Zum Auftakt knabberte Leonie Müller an einer Überraschung, im zweiten Spiel schlug sie bereits zum Matchball auf. Unterm Strich jedoch kam alles wie befürchtet: Die Beachvolleyballerin der FT von 1844 Freiburg schied mit ihrer Partnerin Ruth Flemig (SG SF Marmagen-Nettersheim) bei der Deutschen Meisterschaft in Timmendorfer Strand nach zwei Spielen aus und belegte damit den 13. Platz.
Lediglich auf Rang 15 gesetzt, wartete zum Auftakt gleich eine hohe Hürde auf das Duo Müller/Flemig: Katrin Holtwick/Ilka Semmler (Essen) hatten im Vorjahr den Deutschen Meistertitel geholt und waren bei der Europameisterschaft 2010 in Berlin erst im Finale an ihren deutschen Teamkolleginnen Ludwig/Goller gescheitert.
Dennoch gingen die Außenseiterinnen aus Freiburg und Köln mutig und selbstbewusst ins Match, wehrten im ersten Durchgang einen Satzball ab und nutzten ihrerseits ihren zweiten. Anschließend aber konnten Flemig/Müller ihr Niveau nicht halten, verloren die beiden folgenden Durchgänge und das Match mit 23:21, 15:21 und 10:15. „Wir haben eigentlich ganz gut gespielt“, urteilte Müller. „Das Spiel fand auf dem Center-Court statt, wo man den Wind fast nicht merkte. Man kann also auch nicht von Glück reden, dass wir einen Satz gewannen.“ Katrin Holtwick hatte großen Respekt vor Müllers Service: „Wir hatten große Problem mit dem Aufschlag von Leonie,“ bekannte sie. Erst im Verlauf des Matches bekamen die Vize-Europameisterinnen, die am Ende Dritte werden sollten, mehr Sicherheit in ihre Aktionen und setzten sich standesgemäß durch.
Im zweiten Spiel mussten Müller/Flemig auf einen Nebenplatz ausweichen und hatten hier mit Wind und Regen zu kämpfen. Gegen die an Nummer sieben gesetzten Stefanie Hüttermann und Anni Schumacher (Dresden) begannen sie dennoch vielversprechend. Müller beendete Satz eins mit einem Ass zum 21:15. Im zweiten Abschnitt schaffte die Kombination, die bedingt durch ihre 400 Kilometer entfernt liegenden Wohnorte nur selten zusammen trainieren kann, bei 17:17 den Ausgleich und hatte bei 21:20 Matchball – jedoch auf der schlechteren Windseite, sodass die Chance nicht genutzt werden konnte. „Dann ließ der Wind etwas nach und damit auch irgendwie unser Spiel“, sagte Müller. Ihre Gegnerinnen holten den Satz noch mit 24:22-Punkten und setzten sich dann im Entscheidungsdurchgang entscheidend zum 10:6 ab. Wieder bauten Müller/Flemig im Verlauf des Matches ab. „Das war schon sehr ärgerlich“, fand die Freiburgerin. „Wir haben nicht gegen den Gegner verloren, sondern eher gegen uns selbst.“
Am Ende blieb also Rang 13 und die Erkenntnis, dass es nicht am Potenzial der beiden Spielerinnen liegt, sondern eher am fehlenden gemeinsamen Training sowie der Belastung durch Beruf (Müller) und Staatsexamen (Flemig). Gegen die Vielzahl der (semi-) professionellen Duos ist in dieser Konstellation der ganz große Erfolg wohl nicht möglich.
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