Hallen-Nationalspieler gegen Weltmeister – so lautet das Finale bei den Deutschen smart Beach-Volleyball Meisterschaften in Timmendorfer Strand: Julius Brink/Jonas Reckermann und Björn Andrae/Marcus Popp kämpfen um den Titel und die Nachfolge von David Klemperer/Eric Koreng. Das Weltmeister-Duo besiegte im ersten Halbfinale die WM-Vierten David Klemperer/Eric Koreng 2:1 (21-19, 18-21, 15-12), danach bezwangen die Olympia-Neunten von Peking (in der Halle natürlich) die an drei gesetzten Erdmann/Matysik 2:1 (18-21, 21-17, 17-15). Um 13.00 Uhr findet das Spiel um die Bronzemedaille statt, ab 14.30 Uhr steigt das große Finale.
Das Duell Weltmeister gegen WM-Vierter entwickelte sich zu einem wahren Geduldsspiel. Beide Seiten lauerten auf ihre Chancen, auf Fehler mussten sie nämlich nicht warten, da sowohl Brink/Reckermann als auch Klemperer/Koreng erwartungsgemäß auf höchstem Niveau agierten. Die DM-Titelverteidiger hatten im ersten Satz bei einer 15:12-Führung alles in der Hand, doch drei Angriffsfehler des ansonsten sehr überzeugenden Koreng drehten die Partie im ersten Satz. Der zweite Satz verlief analog zum ersten, doch dieses Mal hielten „Klempeng“ den Vorteil bis zum Schluss. Wie schon so oft in dieser Saison musste der dritte Satz zwischen den beiden Weltklasse-Duos her, und wie schon so oft (Bilanz 2009 nun 6:1), gingen Brink/Reckermann als Sieger vom Platz. Der Grund: In den entscheidenden Momenten agierten die Weltmeister einen Tick konsequenter, obwohl ihre Block und Abwehr in diesem Spiel kaum zum Zug kam. Reckermann beendete die Partie schließlich mit einem harten Schlag die Linie herunter. Brink sagte im Anschluss: „Wir hatten echte Probleme in der Block/Abwehr, normalerweise haben wir sie damit geknackt. Da aber unser Sideout-Spiel relativ unberührt davon blieb, konnten wir das Spiel ausgeglichen gestalten, auch wenn wir ein wenig ins Schwimmen gekommen sind. Es war von uns sicherlich keine Glanzleistung.“ Klemperer, unmittelbar nach dem Spiel enttäuscht, meinte: „Sie inspirieren uns zu guten Leistungen, wir machen uns gegenseitig besser. Im ersten Satz hatten wir es in der Hand, aber dann haben sie ihre Klasse gezeigt. Wenn man nur 98 oder 99% gegen sie spielt, reicht es nicht. Jetzt wollen wir aufs Treppchen, das ist Ehrensache.“
Vor dem Finale sagte Brink: „Es ist unser großes Ziel, in Timmendorfer Strand oben zu stehen. Als Weltmeister kann es nur die Parole geben, Deutscher Meister zu werden.“
Das können nur noch Andrae/Popp verhindern. Die Hallen-Nationalspieler, bei der DM an Position sieben gesetzt, entzauberten die an drei gesetzten Erdmann/Matysik in einer packenden Dreisatz-Schlacht. Nach dem Satzgewinn der Beach-Spezialisten waren es vor allem die Aufschläge von Andrae, die dem Match im zweiten Satz den Stempel aufdrückten. Er erzielte vier (!) direkte Aufschlagpunkte. Im finalen Satz hatten die Hallen-Cracks von Beginn an die Führung inne (6-3, 8-5), doch Erdmann hielt sein Team mit Blockpunkten gegen Popp im Spiel. Beim 13:11 für Ermann/Matysik deutete alles auf den Sieg des Beach-Nationalduos hin, doch ein Block Popps brachte abermals den Ausgleich. Dann servierte Andrae mit viel Gefühl ein Ass, ehe ihn seine Hallen-Gegenwart einholte. Bei der Punktchance zum Matchgewinn kam der Ball in zum Zuspiel in Kopfhöhe, doch da Andrae konsequent im Bagger zuspielt, passte er per Kopf und Erdmann/Matysik nutzten die Chance zur Abwehr des Matchballs. Den zweiten Matchball konnten die Berliner auch noch abwehren, dann servierte Andrae einen direkten Aufschlagwinner zum Sieg. Popp sagte im Anschluss: „Sensationell, das ist der Wahnsinn. Es ist ein gutes Zeichen, dass Björn ab und zu seinen Kopf einsetzt“, so der Italien-Profi (Forli) zum Kopfball Andraes. Zum Finale meint Popp: „Wir werden ganz locker an die Sache rangehen. Das ist der Weltmeister, die Weltranglisten-1., da haben wir sowieso keine Chance. Wir wollen in jedem Satz mehr als 10 Punkte machen.“ Andrae fügte grinsend an: „Es war vor der DM mein Ziel, gegen die Weltmeister zu spielen. Nachdem sich die Setzung verschoben hat, haben wir uns im Scherz gesagt, dann müssen wir eben so lange drin bleiben, bis wir auf sie treffen. Im Halbfinale hat auch keiner gedacht, dass wir gewinnen…“
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