Der erste Teil der Nationalmannschafts-Saison ist beendet, und nach dreiwöchiger Pause geht es für die DVV-Männer mit dem zweiten Teil, der EM-Vorbereitung, weiter. Denn bei der EM in Österreich & Tschechische Republik (10. bis 18. September) soll eine Verbesserung des letztmaligen EM-Ergebnisses (Platz fünf) erzielt werden.
Nachdem der letzte Punkt in der World League gespielt war, hatten es die deutschen Spieler eilig: „Im Prinzip haben wir auf gepackten Koffern gespielt“, meinte Kapitän Robert Kromm. Alle Spieler reisten noch nach dem Spiel bzw. am frühen Morgen ab, um zu urlauben bzw. in der jeweiligen Heimat zu entspannen. Denn die Freizeit ist knapp bemessen, bereits am 25. Juli bitte Bundestrainer Raúl Lozano wieder zum nächsten Lehrgang. Dann beginnt in Heidelberg ein insgesamt vierwöchiger Lehrgang. Dem schließt sich eine zehntägige Länderspielreise nach Brasilien an (20. bis 30. August), auf der gegen den Weltmeister die einzigen Testspiele im Vorfeld der EM ausgetragen werden. Danach schließen sich ein paar freie Tage sowie ein Kurz-Lehrgang an, ehe am 8. September die Anreise in den EM-Vorrundenort Prag/CZE erfolgt. Dort stehen Polen (10.9. um ), die Slowakei (11.9. um ) und Bulgarien (12.9. um ) auf der anderen Netzseite und Lozano meint: „Das ist eine schwere Gruppe, aber dennoch will ich besser abschneiden als bei der letzten EM. Und wenn wir uns entwickeln wollen, müssen wir Spiele gegen gleichstarke oder etwas bessere Gegner auch mal gewinnen. Ich bin zuversichtlich, das zu schaffen.“
Dabei setzt der Bundestrainer, der ebenso wie Co-Trainer Juan Manuel Serramalera nach Argentinien flog, auf den Kader der World League mit den Stützen Robert Kromm (Verona/ITA), Stefan Hübner (evivo Düren) und Jochen Schöps (Odintsovo/RUS). Dabei zeigte vor allem Routinier Hübner, dass er im gesunden Zustand immer noch zu den weltbesten Mittelblockern zählt, die „inoffizielle“ Statistik wies ihn als zweitbesten Blockspieler der World League aus. Und auch ein anderer „Rückkehrer“ zeigte, dass mit ihm wieder zu rechnen ist: Libero Markus Steuerwald nutzte seine Chance, die sich ihm bot, weil der beste Libero der WM, Ferdinand Tille, an einer Daumenverletzung laborierte. Auf dem Libero-Posten wie auch auf fast allen anderen Positionen dürfte ein harter Konkurrenzkampf um die 14 EM-Plätze entbrennen, vor allem dann, wenn mit Außenangreifer Björn Andrae (Kemerovo/RUS), Diagonalangreifer Georg Grozer (Rzeszow/POL) und Mittelblocker Lukas Bauer (Toulouse/FRA) drei langzeitverletzte Spieler zurück kommen sollten. Im Fall von Andrae ist sich Lozano sicher („Björn könnte sofort wieder anfangen“), bei Grozer ist er es nicht („Er macht Fortschritte, aber das ist eine Sache, die man nicht auf die leichte Schulter nehmen darf“).
Die World League bleibt für Lozano ein unverzichtbarer Baustein der Entwicklung, „denn nur in diesem Wettbewerb spielt man regelmäßig gegen die weltbesten Teams und sammelt Erfahrung auf höchstem Niveau. Wir haben gezeigt, dass wir die Möglichkeiten haben, Weltklasse-Teams wie Bulgarien oder Russland zu schlagen bzw. an den Rand einer Niederlage zu bringen. Allerdings fehlte uns noch oftmals die Konstanz“, so Lozano. „Die World League ist für mich wie für einen Verein die Bundesligasaison, die Europameisterschaften in diesem Jahr sind die Play-offs, da müssen wir in Top-Form sein und unsere beste Leistung zeigen.“
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