Volleyball: Die 2weite bleibt Zweiter
Tweet"Die Spiele an der Turnerfasnet waren schon früher oft was ganz besonderes", hatte TVR2-Kapitän Max Meuter im Vorfeld des Spitzenspieles gegen den GSVE Delitzsch gesagt und auch die Partie am Samstagabend reihte sich nahtlos in diese Kategorie "besonders" ein.
Mit 3:2 (25:20, 30:32, 25:15, 18:25, 15:11) behielten die Rottenburger 2weite nach gut zwei Stunden die Oberhand und verteidigte gegen die starken Nordsachsen ihren zweiten Platz in der 2. Bundesliga Süd.
Am Ende war es Rottenburgs Jonas Leidig, der mit einem Monsterblock gegen Sebastian Reichenstein seine Mannschaft und die wieder einmal sensationell mitgehenden 250 Zuschauer in der Hohenberghalle ausgiebig jubeln ließ. Doch dem Tie-Break drückte ein anderer Rottenburger seinen Stempel auf, der 16-jährige Phillip Trenkler. Ende des vierten Satzes für Max Lake gekommen, brachte Trenkler mehr Sicherheit in die Annahme und war im fünften Satz der Mann für die spektakulären Punkte. So setzte sich Trenkler beispielsweise nach einer starken Abwehraktion zum 6:4 aus dem Rückraum gegen den gewiss nicht schlechten Dreierblock der Delitzscher Mannen durch und sorgte damit für mächtig Stimmung in der Hohenberghalle. "Phillip hat sehr gut agiert. Er ist heiß aufs Feld und hat heute seine guten Eindrücke aus dem Training bestätigt. Er hat auch gezeigt, dass er sich seit dem Hinspiel entwickelt hat", war Schröder zufrieden und auch der Rottenburger Erstligatrainer war angetan vom Auftritt des Youngsters. "Er war fokussiert, präsent und gleich im Spiel. Das war sehr gut", sagte Müller-Angstenberger, der das Zweitligaspiel in der Halle beobachtete.
Der EnBW-TVR-Trainer sah insgesamt eine starke Partie, bei der Rottenburg und Delitzsch auf hohem Niveau agierten. "Wir haben besser aufgeschlagen und angenommen als gegen Gotha oder Rhein-Main, deshalb haben wir das Spiel am Ende gewonnen", so Schröder. "Es waren heute alle sehr gut. Hendrik hat vor dem Spiel noch ein paar ernste Worte zum Thema Einstellung verloren, das haben sich die Jungs scheinbar zu Herzen genommen", war für Schröder die "Kabinenpredigt" seines Co-Trainers Hendrik Heger "ein guter Weckruf an die Mannschaft." Die Rottenburger 2weite spielte konzentriert, mit sicherer Annahme und gutem Blockspiel hielt man die Gäste zunächst auf Abstand. Diagonalangreifer Sebastian Reichenstein und der sprunggewaltige Jens Andrae sorgten bei Delitzsch zwar für viele Punkte, doch zahlreiche Aufschlagfehler erleichterten den Bischofstädtern den Satzgewinn. Der zweite Satz war dann an Spannung wieder einmal kaum zu überbieten. Sechs Satzbälle konnten die Rottenburger nicht verwerten, Delitzsch dagegen gleich seinen ersten. "Da müssen wir klarer agieren, wenn wir den Satz gewinnen geht das Spiel 3:0 über die Bühne", war Schröder kurz unzufrieden über die verpassten Chancen seiner Mannschaft. Im dritten Satz präsentierte sich sein Team nämlich beeindruckend stark. Herausragend in Block und Angriff zog man den Gästen früh den Zahn. In dieser Phase verteilte Zuspieler Marc Zimmermann gekonnt die Bälle. "Er spielt zur Zeit mit guter Qualität zu, nur an seiner Passauswahl müssen wir noch arbeiten", lobte Schröder den 20-jährigen, der im vierten Satz die Aussage seines Trainers scheinbar bestätigen wollte. An Zimmermann lag es allerdings nicht allein, dass die Rottenburger den Satz deutlich abgaben. "Bei einer jungen Mannschaft sind auf diesem Niveau schon mal Leistungsschwankungen drin, das muss man einkalkulieren", so Schröder. Die beiden Delitzscher Hauptakteure Reichenstein und Andrae waren wieder kaum zu halten und so ging es in den entscheidenden Tie-Break. Da lagen die Rottenburger zwar schnell mit 0:3 zurück, doch diesen Rückstand drehten die Spieler um den in dieser Phase bärenstarken Kapitän Meuter schnell und holten sich den Satz letztendlich ungefährdet unter dem Jubel der zahlreich anwesenden Ärzte, Krankenschwestern, Cowboys und Indianern.
Denn die Partie bildete quasi das Vorprogramm zur in der Halle nebenan stattfindenden "Turnerfasnet", auf der die Mannschaft später ebenfalls die Verteidigung des 2. Platzes in der Tabelle ausgiebig feierte. "Wir haben aus den letzten Spielen gelernt und heute eine sehr gute Leistung gezeigt, das ist mir wichtig. Da hätte ich auch mit einer Niederlage leben können, mit einem Sieg macht das feiern allerdings viel mehr Spaß", grinste Schröder zum Abschluss, schlüpfte in sein Fasnets-Kostüm und "hoppelte" Richtung Party.
TVR-2wei: Zimmermann, Böing, Meuter, Lake, Trenkler, Kleefisch, Nuguspanov, Landa, Leidig, Schreiner, Metzger, Schönhagen
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