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05.07.2009 - Beach-WM - Quelle/Autor: DVV

Volleyball: Brink/Reckermann sind Weltmeister

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Dieses Volleyball Foto vergrößern Foto FIVB: Die neuen Beach-Volleyball Weltmeiste
Gold für Deutschland, Gold für Julius Brink/Jonas Reckermann bei der Beach-WM in Stavanger/Norwegen: Das DVV-Duo siegte im Finale gegen die Weltranglisten-Ersten Harley/Alison (BRA) 2:0 (21-16, 21-19) und sorgte für den größen Erfolg in der deutschen Beach-Volleyball Geschichte. Für Brink war es bereits die zweite WM-Medaille, er hatte 2005 gemeinsam mit Kjell Schneider Bronze gewonnen. Der Titel wurde mit 1000 Weltranglistenpunkten sowie 60.000 US Dollar Preisgeld versüßt.

Die Taktik des deutschen Duos wurde mit dem ersten Aufschlag offensichtlich: Linkshänder Harley war das Ziel der deutschen Aufschläge, er musste dem Druck der mit über 90 Km/h geschlagenen Aufschläge stand halten. Die Brasilianer hatten sich ihrerseits Reckermann ausgeguckt, damit waren sie beim letzten Erfolg in Polen sehr erfolgreich.

Den ersten Finalpunkt machte Brink, dann gelang Reckermann per Ass in die „husband and wife“-Zone das erste Break (5-3). Die Weltranglisten-Ersten glichen per Block von Alison (gegen Brink) aus, doch in Führung gingen sie nicht, weil Brink eine gegnerische Punktchance per Abwehr zunichte machte (7-6). Mit Glück und Können gelang dem DVV-Duo ein Zwischenspurt. Zunächst blockte Reckermann sein Gegenüber Harley, dann tropfte ein kurzer Flatteraufschlag von der Netzkante ins brasilianische Feld (9-6). Als Brink per Sprungaufschlag – abermals durch die brasilianische Mitte – punktete, und Reckermann mit einem zweiten Ball erfolgreich war, hieß es bereits 12-7. Doch die Brasilianer steckten nicht auf und profitierten von einer „schlechten“ Minute von Reckermann: Zwei Angriffe landeten knapp neben den Linien, ein Shot war zu unplatziert (12-11). Der Aufschlag musste wieder her und er kam. Ein abermaliges Ass mit Hilfe der Netzkante von Reckermann sowie ein knallharter Service von Brink sorgten für die erneute Vier-Punkte-Führung (16-12). Dieses Mal konnten die Brasilianer nicht kontern, Brink strahlte nach einer erfolgreichen Abwehr über das Gesicht. Der Satz endete mit einem Fehler Harleys, dessen Angriff die Netzantenne touchierte.

Die Taktik im ersten Satz war hervorragend aufgegangen, im zweiten stockte das Unternehmen „WM-Gold“ zunächst: „Blockmonster“ Alison packte gegen Reckermann zu, anschließend wurde der deutsche Blockspieler noch abgewehrt (2-5). Als auch Brink am Block scheiterte, nahmen Brink/Reckermann eine Auszeit (4-8). Und tatsächlich, mühsam wie das Eichhörnchen näherte sich die europäische Nummer eins der Nummer eins in der Welt. Brink wehrte einen Angriff von Harley ab und versenkte anschließend per Shot. Direkt danach setzte Alison per Poke den Ball neben die Linie (9-10). Dann ein „Doppelblock“: Zunächst scheitert Reckemann an Alison, der sich an dessen Partner Harley mit der gleichen Technik revanchiert (12-13). Das auf und ab setzte sich fort, denn nun waren wieder die Brasilianer am Zug, und beim 13-17 schien alles gelaufen. 16-19 hieß es aus deutscher Sicht, ehe der weltmeisterliche Traum begann. Punkt aus der Annahme, dann starker Reckermann-Aufschlag, der die anschließende Punktchance selbst verwertet. Nach einer Blitzreaktion von Brink in der Abwehr, setzt der überraschte Alison den Angriff ins Netz (19-19). Match- oder Satzball hieß es dann, und es wurde Matchball, weil Reckermann einen Aufschlag mit weit über 90 Km/h genau auf die Linie zwischen die Brasilianer setzte. Und Reckermann war es schließlich, der Alison per Block entzauberte. Fünf Punkte in Folge, Weltmeister, ungläubiges Staunen. Denn der Jubel fiel wenig weltmeisterlich aus: Reckermann reckte eine Faust in den Himmel, Brink blieb ganz gelassen. Dann fielen sich beide etwas ungläubig, aber strahlend in die Arme. Der erste WM-Titel im Sand und der zweite überhaupt nach WM-Gold für die DDR-Männer 1970 für den deutschen Volleyball ist sensationell. Zumal das Duo Brink/Reckermann 2009 seine erste gemeinsame Saison bestreitet.

Julius Brink, der am 6. Juli einen 27. Geburtstag feiert, sagte: „Ein WM-Finale zu spielen, ist sensationell, in den Genuss kommen nicht viele. Wir werden Momente erleben, wo wir wieder gegen diese Teams verlieren. Ich möchte mich nicht auf eine Stufe mit ihnen stellen. Wir sind Erster und Vierter geworden, wir haben zwei sehr starke Teams in Deutschland. David und Eric haben das schon mit ihrem 5. Platz bei den Olympischen Spielen gezeigt. Sie spielen einfach in den entscheidenden Momenten ihr bestes Beach-Volleyball. Es ist gut, dass wir zwei gute Teams haben. Wir sind alle vier noch jung und können hoffentlich auch bei den Olympischen Spielen in London wieder um die Medaillen mitspielen."

Jonas Reckermann meinte: „Viel schwieriger kann der Weg nicht sein: 1. Gibb/Rosenthal , noch nie gewonnen. 2. Ricardo/Emanuel, Weltmeister, Olympiasieger etc. 3. Rogers/Dalhausser, Olympiasieger, Weltmeister, noch nie gewonnen etc. 4. Alison/Harley, aktuell bestes Team, noch nie gewonnen! Wir waren in all diesen Spielen also eher leichter Außenseiter. Mental sind wir ziemlich stark. Wir vertrauen jederzeit auf uns, weil wir immer wieder Lösungen finden, so wie heute im Halbfinale und auch im Finale. Beim 16:19 im zweiten Finalsatz hat sich die mentale Stärke gezeigt, auch dort haben wir eine Lösung gefunden. Ich wollte im zweiten Satz in meinen harten Aufschlag reinkommen, um im dritten Satz druckvoller aufzuschlagen. Das hat dann auf Anhieb schon geklappt, so konnten wir das Spiel noch drehen. Wir versuchen, immer einen Schritt vor zu sein. Das ist ein phantastisches Resultat für die deutschen Teams. Harley und Alison sind immer noch das beste Team in diesem Jahr, daran ändert auch das heutige nichts. Es ist der Abend vor Julius` Geburtstag und wir sind Weltmeister, ich denke das ist ein Grund zum Feiern“

Aus der Heimat überbrachte DVV-Präsident Werner von Moltke seine ersten Glückwünsche: „Das ist natürlich sensationell und man muss es sich auf der Zunge zergehen lassen, Platz eins und vier für zwei deutsche Männer-Duos. Damit ist Deutschland die erfolgreichste Nation der WM bei den Männern. Der WM-Titel für Julius und Jonas ist ein Meilenstein in der deutschen Beach-Volleyball Geschichte und für den DVV. Ich bin hellauf begeistert.“

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