USA oder China aber äußerst selten als Sieger das Feld verlasst. Woran liegt das bzw. was machen diese Teams noch besser?
Semmler: „Eigentlich hat die Erfahrung aus diesem Jahr gezeigt, dass es im Moment kein wirklich dominierendes Team in der Weltspitze gibt. Zugespitzt gesagt, jeder kann jeden schlagen. Auch wir haben dieses Jahr erfahren, dass wir die Weltranglisten Ersten (zu dem Zeitpunkt), Talita/Antonelli (BRA), 2:0 schlagen konnten. Und das nicht in der ersten Runde, sondern um den Einzug ins Halbfinale auf einem Grand Slam. Das sind aber Dinge, die man eigentlich nicht erwartet. Wir haben in solchen Duellen dann doch eher die "Underdog-Rolle", und vielleicht glaubt man dann manchmal auch zu wenig daran, gewinnen zu können. Aber ich denke, das Entscheidende ist, dass Spielerinnen wie Ana Paula, Talita und Juliana/Larissa sehr viel mehr Erfahrung haben, weil sie einfach viel mehr Spiele auf hohem Niveau gemacht haben. Das hebt das spielerische Niveau eines Teams natürlich auch. Dieser Aspekt ist, denke ich, ein wesentlicher Aspekt, den solche Teams uns vorraus haben und weswegen wir öfter als Verlierer vom Feld gehen. Athletisch gesehen sind wir auf ziemlich gleichwertigem Niveau angekommen.“

Was sind eure „Problemzonen“, woran müsst ihr arbeiten, um die Top-Teams nicht nur zu ärgern, sondern zu schlagen?
Semmler: „Es gibt immer viele Dinge, an denen man arbeiten muss, aber für uns wird in Zukunft vor allem der Block-/Abwehr-Bereich im Vordergrund stehen. Inwieweit das dann reicht, um die Top-Teams dann in Zukunft alle zu schlagen, werden wir dann sehen.“

Euer Umfeld ist mit Trainer, Manager usw. kontinuierlich gewachsen. Wie viele Personen kümmern sich mittlerweile um das Team Holtwick/Semmler?
Semmler: „Puh, da muss ich erst mal zählen! Nein, also in unserem engsten Umkreis sind es natürlich Headcoach Andreas Künkler, neu im Team Christoph Dieckmann, Athletiktrainer Erik Helm, Sportpsychologe Lothar Linz und unser Manager Marc Stöckel. Wir haben aber natürlich auch das Glück, mit guten Ärzten und Physiotherapeuten, wie Dr. Oliver Miltner, Dr. Axel Baltzer oder Sven Rössler zusammenarbeiten zu können. Ich hoffe, ich habe jetzt niemanden vergessen.“

Neu dabei ist Christoph Dieckmann. Was erhofft ihr euch, speziell du als Blockerin, von ihm?
Semmler: „Ich denke, mit Christoph haben wir jemanden in unser Team geholt, der viel von seiner Erfahrung als jahrelanger World Tour Spieler, aber auch seinem technischen Verständnis von Beach-Volleyball weitergeben kann. Ich erwarte mir sehr viel von der Zusammenarbeit, denn es ist immer etwas anderes, es von jemandem "gelehrt" zu bekommen, der selbst weiß, wie es sich anfühlt. Ich weiß, dass ich grade im Blockbereich noch viel lernen kann und muss und freue mich deswegen ganz besonders auf die Arbeit mit Christoph.“

Von den Experten bist du zur drittbesten Blockerin der World Tour 2009 gewählt worden. Was sagst du dazu?
Semmler: „Damit hatte ich ehrlich gesag nicht gerechnet! Ich freue mich total darüber, auf dem dritten Platz gelandet zu sein, das zeigt mir auch, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Ich selbst hätte mich nicht unbedingt auf den dritten Platz im internationalen Vergleich gewählt, deswegen freut es mich umso mehr!“

Kürzlich gab Hallen-Superstar Angelina Grün bekannt, dass sie den Bodenbelag wechselt. Was ist ihr und Rieke Brink-Abeler zuzutrauen?
Semmler: „Das ist eine gute Frage. Mit Angelina Grün wechselt eine Weltklasse-Hallen-Volleyballerin in den Beachbereich. Dadurch, dass sie noch nicht wirklich viel Erfahrung im Sand sammeln konnte, ist es für mich auch schwer einzuschätzen, wie ihr der andere Bodenbelag liegt. Ich gehe aber davon aus, dass sie sich schnell zu recht finden wird und würde auch sagen, dass mit dem Team Brink-Abeler/Grün eine Konkurrenz entsteht, die man definitiv nicht unterschätzen sollte!“

Zuletzt hast du mit deinem erneuten Auftritt für das Turmspringen bei Stefan Raab für Aufsehen gesorgt. Wie war´s?
Semmler: „Schrecklich! Nein, Wasser ist zwar definitiv nicht mein Element, aber ich habe mir dieses Jahr wenigstens nicht weh getan - so wie beim Turmspringen 2007. Es ist jedes mal wieder eine riesige Herausforderung und wird auch beim zweiten Mal nicht unbedingt leichter. Ich hab mich ca. zwei Wochen darauf vorbereitet und doch so meine Trainingsstunden absolviert, weil ich dann zu ehrgeizig bin, um die Sache nur halb gut zu machen. Die Show lief ja dann auch ganz gut, und ich glaube, ich hätte geheult, wenn ich nicht ins Finale gekommen wäre, schließlich rackere ich mich ja nicht umsonst so ab! Demnach: 3.Platz - alles gut!

Hand auf´s Herz, was ist höher zu bewerten? Ein Sieg beim Synchron-Turmspringen mit Stefan Raab oder eine Medaille bei der Beach-EM 2010 in Berlin?
Semmler: „Man darf das Synchronspringen ja auch nicht überbewerten, in dem Sinne ist es ja nicht wirklich eine Sportveranstaltung, sondern mehr eine Unterhaltungsshow. Mein Anspruch ist es aber, in meinem Sport, in den ich viele viele Stunden investiere, erfolgreich zu sein. Wenn man dann belohnt wird in Form einer Medaille bei einem Saisonhöhepunkt erreicht man natürlich das, wofür man die ganze Zeit arbeitet. Ich persönlich und aus sportlicher Sicht würde eine Medaille bei einer EM auf jeden Fall viel höher bewerten als einen Sieg bei Stefan Raab.“

[Druckansicht] [zurück]

Volleyball Ergebnisse und Tabellen

Auf der Seite www.volley.de findest Du Tabellen und Ergebnisse aller Ligen.
» Tabellen und Ergebnisse anzeigen

 

 

 

Sportmagazin und Community netzathleten


 Mit einem Feed-Reader abonnieren