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17.08.2010 - DVV - Quelle/Autor: DVV / Jürgen Sabarz

Volleyball: Giovanni Guidetti: „Es geht erst um die Verbesserung unserer Leistung, dann um gewinnen und verlieren“

Nach der Spielrunde in Japan war der Montag für den Transfer der Frauen Nationalmannschaft von Okayama nach Hong Kong reserviert. Die Reise nahm den ganzen Tag – mit Flügen, Aufenthalten und Transfers – in Anspruch. Am Montagabend gab noch es eine ausführliche Mannschaftssitzung, in welcher Bundestrainer Guidetti die aktuelle Lage analysierte. Am Dienstagmorgen folgte nach einem 90-minütigem Krafttraining noch eine 2-stündige Trainingseinheit im Hong Kong Koliseum (Spielhalle).

Nach der zweiten Grand Prix Runde in Japan und vor der dritten Runde in Hong Kong äußerte sich Bundestrainer Giovanni Guidetti zur aktuellen Situation der Mannschaft, die in Hong Kong drei Spiele zu absolvieren hat: am Freitag gegen die USA (15.00 Uhr), am Samstag gegen China (15.45 Uhr) und am Sonntag gegen Thailand (13.15 Uhr) – alle Spielanfänge Ortszeit.

Herr Guidetti, nach der ersten Niederlage gegen Polen waren Sie einigermaßen mit der Leistung des Teams zufrieden, nach der zweiten Niederlage gegen Polen in Okayama wirkten Sie reichlich genervt und unzufrieden.
Guidetti: „Ja, es gab zu viele Fehler, zu viele leichte Fehler. Im zweiten Spiel gegen Polen waren wir – so seltsam es klingen mag - nahe an einem Sieg. Die ersten drei Sätze gingen je nur mit zwei Bällen Abstand verloren, den zweiten Satz mussten wir einfach gewinnen. Aber es hat nicht gereicht, und ich habe dann in dieser speziellen Situation bewusst auf ein intensives Coaching verzichtet, um Druck herauszunehmen. Die Mannschaft hat das schon verstanden – wir haben das in der Mannschaftssitzung geklärt.“

Warum hat es denn bislang eine negative Bilanz gegeben: nur zwei Siege bei vier Niederlagen?
Guidetti: „Wir haben unsere Statistik ausgewertet, sehr detailliert, und haben festgestellt, dass wir gegenwärtig im Vergleich zu den Top-Teams in allen Elementen etwas schwächer sind – in der Annahme, im Angriff, im Aufschlag, im Block. Es ist nicht viel, aber in allen knappen Sätzen entscheidend. Das heißt aber nicht, dass wir uns nicht weiter entwickelt hätten. Aber es waren nur kleine Schritte, und es reicht noch nicht. Bleibt nur eines: weiter arbeiten.“

Wie sieht denn jetzt die Planung für die Spiele in Hong Kong aus?
Guidetti: „Wir müssen ruhig bleiben, zusammenrücken, sehr intensiv trainieren. Jeder muss für sich ganz allein Verantwortung übernehmen und sich damit einbringen. Wichtig: wir müssen auch im Training die kleinen Fehler abstellen, die uns in all den knapp verlorenen Sätzen so weh getan haben. Wir arbeiten weiter an den Details. Wir dürfen nicht an das möglicherweise verpasste Finalturnier denken, sondern es geht um das nächste Spiel, um eine bessere Performance, dann um gewinnen und verlieren. Wir müssen Schritte nach vorne machen.“

Die Finalrunde in Ningbo ist kein Ziel mehr?
Guidetti: „Doch, es bleibt ein Ziel, aber zunächst einmal unter dem Gesichtspunkt, dass wir dort noch einmal eine Reihe von Spielen gegen Topmannschaften spielen könnten. Die würden etwas für die Entwicklung der Mannschaft bringen. Wir müssen vor allem auf ein höheres Niveau kommen in den einzelnen Elementen, Stück für Stück, das wäre eine wichtige Entwicklung.“

Wie sieht die Situation nach dem Grand Prix aus? Es folgt ja kurz danach (16.-22. Sept. auf Sardinien, Italien) schon das Qualifikationsturnier für den Grand Prix im Jahre 2011.
Guidetti: „Es gibt jetzt nach dem diesjährigen Grand Prix in jedem Falle nur eine kurze Pause. Danach geht die Vorbereitung auf die Grand Prix Qualifikation und auch die WM weiter. Ich wünsche mir von Herzen, dass ich während der Vorbereitungen alle Spielerinnen dabei habe und die Mannschaft von Verletzungen verschont bleibt. Alle unsere Konkurrenten trainieren komplett weiter und bereiten sich sehr intensiv vor. Das wird hart für uns. Man muss verstehen und akzeptieren, wie wichtig solche Turniere wie der Grand Prix für unsere Mannschaft sind.“

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