Mit dem Slogan „Deutschlands starke Mitte” wirbt der Freistaat Thüringen entlang seiner Autobahnen für Wirtschaft, Kultur, Bildung und Tourismus. Ab der kommenden Saison gilt dieses Motto auch für die Volleyballer aus Thüringen. Gleich zwei Aufsteiger bereichern die höchste Spielklasse der Deutschen Volleyball-Liga (DVL). Bei den Frauen ist es das SWE Volley-Team aus Erfurt, bei den Männern der VC Gotha. Die DVL stellt heute das SWE Volley-Team vor.
Michael Evers, Vorstandsvorsitzender der DVL, zeigt sich über die zwei Aufsteiger erfreut: „20 Jahre nach der Wiedervereinigung sind mit den Aufsteigern VC Gotha und SWE Volley-Team Erfurt insgesamt zwölf Vereine aus dem Osten Deutschlands in der 1. Volleyball-Bundesliga vertreten. So viele, wie in keiner anderen Sportart.”
Das SWE Volley-Team aus Erfurt spielte zuletzt in der Saison 2003/2004 im Oberhaus. Lediglich ein Sieg sprang bei dem damaligen Gastspiel heraus. Auch die nächste Saison wird kein leichtes Unterfangen, denn immerhin drei Mannschaften müssen am Ende der Spielzeit den Weg in die 2. Liga antreten.
Für das SWE Volley-Team ist am 9. August Trainingsbeginn. Trainer Heiko Herzberg verdoppelt die Anzahl der Trainingseinheiten, um mit der Bundesliga-Konkurrenz mitzuhalten. „Wir werden acht Balleinheiten pro Woche haben und zusätzlich Kraft und Athletik trainieren”, sagt Herzberg, der seit 2008 Cheftrainer in Erfurt ist.
Damit das Team dem Trainingspensum und den Anforderungen in der Liga gerecht werden kann, setzen sich die Verantwortlichen bei den Arbeitgebern der Spielerinnen für eine Verkürzung der Arbeitszeiten ein. Lediglich die beiden ausländischen Neuverpflichtungen sind als Profis angestellt. „Bei der Auswahl mussten wir das Optimum aus unseren finanziellen Möglichkeiten und den Ansprüchen an neue Spielerinnen herausholen. Das ist uns gut gelungen”, sagt Herzberg über seinen Zwölfer-Kader.
Neue Spielerinnen für Erfurt zu gewinnen war nicht einfach. Die Möglichkeiten für eine berufliche Qualifikation neben dem Volleyball sind eingeschränkt. Die Arbeitslosenquote liegt bei über zehn Prozent und die Universität Erfurt bietet kaum populäre Studienfächer. Geschäftsstellenleiter Rainer Schüffler bestätigt: „Ja, die Situation ist etwas schwer. Aber die Fachhochschule in Erfurt und die Universität in Jena sind auch nicht weit weg. Zusätzlich arbeiten wir mit der Laufbahnberaterin des Olympiastützpunktes zusammen, um dieses Manko zu kompensieren.”
Um auf dem sportlichen Anforderungsniveau zu bestehen, sieht der 45-jährige Herzberg seine erste Aufgabe darin, die Spielerinnen „zu einer Mannschaft zusammenzufügen sowie Stärken und Schwächen zu erfassen. Wir müssen schneller, dynamischer und variantenreicher spielen. Im Technikbereich ist noch einiges zu tun und eine stabilere Annahme ist ein ganz entscheidendes Kriterium im Kampf um den Klassenverbleib.”
Erklärtes Ziel des SWE Volley-Teams ist laut Herzberg „natürlich der Klassenerhalt”. Aber das wird nicht einfach: „Die Mannschaften, mit denen wir in direkter Konkurrenz stehen, haben uns alle mindestens ein Jahr Bundesligaerfahrung voraus.”
Besonders freut sich Herzberg auf die Duelle mit Suhl und Dresden. Und auch Dresdens Wolfgang Söllner, Vorstandsmitglied der Deutschen Volleyball-Liga, blickt erwartungsvoll in die neue Saison: „Ich freue mich auf die Derbys zwischen Dresden und Erfurt und wünsche dem SWE Volley-Team viel Erfolg. Das Publikum ist jedenfalls schon erstligatauglich.”
Das weiß auch Herzberg, der mit seinem Team begeistern möchte. Denn es sind die SWE Volley-Fans, die die Spielerinnen mit Gesang und Beifall unterstützen und gemeinsam mit ihrem SWE Volley Team Deutschlands sportlich starke Mitte prägen.
Steckbrief des SWE Volley Teams Erfurt
Trainer: Heiko Herzberg, geb. am 25.08.1964, ist seit der Saison 2008/2009 hauptamtlicher Trainer beim SWE Volley Team.
Der Kader (Stand: 21. Juli 2010)
Neuzugänge:
AA Anika Brinkmann - Alemannia Aachen
MB Eszter Kovacs - VfB 91 Suhl
MB Jil Döhnert - Allianz Volley Stuttgart
AA/D Maria Völker - VC Parchim
Z Brigitte Slack - SV Sinsheim
Aufstiegskader:
U Saskia Leonhardt
D Annika Lüttge
D Beate Brabetz
MB Juliane Hoppe
Z Christel Fröhlich
Die letzten beiden Spielerinnen, die Herzberg aus dem Aufstiegskader in die 1. Bundesliga mitnimmt, werden in Kürze bekannt gegeben.
Auf der Seite www.volley.de findest Du Tabellen und Ergebnisse aller Ligen.
» Tabellen und Ergebnisse anzeigen