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29.08.2010 - smart beach tour - Quelle/Autor: Marc Stöckel

Volleyball: Deutsche Beachvolleyball Meisterschaften - Bronze für Holtwick-Semmler

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Foto: Hoch Zwei
Alles lief nach Plan. Drei Spiele, drei Siege. Experten waren sich sicher, dass das Finale der Deutschen Meisterschaft 2010 nur Holtwick-Semmler gegen Goller-Ludwig heißen kann.

Doch alles kam anders. Nach dem Einzug ins Halbfinale am Freitagabend zwickte bei Ilka Semmler bereits der Oberschenkel. Über Nacht verschlimmerte sich die Verletzung gepaart mit einer Bauchmuskelzerrung. Als das Halbfinale gegen Köhler-Sude dann begann, agierte Ilka Semmler entsprechend gehandicapt in der Blockabwehr, biss aber dennoch auf die Zähne. Auch Katrin Holtwick konnte ihre guten Leistungen aus dem Viertelfinale nicht abrufen. Immer wieder scheiterte sie an der guten Blockarbeit von Julia Sude. Jana Köhler zeigte eine äußerst souveräne Leistung in der Abwehr. Und so gewannen Katrin und Ilka zwar den ersten Satz mit 21:18, Satz zwei kippte jedoch trotz zweimaliger Führung in der Mitte des Satzes zu Gunsten von Jana Köhler und Julia Sude. Und so hieß es am Ende 18:21 für Köhler-Sude.

Satz drei musste also die Entscheidung bringen. Schnell lagen Köhler-Sude in Front, bis Katrin und Ilka eine Aufholjagd starteten und sich wieder herankämpften. Zwischenzeitlich gingen sie sogar mit 10:8 in Führung. Doch individuelle Fehler sorgten am Ende für eine 12:15 Niederlage und damit „nur“ für eine Teilnahme am kleinen Finale.

Lange jedoch stand das kleine Finale auf der Kippe. Ilka Semmler hatte massive körperliche Probleme und alles deutete auf eine Absage hin. Die medizinische Abteilung arbeitete hinter den Kulissen auf Hochtouren, um Ilka spielfähig zu bekommen. Eine Viertelstunde vor dem geplanten Anpfiff gab die medizinische Abteilung dann grünes Licht. Zwar nicht beschwerdefrei, aber dennoch spielfähig begann Ilka Semmler das Spiel um Platz drei gegen Brink-Abeler-Grün.

In beiden Sätzen übernahmen Katrin und Ilka von Beginn an die Initiative und lagen immer mindestens ein Break vor. Ilka Semmler wirkte zwar durch die Verletzung gehemmt, biss jedoch bravourös auf die Zähne. Beide zeigten sich gegenüber dem Halbfinale spielerisch stark verbessert. Vor allem Katrin Holtwick nutzte die Punkt- und Breakchancen, die sich ihr boten. Und Ilka Semmler war immer wieder mit ihren präzisen Angriffsschlägen zur Stelle. Und so ging Satz eins mit 21:18 an Katrin und Ilka. Satz zwei dominierten Holtwick-Semmler dann noch deutlicher. Zwischenzeitlich führten Katrin und Ilka mit drei Breaks. Am Ende ging Satz zwei mit 21:15 an Katrin und Ilka und gewann somit die Bronzemedaille.

Über die Enttäuschung über das verlorene Halbfinale konnte dies jedoch zunächst nicht hinwegtäuschen. „Wir haben im Halbfinale unsere Punktchancen einfach nicht genutzt. Mit unserem Aufschlag konnten wir nicht genug Druck entwickeln und das Side-Out-Spiel war nur mäßig. Alles in allem müssen wir im dritten Satz bei einer Führung von 10:8 den Sack zumachen. Stattdessen haben wir den Gegner unnötig stark gemacht. Das darf uns einfach nicht passieren. Man muss aber auch ganz klar sagen, dass Julia und Jana ein sensationelles Turnier gespielt haben, und nicht von ungefähr Deutsche Meister geworden sind.“

Für Headcoach Dr. Andreas Künkler war einfach mehr drin: „Wir haben uns im zweiten Satz mit 6:2 und 12:9 zwei Mal einen deutlichen Vorsprung erarbeitet. Danach ist es uns jedoch leider nicht gelungen, das Spiel nach Hause zu fahren. Kompliment an Julia und Jana, die heute wirklich sehr gut gespielt haben und auch Sara und Laura geschlagen haben.“

Katrin Holtwick brachte es selbstkritisch auf den Punkt: „Die Niederlage im Halbfinale geht auf meine Kappe. Ich habe einfach kein Mittel gegen die Blockarbeit von Julia Sude gefunden. Schön, dass wir im kleinen Finale zumindest noch einmal einen versöhnlichen Abschluss feiern konnten.“
Die Ergebnisse im Überblick:

Holtwick-Semmler vs. Flemig-Müller 2:1 (21:23, 21:15, 15:10)
Holtwick-Semmler vs Colditz-Heinemann 2:0 (21:13, 21:12)
Holtwick-Semmler vs. Gernert-Jurich 2:0 (21:17, 21:15)
Holtwick-Semmler vs. Köhler-Sude 1:2 (21:18, 18:21, 12:15)
Holtwick-Semmler vs. Brink-Abeler-Grün 2:0 (21:18, 21:15)

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