Quanzhou/China – Die deutschen Volleyballerinnen verloren zwar wie erwartet ihr Auftaktspiel bei der zweiten Turnierrunde des FIVB World Grand Prix in Quanzhou (China) gegen Weltmeister Russland mit 0:3 (18:25, 19:25, 21:25), zeigten aber eine durchaus ansprechende Leistung. Lautstark angefeuert vom chinesischen Publikum im Straits Sports Center Quanzhou boten sie dem Team um die 2.02m lange Ekaterina Gamova lange Zeit Paroli.
„Heute haben wir wieder einen kleinen Schritt nach vorn gemacht“, meinte Bundestrainer Giovanni Guidetti, „aber eine Mannschaft wie Russland können wir derzeit noch nicht schlagen. Dazu ist unser Angriff einfach zu flach. Die Mädchen haben es probiert, ihre Einstellung war richtig. Der körperliche und technische Unterschied zu Russland ist allerdings noch zu groß.“
Beste deutsche Scorerinnen waren Corina Ssuschke-Voigt (TREFL Sopot/Polen) mit acht, Margareta Kozuch (Sopot) mit sieben und Maren Brinker (Scavolino Pesaro/Italien) mit sieben. Überragend bei Russland waren Ekaterina Gamova mit 20, Iuliia Morozova (11) und Lesya Makhno (10).
Kathy Radzuweit (Rabita Baku/Aserbaidschan): „Unser Gefühl hat gestimmt, aber wir konnten es nicht aufs Feld transportieren.“ Und Libero Kerstin Tzscherlich (Dresden), mit über 300 Länderspielen die erfahrenste deutsche Spielerin: „Wir konnten nicht umsetzen, was wir uns vorgenommen hatten. Wir wollten die Russinnen mehr stören und ihren Block mehr ausschalten. Sonst haben wir aber gut gespielt.“
Guidetti begann mit seiner nun schon gewohnten ersten Sechs, und die machten ihre Sache hervorragend, hielten bis 12:12 mit den Weltmeisterinnen mit und lagen dank einer überragenden Maren Brinker sogar zwischenzeitlich in Führung (4:3, 6:4, 10:9). Doch die 2.02m lange Ekaterina Gamova, bei der WM 2010 beste Spielerin, kam mit ihren harten Attacken immer wieder durch. Von 12:12 zogen die Russinnen auf 16:12 davon und verwandelten den zweiten Satzball zum 25:18.
Im zweiten Satz zeigte Russland seine Dominanz deutlicher. Die Deutschen hatten beim Stand von 5:7 allerdings auch ein bisschen Pech, als der Aufschlag von Makhno von der Netzkante direkt hinters Netz plumpste. Die nächste Angabe versuchte Makhno wieder knapp übers Netz zu schlagen, scheiterte aber im Netz. Die entscheidende Phase war, als Russinnen ihre Führung die von 8:6 auf 13:8 ausdehnten. Bei 24:17 sie allerdings drei Satzbälle, ehe Saskia Hippe ihren Aufschlag zum 19:25 ins Aus setzte.
Eine großartige Aufholjagd prägte den dritten Satz. Die Deutschen lagen schnell mit 1:7 zurück, machten unter dem Jubel der Zuschauer sechs Punkten hintereinander zum 7:/ und gingen dann sogar mit 12:9 in Führung. Sie fighteten bis zu Schluß, kamen immer wieder bis auf einen Punkt an Weltmeisterinnen heran, mussten sich aber schließlich mit 21:25 geben.
Der Bundestrainer setzte alle 12 Spielerinnen ein, Lenka Dürr und Nadja Schaus pausierten. Am Samstag trifft die deutsche Mannschaft auf Gastgeber China (12.30 h MESZ), am Sonntag auf Peru (10.00 Uhr MESZ).
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